Fintechs für Geldanlage wenig bekannt

Veröffentlichung: 24.05.2016, 05:05 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Während viele Personen in Deutschland als Reaktion auf die niedrigen Zinsen derzeit über den Erwerb einer Immobilie nachdenken, sind alternative Formen der Geldanlage mithilfe sogenannter FinTechs nach wie vor nur wenig bekannt. Lediglich rund jeder fünfte Finanzentscheider und -mitentscheider (21 Prozent) kennt mindestens einen der neuen Anbieter, der alternative Formen der Geldanlage über digitale Kanäle anbietet.

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Im Vergleich zur Befragung im März ist die Bekanntheit der Anbieter damit fast unverändert. Auch der Markteintritt von VisualVest – ein Anlage-Roboter unter dem Dach der Union Investment – hat bis dato hieran wenig geändert. Mit einer gestützten Bekanntheit von 1 Prozent liegt VisualVest dabei auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie Anbieter vergleichbarer Dienstleistungen, etwa Vaamo oder fintego.

Dennoch birgt die Branche der Geldanlage FinTechs weiterhin Potenzial, denn das Interesse unter den Verbrauchern an diesem Thema ist in den vergangenen Monaten noch einmal weiter gestiegen. Dies sind die Ergebnisse der zweiten Befragungswelle des YouGov-FinTech Tracker des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für den rund 1.000 private Finanzentscheider und -mitentscheider vom 02.05.2016 bis 09.05.2016 internetrepräsentativ befragt wurden. Andre Soldwedel, Consultant in der Finanzmarktforschung bei YouGov, erläutert:

„Auffällig ist die recht defensiv wirkende Vermarktung dieses neuen Services, bei der nur bei einer genauen Recherche die Zugehörigkeit zu Union Investment offensichtlich wird. Sollte dies jedoch auch durch die Volksbanken Raiffeisenbanken als zentraler Vertriebspartner deutlich kommuniziert werden, würde dies sicherlich auch der Bekanntheit und der Nutzungsbereitschaft zugutekommen.“

So aber bleibt die Hauptbankverbindung klarer Favorit bei der Geldanlage. Konkrete Anbieter aus dem Universum der FinTechs werden aktuell eher kaum in Erwägung gezogen. Diese im Vergleich zur ersten Erhebung des FinTech Trackers im März 2016 unveränderten Ergebnisse überraschen, da sich das grundsätzliche Stimmungsbild gegenüber neuen Anbietern aus der Nicht-Banken-Branche weiter zum Positiven entwickelt. So macht diese Entwicklung mittlerweile mehr als jeden Zweiten (53 Prozent, +4 Prozentpunkte) neugierig und fast drei Viertel (72 Prozent, +6 Prozentpunkte) glauben, dass Verbraucher von dieser Entwicklung profitieren können. Soldwedel sagt:

„Dass konkrete Anbieter derzeit noch nicht von dieser doch recht positiven Einstellung profitieren können, liegt sicherlich zum großen Teil an der weiterhin geringen Markenbekanntheit. Neben der Etablierung eines scharfen Markenbildes ist es elementar, die grundsätzliche Sicherheit der Einlagen zu betonen, etwa durch die Ausweisung als Sondervermögen oder ein Referenzkonto mit Einlagenschutz.“

Bild: © DDRockstar / fotolia.com

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