Mehr Einfluss auf Insurtech-Unternehmen durch Versicherungen

Veröffentlichung: 12.02.2018, 06:02 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Im Jahr 2017 machten die weltweiten Insurtech-Investitionen durch Versicherer und Rückversicherer 2,3 Milliarden US-Dollar aus. Damit sind sie um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das zeigt das InsurTech Briefing für das vierte Quartal 2017 von Willis Towers Watson und dem Research-Unternehmen CB Insights.

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(Rück-)Versicherer erhöhten im vergangenen Jahr kontinuierlich ihre Aktivitäten im Startup-Sektor – durch direkte Investitionen ebenso wie über ihre Venture Capital-Töchter. Sie finanzieren auf diese Weise ein breites Spektrum an Technologien mit potenziellen Anwendungen für ihr Kerngeschäft.

Kontrolle über technologische Entwicklung

Das InsurTech Briefing zeigt außerdem, dass 65 Prozent aller bisherigen Investitionen, welche (Rück-)Versicherungsunternehmen in Insurtechs getätigt haben, sich auf Effizienzsteigerungen in der Wertschöpfungskette eines Versicherers fokussieren. Ziel der etablierten Versicherer ist es also, ihre Effizienz in den Bereichen Produktlieferung, Underwriting und Schadenbearbeitung sowie in anderen administrativen Funktionen zu optimieren.

cms.rrisq.x Investitionen von Versicherungsunternehmen

Dr. Carsten Hoffmann, Director bei Willis Towers Watson und verantwortlich für Digitalisierungsthemen, sagt:

„Die etablierten Player senden eine klare Botschaft an die Branche: Durch hohe Investitionen wollen sie die Kontrolle über die technologische Entwicklung behalten. 2017 wurde der Nutzen von innovativen Technologien immer deutlicher und die Unternehmen suchen nun zunehmend nach konkreten Anwendungen für ihr Geschäft.“

Disruptive Technologie als Bedrohung

cms.ajhoj.x Der Großteil sieht eine hohe Bedrohung durch disruptive Technologien.

Für eine Innovationserhebung, die im Rahmen des InsurTech Briefings stattfand, gaben fast 600 Teilnehmer an, ob und wie weit ihr Unternehmen auf das umwälzende (disruptive) Potenzial neuer Technologien vorbereitet sei:

75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Unternehmen "mäßig" bis "extrem" von disruptiven Technologien bedroht ist. Dennoch setzen die Unternehmen durchschnittlich 72 Prozent ihrer Innovationsressourcen für den schrittweisen Aufbau innovativer Technologien ein, und nur 28 Prozent für radikal verändernde Technologien. Fast die Hälfte der Befragten bezeichnet die Innovationsphilosophie ihres Unternehmens als "ad-hoc" – was bedeutet, dass ihr Unternehmen weder explizit ein „First Mover“ noch ein „Fast Follower“ ist.

Bilder: (1) © peshkova / fotolia.com (2-3) © Willis Towers Watson

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