Europa: deutsche Vorstandsgehälter auf Platz drei

Veröffentlichung: 26.09.2018, 05:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

6,35 Millionen Euro bekamen deutsche Vorstandsvorsitzende als Gesamtdirektvergütung im vergangenen Jahr und ist im Median gestiegen. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich nach der Schweiz und Großbritannien auf dem dritten Platz. Das ist ein Ergebnis der Studie „CEO pay landscape in Europe’s Top 100 companies“ von Willis Towers Watson.

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Die CEOs in Großbritannien erhalten 6,38 Millionen Euro, die in der Schweiz 7,76 Millionen Euro.

Auch im DAX ist der Median der Gesamtdirektvergütung im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: von 4,99 Millionen Euro in 2016 auf 5,75 Millionen Euro in 2017.

Boni leicht gestiegen

Um rund fünf Prozent sind die europäischen Gesamtdirektvergütungen im Median insgesamt gestiegen: von 5,46 Millionen Euro 2016 auf 5,73 Millionen Euro im Jahr 2017. Dabei blieben sowohl die Grundgehälter als auch die langfristig gewährten variablen Vergütungen relativ stabil, während die für 2017 ausbezahlten Boni leicht auf 135 Prozent des Fixgehalts gestiegen sind (Vorjahr: 126 Prozent).

Höchste Gesamtdirektvergütung

Die höchste Gesamtdirektvergütung erreichte mit 12,88 Millionen Euro Dr. Severin Schwan von Roche. An zweiter Stelle liegt Carlos Brito, CEO von AB InBEV, mit einem Jahresgehalt von 12,81 Millionen Euro, gefolgt von Sergio P. Ermotti von der Schweizer UBS Group (12,52 Millionen Euro). Das erste Unternehmen ist SAP mit Bill McDermott, der mit einer Vergütung von 10,79 Millionen Euro Platz fünf belegt.

Geringste Grundgehälter in der Schweiz

Der Anteil der fixen Vergütung ist unter den Schweizer CEOs mit 25 Prozent am niedrigsten. In UK korrelieren die hohen Gesamtdirektvergütungen ebenfalls mit niedrigeren Grundgehältern.

Hohe Gesamtdirektvergütungen bestehen in der Regel zu mindestens zwei Dritteln aus variablen Bestandteilen. Der Anteil der gewährten Long-Term-Incentive-Pläne (LTI) ist mit 46 Prozent unter den britischen CEOs nach wie vor am höchsten.

In Skandinavien wird dagegen deutlich mehr Gewicht auf die feste Vergütung gelegt (56 Prozent). In vielen europäischen Top-Unternehmen werden Teile der Bonusauszahlungen zeitverzögert ausbezahlt. Auch diese Vergütungskomponenten tragen zur nachhaltigen Ausgestaltung der Vergütung bei.

Neue Aktionärsrichtlinie

Die von der EU verabschiedete neue Aktionärsrechte-Richtlinie schreibt ausführliche Angaben zur Ausgestaltung der Vergütung sowie den tatsächlichen Auszahlungen vor. Diese muss von allen Mitgliedsstaaten bis Juni 2019 in ihre lokale Gesetzgebung eingebettet sein.

Von den Änderungen betroffen sind damit vor allem kleinere Unternehmen, die bislang nicht regelmäßig über Vergütungsfragen abgestimmt haben. Aber auch für größere Unternehmen in Deutschland besteht aufgrund des erhöhten Detailgrads der erforderlichen Angaben Handlungsbedarf.

Bild: © StockPhotoPro / fotolia.com

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