„Wir wollten nie die Größten sein“ – warum aruna bewusst anders wächst
Während viele Maklerpools auf Skalierung und Plattformmodelle setzen, betont aruna-Geschäftsführer Christopher Kluwe eine andere Strategie: Spezialisierung, Nähe zum Makler und kontrolliertes Wachstum. Ein Blick auf die Positionierung eines inhabergeführten Pools im sich wandelnden Markt.
Die Diskussion um Größe, Skaleneffekte und Plattformstrategien prägt derzeit den Maklermarkt. Viele Anbieter setzen auf Wachstum, Standardisierung und technologische Integration. Der inhabergeführte Maklerpool aruna GmbH verfolgt hingegen bewusst einen anderen Ansatz. „Wir wollten nie die Größten sein“, sagt Geschäftsführer Christopher Kluwe. Stattdessen habe man „unsere Nische gefunden“ und fühle sich „in dieser sehr wohl“. Der Fokus liege auf „hoher Fachkompetenz und flexiblen Prozessen“.
Fachkompetenz statt Skalierung
Aus dieser Positionierung leitet sich auch der Anspruch an die eigene Rolle im Markt ab. So betont Kluwe, dass es zunächst „auf die Inhalte ankommt, dann auf die Prozesse und erst dann auf die digitalen Fähigkeiten“. Die Ausrichtung spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit mit Versicherern wider: Entscheidend sei nicht die Breite, sondern die Passgenauigkeit der Lösungen. Gleichzeitig ermögliche die gewählte Struktur, schneller und individueller auf Anforderungen von Vermittlern zu reagieren.
„Kompetente Handwerker“ statt Industriebetrieb
Im Vergleich zu stärker standardisierten Marktteilnehmern zieht Kluwe ein bewusst anderes Bild: „Im Vergleich zu industriell organisierten Pools sind wir eher die kompetenten Handwerker – wir betreiben keine Serienfertigung, sondern schaffen passgenaue Lösungen.“ Diese Selbstbeschreibung verdeutlicht den Anspruch, sich nicht primär über Größe oder Skalierung zu definieren, sondern über Qualität und individuelle Betreuung.
Nähe zum Makler als zentrales Element
Ein weiterer zentraler Baustein ist der direkte Kontakt zu den angeschlossenen Vermittlern. „Uns ist der direkte Kontakt zu unseren Maklerinnen und Maklern wichtig – diese Nähe schafft Vertrauen“, so Kluwe. Die Ausrichtung auf persönliche Beziehungen und langfristige Zusammenarbeit ist dabei eng mit der inhabergeführten Struktur verbunden. Als Familienunternehmen unterliege man keinen kurzfristigen Wachstumszwängen, sondern könne Investitionen langfristig ausrichten.
Gegenentwurf zum Plattformtrend
Die Positionierung von aruna lässt sich als bewusster Gegenentwurf zu Teilen der aktuellen Marktentwicklung lesen. Während Plattformmodelle auf Effizienz und Skalierung abzielen, betont aruna Spezialisierung, Nähe und individuelle Lösungen. Die strategische Positionierung dürfte auch auf der kommenden aruna-Fachmesse eine Rolle spielen, auf der Kluwe die Entwicklungen im Markt gemeinsam mit weiteren Branchenvertretern diskutieren wird (experten.de berichtete).
Weitere Einblicke in die strategische Ausrichtung von aruna gibt Kluwe im ausführlichen Interview in der aktuellen Ausgabe des expertenReport, das im ePaper frei zugänglich ist.
Themen:
LESEN SIE AUCH
„Bin ich zu abhängig von meinem Pool?“
aruna-Fachmesse 2026: Branchentreff im Zeichen von KI, Kostendruck und Strukturwandel
aruna baut Vertriebsteam aus
Maklermarkt im Umbruch: Fünf Befunde, die Versicherer nicht ignorieren können
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Wenn Gebäude leer stehen, wächst das Risiko
Run-offs und Vertrauen: Warum Bestandsverkäufe die Branche spalten
Cyberangriff oder Krieg? Versicherer sehen keine klaren Grenzen
Unwort des Jahres 2025: Warum ‚Sondervermögen‘ mehr über Staatsfinanzen verrät als über Sprache
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.









