Die größten politischen Risiken

Veröffentlichung: 15.03.2018, 06:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Politische Risiken stellen auch 2018 eine der Hauptsorgen international tätiger Unternehmen dar: eskalierende Konflikte im Nahen Osten, Spannungen in Ostasien, eine konfrontative US-Politik, die mit Sanktionen und Handelskrieg droht, sowie weltweites Erstarken nationalistischer Kräfte und autoritärer Tendenzen. Laut dem aktuellen Bericht zur Political Risk Map 2018 von Marsh, der auf Daten von BMI Research basiert, stehen dabei Handelsprotektionismus, Spannungen in Ostasien und die laufenden Brexit-Verhandlungen im Vordergrund.

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In der interaktiven Karte werden Länder nach politischer und wirtschaftlicher Stabilität bewertet und sie zeigt, wo sich voraussichtlich Risiken ergeben werden. Sie gibt einen globalen Überblick über die Themen, mit denen sich international tätige Unternehmen und Investoren konfrontiert sehen und hilft ihnen dabei, fundierte Entscheidungen über Investitionen und im Kreditmanagement zu treffen. Die größten politischen Risiken gibt es, trotz Verbesserungen, noch immer auf dem afrikanischen Kontinent.

Tobias Federkeil, Leiter Political Risks bei Marsh Deutschland, dazu:

„Soziale Instabilität, zum Nachteil führende Regierungsmaßnahmen und terroristische Bedrohung zählen zu den am weitesten verbreiteten politischen Risiken, mit denen sich internationale Unternehmen derzeit bei Handel und Investitionen im Ausland konfrontiert sehen.“

Kurzüberblick: Political Risk Map 2018

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verschlechtern in mehreren lateinamerikanischen Ländern, darunter Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Paraguay und Venezuela, die kurzfristigen politischen Risikobewertungen (Short-term Political Risk Scores).

Auch wenn die deutlichste Verbesserung in Bezug auf die Einstufung der politischen Risiken in Afrika zu verzeichnen ist, kam es in Kenia, Gabun und an der Elfenbeinküste wegen Unsicherheiten rund um Wahlen und die Regierungsnachfolge zu erheblichen Ausschlägen der politischen Risikobewertung.

Nachdem beim Risiko einer Verschärfung des Handelsprotektionismus im Jahr 2017 vorübergehend eine rückläufige Entwicklung zu beobachten war, ist davon auszugehen, dass das Risiko aufgrund von restriktiven Maßnahmen der USA steigen wird.

Die Verhandlungen mit Großbritannien über den Austritt aus der Europäischen Union überschatten in Europa weiterhin das politische Klima, ebenso wie politische Instabilität Spaniens.

Tobias Federkeil weiter:

„Zwar ist es in diesem komplexen und ständigem Wandel unterworfenen Umfeld nicht möglich, politische Risiken direkt zu steuern. Versicherungslösungen für Kreditrisiken und politische Risiken bieten jedoch in vielen Fällen Möglichkeiten zur Risikominimierung und stärken so das Vertrauen in die Möglichkeiten, die diese auch in potenziell instabilen Weltregionen bieten.“

Bild: © Maksim Šmeljov / fotolia.com

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