Augen auf im Straßenverkehr - vor allem junge

Veröffentlichung: 01.07.2016, 08:07 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

„Young for Young – Junge Menschen informieren Gleichaltrige“: Entstanden ist das Projekt bei der Talanx-Juniorenfirma MAP (MitarbeiterAzubiPoint), die von den Auszubildenden in Hannover eigenständig geführt wird. 2005 erhielt „Young4Young“ den Bildungspreis der deutschen Versicherungswirtschaft „Innoward“. Den Namen „Junge Menschen für Junge Menschen – Young for Young“, trägt das Projekt deshalb, weil junge Menschen Ratschläge und Ermahnungen von Gleichaltrigen besser annehmen als von Erwachsenen.

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Im Projekt selbst gingen die Talanx-Azubis der Frage nach, warum die Kfz-Versicherungsprämien für Fahranfänger deutlich höher sind als bei erfahrenen Fahrern. Als Ursache kristallisierte sich schnell das Fahrverhalten junger Verkehrsteilnehmer heraus. Daher richtet sich das Projekt an 15- bis 25-jährige Rad-, Mofa-, Motorrad- oder Autofahrer, die statistisch eine Hochrisikogruppe darstellen.

Und so sensibilisieren die Talanx-Azubis mit ihrem Projekt primär die gymnasialen Oberstufen, wo die ersten bereits einen Führerschein haben oder die meisten demnächst ihren Führerschein machen werden. Beim Besuch im Oberstufenkurs legt Christina-Sophia Hennecke eine Folie auf. Sie enthält eine Botschaft:

„Alle zehn Stunden stirbt ein Jugendlicher auf Deutschlands Straßen. Das sind täglich zwei.“

Dann überreicht sie zwei Schülern schwarze Holzkreuze und bittet sie aufzustehen.

„Das könntet ihr beiden sein.“

erklärt sie und erntet ein betroffenes Lächeln.

Erschreckende Statistiken – Unfalltod bei Jugendlichen an zweiter Stelle

Zwar sinkt die Zahl der tödlich Verunglückten im Alter von 15 bis 25 Jahren seit 1994 kontinuierlich, aber der Anteil junger Erwachsener an den Unfalltoten und -verletzten bleibt unverändert hoch. 2015 waren von 3.475 tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern auf Deutschlands Straßen 477 Jugendliche, also 14 Prozent. Verkehrsunfälle sind in Deutschland - nach dem Suizid - die häufigste Todesursache im Jugendalter. Auffallend ist der Anteil der Männer unter den Verunglückten dieser Altersgruppen: 65,22 Prozent. Ebenfalls auffallend ist die Verteilung der Unfälle unter Alkoholeinfluss auf die Wochentage - ein deutlicher Pik am Samstag und am Sonntag.

Fazit: Junge Menschen verunglücken vor allem nachts beziehungsweise am frühen Morgen nach Diskobesuchen und Partys auf Landstraßen. Unfallursache ist zumeist ein Fehlverhalten des Fahrers bei überhöhter Geschwindigkeit, oft aufgrund oder zumindest in Kombination mit Alkoholkonsum. Gemeinsam mit den 19 Jungen und sechs Mädchen in der Klasse erarbeiten die beiden Azubis typische jugendspezifische Risiken im Straßenverkehr. Die Liste der „Jugendsünden“ liest sich wie folgt: überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen, riskante Überholmanöver und Ablenkung durch Smartphones basierend auf Leichtsinn, Selbstüberschätzung, Übermut, Angeberei und Aggression.

Erfolgreiches Projekt

2015 haben die Talanx-Azubis aus „Young4Young“ ein Theaterstück erarbeitet, das sie mit großem Erfolg erstmals auf einer Juniorenfirmen-Messe aufgeführt haben. Für Messeauftritte mieten sie zudem einen Fahrsimulator an. Sarah Pischan sagt:

„Damit die Messebesucher selbst erleben können, wie gefährlich das Fahren unter Alkoholeinfluss ist.“

„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren Präventionsworkshops auch bereits Leben retten konnten“, erklärt Hennecke. „Das denke ich auch“, erklärt Torsten Kumm, bei Talanx verantwortlich für den Ausbildungsbereich. „Belegen können wir das zwar nicht, fest steht aber, dass die Jugendlichen das Aufklärungsangebot von ihresgleichen und Gleichaltrigen anders beziehungsweise überhaupt annehmen. Als präventive Maßnahme ist das meiner Ansicht nach ein tolles Projekt unserer Auszubildenden.“

Bild: © Nobilior / fotolia.com

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