6-Punkte Plan für Pro Riester

Die Verabschiedung des Rentenpakets stellt die große Koalition vor große Herausforderungen. Zwar hatte man sich im Spitzengespräch angenähert, ein Durchbruch für das Gesamtpaket war allerdings nicht gelungen. Ende November soll dazu weiterverhandelt werden. Vor allem rund um die Ost-West-Angleichung und den Schutz der Geringverdiener vor Altersarmut wird noch gerungen.

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Währenddessen äußerten sich der GDV und die Initiative Pro Riester mit jeweils eigenen Aspekten zu den Rentenplänen. Die aktuelle Prognos-Studie zieht eine erste positive Bilanz für die Rentenreform der Jahrtausendwende. So konnte der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 gebremst werden und fällt sogar um 6 Prozentpunkte niedriger aus als ohne Reform. Die Beiträge stiegen statt auf 29,7 Prozent (+11,0 Prozentpunkte) nur auf 23,8 Prozent (+5,1 Prozentpunkte). Ohne Reformen läge der Beitragssatz heute um 1,6 Prozentpunkte höher – bei 20,3 Prozent statt aktuell bei 18,7 Prozent.

Ein weiterer Effekt ist das gesunkene Rentenniveau, das heute 3 Prozentpunkte niedriger ist, als es ohne Reformen der Fall gewesen wäre. Im Jahr 2040 soll der Unterschied dann bei 8,3 Prozentpunkte (41,9 statt 50,2 Prozent) liegen. Die Riester-Rente und die betriebliche Altersversorgung sollen diese Lücke schließen helfen, dafür wurden die Konzepte eingeführt. Die Verbreitung der geförderten Altersvorsorge ist mittlerweile zufriedenstellend, wenn auch die Ziele noch nicht in vollem Umfang erreicht sind.

53,7 Prozent der Menschen, die in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, sorgen bereits mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder einer Riester-Rente vor. 20 Prozent besitzen eine Riester-Rente, 22,7 Prozent eine bAV – und 11 Prozent sparen sogar in beiden Anlageformen für das Alter. Von den verbleibenden 46,3 Prozent, die keine Riester-Rente oder bAV besitzen, verfügt rund die Hälfte (22,4 Prozent) noch über anderweitige Vermögen wie Lebens- und Rentenversicherungen, Immobilien oder Wertpapiere.

Reformoptionen für die Riester-Rente

Die Riester-Rente stand von Beginn an unter Beschuss. Das Verfahren sei für den Verbraucher zu kompliziert, das Ansparmodell schließe die Lücke nicht, da die prognostizierten Erträge nicht erwirtschaftet würden. Die Riester-Rente künftig nicht mehr anzubieten war eine der Forderungen. In Anbetracht von rund 16,49 Millionen abgeschlossener Verträge (Stand QII / 2016 Statista) ist dies jedoch keine Option für die Zukunft.

Die Initiative Pro Riester hat jetzt beim Wirtschaftsrat der CDU einige Reformoptionen für die Zukunft der Riester-Rente angeregt und ein Sechs-Punkte-Programm vorgestellt. Damit soll die Attraktivität der Riester-Rente auch in Zukunft gewährleistet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei kleine und mittlere Einkommen und Vorschläge für Rahmenbedingungen in Bezug auf das anhaltende Niedrigzinsumfeld:

Das 6-Punkte Programm im Detail

  1. Individuelle Beitragsgarantie: Künftig je nach Sicherheitsbedürfnis des Kunden individuell gestaltbar – oder Absenkung auf 80 Prozent.
  2. Keine Anrechnung auf die Grundsicherung: Ein genügend hoher Freibetrag soll private Altersvorsorge bei Geringverdienern attraktiv halten.
  3. Indexierung der Zulagen und des maximal geförderten jährlichen Sparbetrags.
  4. Vereinfachung des Zulagenprozesses: Abschaffung der zentralen Zulagenstelle und Abwicklung der Förderung über die Wohnsitz-Finanzämter.
  5. Ausweitung der förderberechtigten Personen auf alle Steuerpflichtigen: Selbstständige hätten damit ebenfalls Anspruch.
  6. Förderung und Regelung von Netto- und Honorartarifen: Gesetzgeber soll verpflichtende Vorgaben machen.

Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische und Mitbegründer der Initiative Pro Riester erkläutert:

„Die Riester-Rente ist eine Erfolgsgeschichte. Damit das so bleibt, sind jedoch einige Stellschrauben neu zu justieren.“

Und Joachim Haid, Geschäftsführer der Softfin und Mitbegründer der Initiative führt weiter aus:

„Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Tarife an das Niedrigzinsumfeld und den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen.“

Bild: © Gajus / fotolia.com

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