LV-Zweitmarkt: Nachfrage größer als Angebot

Veröffentlichung: 29.06.2016, 05:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Entwicklung auf dem deutschen LV-Zweitmarkt zeigte sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr wie-der leicht positiv. Mit einem Ankaufsvolumen deutscher Lebensversicherungspolicen durch BVZL-Mitglieder in Höhe von rund EUR 175 Mio. (Euro 150 Mio. in 2014) konnte im abgelaufen Jahr ein minimaler Zuwachs verzeichnet werden.

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Der Zuwachs entsprach aber laut Ingo Wichelhaus, Vorstand National des Bundesverbandes Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherung e. V. (BVZL), bei weitem nicht den Erwartungen des Verbandes und seiner Mitglieder:

„Unsere Mitglieder hätten gerne mehr Policen angekauft, es gab sie schlichtweg nicht."

Die Nachfrage nach geeigneten Policen auf dem Zweitmarkt übersteigt derzeit ganz klar das Angebot – gut für die „aufgeklärten“ Verbraucher, die die Vorteile des LV-Zweitmarktes kennen und nun von höheren Verkaufserlösen profitieren können, schlecht für Aufkäufer und Investoren, die trotz eines positiven Marktumfeldes sehr viel schwieriger an geeignete Policen kommen.

Diese Tatsache ist vor dem Hintergrund der oftmals unsachlich geführten Diskussionen über die weitere Zukunft und Tragfähigkeit der privaten Altersvorsorge an sich, der Zukunft und eigentlichen Werthaltigkeit des Assets „Lebensversicherung“ im anhaltenden Niedrigzinsumfeld, einer nach wie vor hohen Stornoquote im Bereich der Lebensversicherung (das Stornovolumen deutscher Versicherer dürfte auch in 2015 wieder deutlich über 12 Mrd. Euro liegen) umso erstaunlicher, könnten doch die auf dem deutschen LV-Zweitmarkt tätigen Mitgliedsunternehmen den Verbrauchern mit dem Ankauf ihrer Policen wieder einen echten Mehrwert bieten.

„Policen-Ankaufsbarometer“ verdeutlicht Verkaufschance

Ein Grund mehr für die BVZL-Vorstände sich Gedanken zu machen. Die Botschaften „LV-Zweitmarkt schafft Mehrwert für Verbraucher“ bzw. „LV-Zweitmarkt ist aktiver Verbraucherschutz“ sind leider in der breiten Öffentlichkeit noch nicht so verankert wie gewünscht. Für den BVZL gilt es laut Wichelhaus nun – auch nochmals bestätigt durch die Ergebnisse der letztjährigen Allensbach-Umfrage – die grundsätzlich positive öffentliche Wahrnehmung des Zweitmarktes mit seinen Vorteilen für alle Beteiligten und das aktuell für den Zweitmarkt sprechende Marktumfeld wie-der zunehmend in den Fokus von Verbrauchern, Maklern, Vermittlern, Medien und potentielle Investoren zu bringen.

So können Verbraucher, die ihre Police auf dem Zweitmarkt veräußern möchten, ab sofort mit einem kurzen Blick auf die Website des BVZL und das neue „Policen-Ankaufsbarometer“ schnell und unkompliziert feststellen, wie hoch die Ankaufswahrscheinlichkeit für ihre Police (mit den entsprechenden Mindestkriterien) durch BVZL-Mitglieder derzeit ist. Das Ankaufsbarometer wird dabei quartalsweise an die jeweils aktuellen Marktbedingungen- und Unternehmensentwicklungen angepasst und liegt derzeit bei deutlich über 70 Prozent.

Auch sind die Kaufpreise für Policen im Durchschnitt wieder deutlich gestiegen, so dass kündigungswillige Policen-Besitzer nun wieder verstärkt von den Vorteilen des Zweitmarktes profitieren und einen deutlich gestiegenen Mehrwert im Vergleich zur Stornierung ihrer Police beim Versicherer bei gleichzeitigem Erhalt eines Resttodesfallschutzes generieren können.

Bild: © adam121 / fotolia.com

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