ETF-Markt: Vanguard, Invesco und WisdomTree holen auf

Veröffentlichung: 24.02.2026, 14:02 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Der europäische ETF-Markt bleibt dynamisch – und die Kräfteverhältnisse verschieben sich. Das neue „ETF Issuer Power Ranking 2025“ zeigt: Während BlackRock seine Dominanz ausbaut, gewinnen Vanguard, Invesco und WisdomTree deutlich an Boden. Gleichzeitig geraten aktive Manager unter Wettbewerbsdruck.

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Marktführer mit weiterem Abstand

Erstmals führt BlackRock das Ranking der 25 größten ETF-Anbieter in Europa an. Der weltgrößte Asset Manager konnte seine Marktführerschaft bei Mittelzuflüssen und Handelsvolumina weiter ausbauen. Allein 92,8 Milliarden US-Dollar flossen 2025 in Aktien-ETFs, weitere 36,1 Milliarden in Rentenstrategien – jeweils mehr als doppelt so viel wie beim nächstplatzierten Wettbewerber.
Das signalisiert: Core-Allocation-Produkte dominieren weiterhin das europäische ETF-Geschäft.

Vanguard zurück auf dem Podium

Besonders auffällig ist die Entwicklung von Vanguard. Nach drei Jahren ohne neue ETF-Auflagen in Europa kehrte der Anbieter mit gezielten Retail-Initiativen und Gebührensenkungen zurück – und sammelte netto 31,7 Milliarden US-Dollar ein. Bemerkenswert: Das gelang mit einem vergleichsweise schlanken Angebot von nur 40 ETFs. Die Strategie zeigt, dass Skaleneffekte und Preisführerschaft weiterhin tragende Säulen im ETF-Wettbewerb sind.

Invesco und WisdomTree setzen Akzente

Auch Invesco rückte in die Top Fünf vor. Besonders stark war das Neugeschäft in Smart-Beta- und Rohstoffsegmenten. Das verwaltete Vermögen im europäischen ETP-Geschäft stieg um 44,6 Prozent.
WisdomTree verbesserte sich um sieben Plätze. 3,9 Milliarden US-Dollar flossen in margenstarke Themen-ETFs – angeführt von einem europaweit ersten Verteidigungs-ETF.
Hier zeigt sich: Thematische Spezialisierung bleibt ein Wachstumstreiber.

Aktive ETFs unter Druck

Während indexnahe Kernallokationen das Volumen dominieren, verschärft sich der Wettbewerb im Bereich aktiver ETFs. Etablierte Anbieter wie Nordea und Robeco verpassten zwar knapp den Einzug ins Ranking, gehören aber zu den größten Anbietern nach Nettomittelzuflüssen in neue ETF-Plattformen.
Die Studie zeigt jedoch: Reine Größe reicht nicht mehr. Innovation, Vertriebsstärke und operative Exzellenz gewinnen an Bedeutung.

Die Ergebnisse zeigen drei strukturelle Trends:

  • Core-ETFs bleiben dominierend – besonders bei Aktien und Anleihen.
  • Themen- und Spezialstrategien gewinnen an Relevanz.
  • Aktive ETFs intensivieren den Wettbewerb – mit steigender Differenzierungsnotwendigkeit.

Die ETF-Landschaft wird breiter, aber auch komplexer. Produktvielfalt allein reicht nicht – entscheidend ist die strategische Einbettung in Portfolio- und Vertriebsmodelle.

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