Nach Zwangsabstieg: Die Bayerische beendet Partnerschaft mit 1860 München
Zehn Jahre lang gehörte die Bayerische zu den prägendsten Sponsoren des TSV 1860 München. Nach dem Verlust der Drittliga-Lizenz und dem Gang in die Regionalliga Bayern zieht der Versicherer nun die vertraglich vorgesehene Ausstiegsklausel. Vorstand Martin Gräfer verbindet die Entscheidung mit einem ungewöhnlich persönlichen Abschied.
Die Bayerische beendet ihr Engagement beim TSV 1860 München. Das kündigte Vorstand Martin Gräfer in einem öffentlichen Beitrag in sozialen Netzwerken an. Hintergrund ist der Verlust der Lizenz für die 3. Liga und der damit verbundene Zwangsabstieg des Traditionsvereins in die Regionalliga Bayern. „Heute ist ein trauriger Tag für alle Löwinnen und Löwen“, schrieb Gräfer. Seit zehn Jahren begleite die Bayerische den Verein als Partner. Aus dem Sponsoring sei in dieser Zeit „viel mehr geworden: Verbundenheit, Freundschaft und die gemeinsame Überzeugung, dass Tradition, Leidenschaft und Zusammenhalt einen besonderen Wert haben.“
Sonderkündigungsrecht wird genutzt
Gleichzeitig machte der Vorstand deutlich, dass die Bayerische Konsequenzen aus der neuen Situation zieht. „Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit müssen wir die Interessen unserer Kunden, Mitglieder, Mitarbeitenden und Vertriebspartner wahren. Deshalb werden wir von dem vertraglich vorgesehenen Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.“ Die Entscheidung falle dem Unternehmen nicht leicht, betonte Gräfer. Die Wertschätzung für den Verein, seine Mitarbeiter, Ehrenamtlichen und Fans bleibe unverändert bestehen.
Finanzierung der 3. Liga gescheitert
Der TSV 1860 München hatte zuvor bestätigt, dass die Finanzierung für die kommende Saison in der 3. Liga nicht zustande gekommen ist. Geschäftsführer Manfred Paula erklärte, er habe bis zuletzt darauf vertraut, dass eine Lösung für die Profifußball-Gesellschaft gefunden werde. Hintergrund ist nach Angaben des Vereins die Nichteinhaltung einer Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. „Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen“, erklärte Paula.
Auch Vereinspräsident Gernot Mang sprach von einer enttäuschenden Entwicklung. Aufsichtsratschef Herbert Bergmaier verwies darauf, dass nach der Kündigung bestehender Darlehen keine Einigung über die Finanzierung des Spielbetriebs in der 3. Liga erzielt werden konnte.
Mehr als ein Sponsoringvertrag
Bemerkenswert ist dabei der Ton des Abschieds. Während Unternehmen Vertragsbeendigungen häufig nüchtern kommunizieren, dominieren in Gräfers Stellungnahme persönliche Worte und emotionale Verbundenheit. Das unterstreicht, welche Bedeutung die Partnerschaft für beide Seiten über den reinen Marketingaspekt hinaus offenbar entwickelt hatte. Ob die Trennung dauerhaft bleibt oder sich bei einer sportlichen und wirtschaftlichen Stabilisierung des Vereins neue Perspektiven ergeben, ließ Gräfer offen. „Ob dies das Ende eines gemeinsamen Weges ist oder der Beginn eines echten Neuanfangs, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.“
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