Null-Zins-Entscheidung: der Unsinn geht weiter
Die Entscheidung der europäischen Zentralbank, den Leitzins auf Null Prozent zu senken, hat gravierende Folgen für sämtliche Formen der kapitalgedeckten Vorsorge. Alle Formen der privaten Vorsorge basieren darauf, dass an den Kapitalmärkten Zinsen erwirtschaftet werden können.
Eine Null-Zins-Politik stützt marode Strukturen in Europa und ermöglicht Entschuldungen der Staatshaushalte auf Kosten der Bürger. Jegliche Anreize für ein langfristige Sparen oder Vorsorgen zu fördern werden im ersten Schritt im Keime erstickt. Gefördert wird weiterhin die Konsumfreude. Doch von „Carpe diem“ alleine wird man im Alter nicht leben können.
Es fällt schwer dieses Vorgehen verstehen zu können. Wohin driftet Europa unter der Führung von Herrn Draghi ab? Wann werden wir mit einem Negativzins konfrontiert? Welches Dilemma entwickelt sich daraus für die Wirtschaft, das Investitionsverhalten und am Ende der Kette für den „kleinen Mann“, der ja an sich motiviert werden soll in private Vorsorge zu investieren. Kann die politische Führungsriege in Berlin dieses Vorgehen wirklich verantworten wollen? Ist sie nicht auch gefordert, die Gelder der gesetzlichen Rentenversicherung so gut zu verwalten, dass sie Erträge erwirtschaften kann, um ihren Verpflichtungen nachzukommen?
Ist Europa durch die Flüchtlingswelle derart überfordert, dass die weitreichenden Auswirkungen der Draghi-Taktik nicht mehr die Brisanz haben, die sie an sich bräuchten? Quo Vadis Sparstrumpf und Versicherungsvertrag? Im ungünstigsten Fall nur unter das Kopfkissen, doch dieses erwirtschaftet auch keine Erträge.
Bild: © Coloures-pic / fotolia.com
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