EIOPA-Stresstest: Milliardenlöcher bei Betriebsrenten

Veröffentlichung: 28.01.2016, 08:01 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet auch die betriebliche Altersversorgung. Das geht aus einer Untersuchung der EU-Finanzaufsicht Eiopa hervor. Dabei kamen 204 Pensionskassen und Pensionsfonds in 17 EU-Ländern auf den Prüfstand. Ergebnis: Schon zu Beginn der Untersuchungen Ende 2014 lagen die Verpflichtungen um 428 Milliarden Euro über den Vermögen der betroffenen Institute.

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Bei einem Stress-Szenario, einer negativen Entwicklung an den Kapitalmärkten könnte sich diese Lücke nach Angaben von EIOPA fast verdoppeln und auf 773 Milliarden Euro anwachsen, so der erste europaweite Stresstest.

Die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) hat an dem Stresstest mitgearbeitet. Die Ergebnisse des EIOPA-Stresstests bestätigten, dass eine andauernde Niedrigzinsphase für den deutschen EbAV-Sektor eine große Herausforderung bleiben würde, so die BaFin in einer Mitteilung. Dies gelte erst recht für die Szenarien der negativen Entwicklung der Kapitalmärkte und der steigenden Lebenserwartung der Leistungsbezieher, die im Stresstest simuliert wurden. Es sei davon auszugehen, dass es in diesen Fällen zusätzlicher Zahlungen der Arbeitgeber bedürfte, um die Leistungen zu erbringen, die sie oder die EbAV den Versorgungsberechtigten versprochen haben.

„Es ist davon auszugehen, dass die Anpassungsmaßnahmen der Unternehmen - gegebenenfalls verbunden mit zusätzlichen Zahlungen der Arbeitgeber - in aller Regel sicherstellen werden, dass die den Versorgungsberechtigten versprochenen Leistungen erfüllt werden können“, resümierte Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor der Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht.

Pensionskassen hätten aber in den vergangenen Jahren in Reaktion auf die niedrigen Zinsen bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Insbesondere hätten sie ihre Deckungsrückstellungen verstärkt. Der Anpassungsprozess, den die BaFin eng begleitet, ist in den nächsten Jahren fortzusetzen.

Bild: © kovak / fotolia.com

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