Über den Tod nachdenken und Vorkehrungen treffen

Ein jedes Leben ist endlich und eigentlich gehört das Sterben zum Leben dazu. Und dennoch denkt niemand gerne über das eigene Lebensende nach. Dabei wäre die Vorsorge für den eigenen Todesfall gerade für diejenigen, die zurückbleiben äußerst wichtig.

Experten raten dazu, sich zusammen mit nahestehenden Menschen bereits frühzeitig mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Aber was sollte ich vor meinem Ableben erledigt haben, um meinen Angehörigen eine Menge Behördenkram und Kosten zu ersparen? Eine Checkliste kann helfen, den Überblick zu bewahren.

Sterbevorsorge: Welche Möglichkeiten gibt es?

Inwieweit lässt sich für den eigenen Tod vorsorgen? In erster Linie sollte man nicht davor scheuen, mit Familie oder nahestehenden Personen über den Tod zu sprechen. Zumindest eine Person sollte im Fall des eigenen Ablebens über hinterlegte Dokumente Bescheid wissen. Folgende Dokumente sollten daher noch zu Lebzeiten an einem sicheren Ort aufbewahrt werden:

Vollmachten
Insbesondere Postvollmacht, Bankvollmacht, eine Vorsorgevollmacht oder aber eine Vollmacht für unverheiratete Paare zählen zu den wichtigsten Vollmachten. So gewährt man im Falle seines Ablebens bestimmten Personen den Zugriff auf Bankkonten, Postfächer oder Wertpapiere.

Patientenverfügung
Bei einer Patientenverfügung geht es darum, selbst über das Ende des eigenen Lebens zu bestimmen. Eine Patientenverfügung ist ein juristisches Dokument, an das an sich die behandelnden Ärzte halten müssen. Kommt es zu der Situation, in der man selbst nicht mehr in der Lage ist, über lebenserhaltende Maßnahmen zu entscheiden, kann die Patientenverfügung den Angehörigen die schwierige Entscheidung abnehmen, über das weitere Schicksal eines Sterbenden zu entscheiden. Eine Patientenverfügung sollte allerdings nicht ohne medizinische und/oder juristische Unterstützung ausgefüllt werden. Schwammige oder unzureichende Informationen könnten sonst dazu führen, dass erst recht andere über das eigene Schicksal entscheiden müssen.

Bestattungskosten und Grabpflege
Sterben kostet Geld und die Kosten für Begräbnis und Grabpflege sind nicht gerade ein Pappenstiel. Da in Deutschland Bestattungspflicht besteht, ist es die Aufgabe der Hinterbliebenen, die Beerdigung des Verstorbenen zu organisieren. Hinterlässt der Verstorbene kein Geld für die Bestattung, sind die Hinterbliebenen dazu verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Bei einer Erdbestattung können dabei an die 7000 Euro anfallen. Um den Nachkommen hohe Kosten zu ersparen, empfiehlt sich daher der Abschluss einer Sterbegeldversicherung.

Organspende
Das Thema Organspenden geistert seit Jahren in der deutschen Medienlandschaft herum. Bisher konnte sich der Bundestag noch nicht dazu durchringen, eine Alternative zum freiwilligen Organspende-Ausweis auszuarbeiten. Ein Organspende-Ausweis hilft dabei, die eigene Entscheidung, ob man nach Ableben Organe spenden möchte (und wenn ja welche), schriftlich zu fixieren.

Digitaler Nachlassplaner
Unser Leben spielt sich im 21. Jahrhundert zu einem immer größeren Teil auch online ab. Aber was passiert mit den digitalen Spuren, die wir im Laufe unseres Lebens hinterlassen haben, wenn wir unerwartet versterben? Logins für digitale Plattformen, soziale Netzwerken oder vertrauliche Firmendaten, all das muss nach dem Ableben irgendwie geregelt werden. Ein sozialer Nachlassplaner ist eine Plattform, auf der Zugangsdaten und Profile hinterlegt werden können. Der Besitzer der Profile kann dort festlegen, was nach dem eigenen Tod mit seiner digitalen Hinterlassenschaft passieren soll.

Testament
Vor Aufsetzen eines Testaments empfiehlt es sich, eine Aufstellung über vorhandenes Vermögen und Verbindlichkeiten anzufertigen. Ein Testament ist ein handschriftlich aufgesetztes Dokument, das den Nachlass eines Erblassers dokumentiert. Eine notarielle Beglaubigung ist zwar nicht verpflichtend, wird aber dennoch empfohlen, genauso wie die Beauftragung eines Testamentsvollstreckers.

Welche Vorsorgemaßnahmen sollten junge Eltern treffen?

Pro Jahr werden rund 1000 Kinder und Jugendliche zu Vollwaisen. Wer Kinder zur Welt bringt, kommt eigentlich gar nicht um den traurigen Gedanken herum, über den eigenen Tod nachzudenken. Ein Verkehrsunfall, eine schwere Erkrankung, so unvorstellbar es auch scheint, kein Elternteil kann sich sicher sein, die eigenen Kinder bis ins Erwachsenenalter begleiten zu dürfen. Natürlich sind Mama und Papa für kein Geld der Welt ersetzbar. Doch man kann zu Lebzeiten dafür sorgen, dass der Nachwuchs für den Fall der Fälle zumindest finanziell versorgt ist und dass sich jemand um die kleinen kümmert, der ihnen emotional möglichst nahesteht. Fälschlicherweise gehen viele Menschen davon aus, dass das Sorgerecht nach dem Tod der Eltern automatisch auf enge Familienmitglieder oder Paten übergehen. Das ist allerdings nicht immer der Fall.

Eine Sorgerechtsverfügung gilt ähnlich wie ein Testament als ein gerichtlich anerkanntes Dokument, das regelt, wer im Fall des Ablebens der leiblichen Eltern das Sorgerecht für das Kind zugesprochen bekommen soll. Genauso wie beim Testament sollte auch die Sorgerechtsverfügung an einem sicheren Ort hinterlegt werden. Verstirbt nur ein Elternteil, bekommt automatisch der andere Teil die Obsorge der Kinder zugesprochen.

Wie sichere ich meinen eigenen Todesfall richtig ab?

Wenn uns liebgewonnene Menschen verlassen, leidet nicht nur unsere Seele. Verstirbt ein Angehöriger, steht den Hinterbliebenen neben der Trauerbewältigung ein bürokratischer Kraftakt bevor. Gut, wer da Unterstützung findet. Aber nur wer frühzeitig vorsorgt, erspart seinen Hinterbliebenen neben der Trauer die finanziellen Sorgen. Vom Begräbnis über die Grabpflege bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Fristen. Derjenige, der sich bereits zu Lebzeiten um den eigenen Tod kümmert, nützt die Chance, alles im eigenen Sinn zu regeln.

 

Mehr als 30 Anbieter im Marktvergleich – in diesem erst kürzlich durchgeführten Test erhalten Sie eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter von Sterbegeldversicherungen und deren verschiedene Leistungen.

 

Bild: © Photographee.eu / fotolia.com

 

Themen: