GDV: BU-Leistungsquote bei 77 Prozent

Veröffentlichung: 07.01.2016, 11:01 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Bei Berufsunfähigkeit erhalten die meisten Versicherten schnell ihre Leistungen. Nur bei knapp sechs Prozent der Leistungsanträge holen die Versicherungsunternehmen Gutachten ein – die zudem überwiegend zu Gunsten der Versicherten ausgehen. Das zeigt eine erstmals erhobene Branchenstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

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Der Statistik zufolge erkannten die Unternehmen im Jahr 2014 gut 40.200 Anträge ihrer Kunden auf Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die Leistungsquote – also das Verhältnis von anerkannten zu eingereichten Leistungsanträgen – lag bei annähernd 77 Prozent. Zwischen vollständigem Leistungsantrag und der Leistungsentscheidung vergingen im Mittel knapp 13 Kalendertage.

„Die Unternehmen leisten – schnell und unkompliziert. Gutachten spielen nur eine Nebenrolle. Zudem bekommt so gut wie jeder, der sich gegen Berufsunfähigkeit absichern möchte, auch ein Angebot von einer Versicherung“, sagt Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung und Experte für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Mehrzahl der Gutachten zu Gunsten der Versicherten

Nur bei knapp sechs Prozent aller Leistungsanträge beauftragten die Versicherer ein Gutachten. Rund 60 Prozent dieser Gutachten stellten eine Berufsunfähigkeit fest und führten damit zu einem Ergebnis zu Gunsten der Versicherten.

Zudem belegt die Statistik, dass nur sehr wenige Verbraucher kein Versicherungsangebot bekommen, wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern möchten. Bei knapp 823.000 Anträgen auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gab es 2014 in fast 776.000 Fällen auch ein Versicherungsangebot. Das entspricht einer Annahmequote von über 94 Prozent.

Die Statistik zu Versicherungs- und Leistungsanträgen stützt sich auf die Angaben von Unternehmen, die zusammen rund 84 Prozent des Marktes in der Berufsunfähigkeitsversicherung abdecken. Die Angaben zu Gutachtenquoten beziehen sich auf Unternehmen mit einem Marktanteil von zusammen rund 60 Prozent.

Kritik an der Statistik übt der BU-Spezialist Matthias Helberg in seinem Blog. Er moniert, dass unerwähnt bleibe, dass insgesamt immerhin 12.000 Fälle 2014 nicht anerkannt wurden - und die Gründe für die Leistungsablehnung nicht ausgewertet würden. Ausserdem fehle in der Statisik die Anzahl derer, die von vornherein ohne Chance auf eine BU bleiben oder sich eine solche Versicherung schlichtweg nicht leisten könnten. Auch dieser Personenkreis gehöre ins Gesamtbild.

Bild: © Aycatcher / fotolia.com

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