Entwicklungsperspektiven von Telematik

Veröffentlichung: 06.03.2018, 06:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Wie können die Vorteile der Telematiktarife in der Kraftfahrtversicherung dem Kunden vermittelt werden und was tut sich derzeit im Bereich der Telematik? Darüber diskutierten am 27. und 28. Februar 2018 über 80 Teilnehmer auf der nunmehr 8. Fachkonferenz „Telematik in der Kraftfahrtversicherung“ der Versicherungsforen Leipzig.

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Tatsache ist, dass es in den letzten Jahren eine enorme Weiterentwicklung im Bereich der Telematik und beim autonomen Fahren gab und über die Potenziale viel diskutiert und spekuliert wird. Für die Kfz-Versicherungsbranche ist es nun wichtig, schrittzuhalten, um nicht von anderen Marktteilnehmern überholt zu werden. 15 Versicherer haben mittlerweile auf telematischen Diensten beruhende Produkte bzw. Services im Angebot.

Allianz: Fahrweise belohnen

Im Tarif BonusDrive der Allianz können Kunden mittels eines Gamification-Ansatzes Medaillen und Punkte für gutes Fahren erreichen und so ihre Prämien reduzieren. In den ersten Monaten konnte bei den Fahrern bereits eine deutliche Verbesserung des Fahrverhaltens beobachtet werden. Die Allianz sieht BonusDrive zudem als Mittel, die Interaktionsraten mit ihren Kunden zu steigern. Um das Kundeninteresse zu halten, müssen Telematikangebote aber immer wieder mit neuen Services angereichert werden, die für die Kunden Mehrwerte bieten.

Württembergische: Belohnung für Nicht-Nutzung des Smartphones

Das Angebot der Württembergischen Versicherung ist eine App-only-Lösung, bei der vor allem die Nicht-Nutzung des Smartphones während der Fahrt belohnt wird. Anders als bei vielen anderen Tarifen können die Nutzer hier keine Prämienrückzahlungen erreichen, sondern ihre Schadenfreiheitsklasse senken. Telematik sieht man insgesamt als strategisches Thema, das den Know-how-Aufbau und das Austesten neuer Geschäftsmodelle ermöglicht. Langfristig will man aus den Daten lernen, um noch attraktivere Produkte und Services anbieten zu können.

eCall auch für Versicherungen relevant

Mit der EU-Vorgabe für Rettungsleitstellen und Kfz-Hersteller bis zum Oktober 2017 bzw. April 2018 eCall-fähig zu sein, hat das Thema nun wieder Aktualität gewonnen. Offene Fragen, die sich als nächstes stellen, sind eCall für LKWs, Fernbusse und Motorräder. Hier gibt es noch keine europäischen Vorgaben und die Übertragung des eCalls für PKWs auf andere Verkehrsmittel gestaltet sich schwierig. Für Versicherer interessant sind TPS (Third Party Services)-eCalls, bei denen zum Beispiel der Rufknopf im Fahrzeug nicht an Rettungsleitstellen, sondern Call Center von Kfz-Herstellern oder Versicherungen geleitet wird. Hier ist noch zu klären, wie „echte“ Notfälle von dort an die Notrufnummern weitergeleitet werden. Es gilt daher zeitnah, Standards zu schaffen und zu implementieren.

Fraunhofer-Institut forscht

Die Risikowahrscheinlichkeit für bestimmte Routen kann das Fraunhofer-Institut anhand von Unfalldaten der Bundesländer bestimmen. Solche Daten können momentan noch nicht zur Berechnung von Versicherungstarifen herangezogen werden, doch es wird deutlich, was im Bereich Telematik zukünftig noch möglich sein kann.

Bild: © auremar / fotolia.com

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