Mehr Reisefrust statt Urlaubslust in Europa

Veröffentlichung: 20.05.2016, 12:05 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Die Reisepläne für einen Sommerurlaub sind in diesem Jahr bei vielen Europäern stark rückläufig. Österreich stellt mit einem konstanten Anteil an Urlaubswilligen von 63 Prozent( +1 Prozent) eine Ausnahme dar. Auch jenseits des Atlantiks scheint die Stimmung positiver: Die Amerikaner und Brasilianer planen zu einem deutlich höheren Anteil von 61 bzw. 64 Prozent im Sommer zu verreisen.

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Nur noch eine knappe Mehrheit von 55 Prozent der Deutschen (7 Prozent weniger als im Vorjahr) plant eine Reise in den Sommermonaten. Diesen Abwärtstrend gibt es auch in diesen Ländern:

  • - 11 Prozent in Spanien auf 49 Prozent
  • - 10 Prozent in Belgien auf 47Prozent
  • - 8 Prozent in Italien auf 52 Prozent
  • - 6 Prozent in Frankreich auf 57 Prozent

Urlaubskassen sind gefüllt

Dieses Jahr werden deutsche Urlauber wieder mehr Geld als in den vergangenen Jahren für die Sommerferien ausgeben. Demnach bezahlen die Deutschen durchschnittlich für ihren Sommerurlaub inklusive Fahrt, Unterbringung, Essen und Aktivitäten am Urlaubsort 2.468 Euro (2015: 2.457 Euro) und liegen damit wiederholt über dem europäischen Durchschnitt (2.247 Euro). In Südeuropa hingegen verzichten immer mehr Haushalte aus Kostengründen auf ihren Sommerurlaub: 35 Prozent der Italiener und 26 Prozent der Spanier sehen sich in diesem Jahr nicht in der Lage, ihren Sommerurlaub zu finanzieren. In Frankreich verzichten 20 Prozent, in Belgien 15 Prozent auf ihre Sommerreise. Dagegen müssen lediglich 6 Prozent der Deutschen und Österreicher ihren Sommerurlaub aus Kostengründen absagen. In Übersee planen 25 Prozent der US-Amerikaner, ihre Urlaubsausgaben einzuschränken, wohingegen 40 Prozent der Brasilianer ihren Urlaubsgürtel enger schnallen müssen.

Deutschland bleibt Reiseziel Nummer eins

Die deutschen Urlauber sind am liebsten zu Gast in Europa. Deutschland bleibt dabei mit 29 Prozent (2015: 27 Prozent) weiter das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Besonders beliebt ist das eigene Land als Urlaubsziel auch bei Spaniern (69 Prozent), Italienern (74 Prozent) und US-Bürgern (65 Prozent). Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen im europäischen Ausland bleiben Italien mit 14 Prozent und Spanien mit 11 Prozent.

Die Sorge vor Terroranschlägen am Urlaubsort bleibt

Obwohl die Gefahr von Terroranschlägen bei allen Europäern eins der wichtigsten Auswahlkriterien für das Reiseziel darstellt, variiert das angegebene Ausmaß der Sorge von Land zu Land. Die eigene Sicherheit ist für die Deutschen nach wie vor ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Urlaubsbuchung. Das Risiko terroristischer Anschläge hat einen starken Einfluss auf die Auswahl des Urlaubsortes und spielt für 43 Prozent der Deutschen eine zentrale Rolle bei der Urlaubsplanung. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von 40 Prozent. Einige Länder / Regionen werden in diesem Jahr von deutschen Touristen, aus Sorge vor Terroranschlägen, besonders gemieden. 40 Prozent der Bundesbürger meiden ausdrücklich die Türkei als Reiseziel, gefolgt von Ägypten (17 Prozent) und Frankreich (9 Prozent).

Urlaub mit Familie und Freunden

Im Sommerurlaub wollen 43 Prozent der Deutschen bevorzugt Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Für 42 Prozent der deutschen Sommerurlauber steht die Erholung und Entspannung im Mittelpunkt. Im Vergleich dazu fahren 34 Prozent der Österreicher und 35 Prozent der Spanier in die Ferien, um Zeit mit ihrem sozialen Umfeld zu verbringen. Für knapp ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) besteht der ideale Sommerurlaub aus dem Kennenlernen fremder Kulturen.

Urlaubszeit gleich arbeitsfreie Zeit

Den Deutschen gelingt es im europäischen Vergleich am ehesten, in ihrem Urlaub von der Arbeit abzuschalten: 80 Prozent der Befragten geben an, sich während des Urlaubs komplett aus ihrem beruflichen Umfeld zurückzuziehen. Dieser Anteil liegt in den anderen europäischen Ländern 10 bis 15 Prozentpunkte niedriger:

  • 69 Prozent in Frankreich und Spanien
  • 68 Prozent in Italien
  • 65 Prozent in Österreich
  • 56 Prozent in Belgien

In Übersee sind die Trends in den beiden untersuchten Ländern unterschiedlich: während in Brasilien mit 67 Prozent ein ähnlicher Trend wie im Großteil Europas festzustellen ist, ziehen sich US-Amerikaner während des Urlaubs viel seltener völlig aus ihren beruflichen Verpflichtungen heraus (53 Prozent).

Bei der Nutzung von sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter etc.) lassen sich ähnliche Trends feststellen: Unter den Deutschen bleiben nur 28 Prozent während des Urlaubs mit ihren sozialen Netzwerken verbunden, wohingegen der europäische Durchschnittswert bei 39 Prozent liegt. Diese Nutzungsgewohnheiten der Europäer unterscheiden sich erheblich von denen der Amerikaner und Brasilianer, die zu 60 Prozent bzw. 65 Prozent während ihres Urlaubs weiterhin in ihren sozialen Netzwerken aktiv sind.

Bild: (1) © Johanna Mühlbauer / fotolia.com (2) © Europe Assistance

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