Map Report 904: Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017

Veröffentlichung: 05.10.2018, 05:10 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Der Map-Report 904 „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2017“ analysiert die Bilanzkennzahlen aus den Jahresabschlüssen deutscher Lebensversicherer für die Jahre 2017 und 2016 und bietet zudem auch einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen. Dafür wurden 82 Gesellschaften untersucht.

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In dem Map Report werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:

  • Wie steht das eigene Unternehmen im Vergleich zu den Mitbewerbern?
  • Wo ist man besser als der Markt und wo ist noch Luft nach oben?
  • Welche Anbieter sind die wichtigsten Konkurrenten in den einzelnen Sparten und wie verlief deren Geschäft?

Bedeutung der Kennzahlen für Makler

Vermittlern und Maklern als Bindeglied zwischen Unternehmen und Verbrauchern kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Können die Produkte einer Gesellschaft guten Gewissens verkauft werden, wenn die Kennzahlen weit unterdurchschnittlich sind und die Solidität nicht gegeben erscheint? Haftungsrechtlich verpflichtet zudem §60 VVG dazu, sich eine hinreichende Übersicht über den Markt und die Anbieter zu verschaffen.

Insgesamt weniger Neuverträge

Die Versicherer hatten in den vergangenen Jahren viele Herausforderungen zu überstehen: Digitalisierung, Einführung von Solvency II, Zinszusatzreserve sowie das LVRG. Und natürlich das Niedrigzinsniveau, das den Druck auf die Anbieter noch einmal deutlich vergrößert hat.

Zum Jahresende 2017 hatten die Gesellschaften rund 83,5 Millionen Verträge an Hauptversicherungen im Bestand, wovon 4,96 Millionen Policen neu abgeschlossen wurden. Dies sind 126.111 weniger als im Vorjahr. Das Neugeschäft nicht seit dem Jahr 2014 nicht mehr aus, den Abrieb in den Beständen zu kompensieren. Der Bestandsabrieb setzte sich vor allem in der KLV und BUZ fort, während Renten-, Risiko und fondsgebundene Verträge zulegten.

Mehr Verträge beitragsfrei gestellt

Vor allem aber ist auch die Anzahl der Verträge, die beitragsfrei gestellt wurden, gestiegen. Der Anteil stieg zum Jahresende 2017 auf durchschnittlich 27,38
Prozent. Dies bedeutet, dass die Kunden mehr als jeden vierten Vertrag nicht mehr bedienen können oder wollen.
Während Rentenversicherungen (27,78 Prozent), KLV (25,58 Prozent) und fondsgebundene Verträge (23,93 Prozent) sich in etwa auf Durchschnittsniveau bewegten, waren bei der RLV nur 16,85 Prozent aller Verträge beitragsfrei gestellt. Über alle Sparten eine weiterhin steigende Tendenz.

Fondsgebundene Verträge gestiegen

Die sonstigen Lebensversicherungen, zu denen auch fondsgebundene Verträge (FLV) zählen, konnten um 338.940 Policen auf insgesamt rund 14,7 Millionen zulegen. So stieg der Anteil am Gesamtgeschäft im Vergleich zum Vorjahr von 16,9 auf 17,6 Prozent. Die AachenerMünchener ist hier mit 20,9 Prozent Anteil am Bestand der größte Anbieter.

BUZ gesunken

Der Bestand an Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen ist seit 2004 von 15,4 auf knapp 12,2 Millionen Verträge in 2017 gesunken, wobei allein im vergangenen Jahr ein Rückgang um 2,3 Prozent (284.000 Verträge) zu verzeichnen ist.

Während nur sechs Anbieter überhaupt ein Plus verzeichnen konnten, mussten vor allem die Ergo (- 31.769 Verträge), die Nürnberger (- 24.213), Allianz (- 20.863) und Zurich (- 18.825 Policen) ein Minus hinnehmen.

Bild: © carballo / fotolia.com

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