„Riskantes geldpolitisches Experiment“
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) kritisiert die aktuelle Entscheidung der EZB zum Anleihekaufprogramm. Die Europäische Zentralbank setze ihr riskantes geldpolitisches Experiment fort, ohne Rücksicht auf gefährliche Konsequenzen, kommentiert GDV-Präsident Alexander Erdland.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte gestern entschieden, den Leitzins auf 0,05 Prozent zu belassen und den Einlagezins auf -0,3 Prozent zu senken. Das Anleihekaufprogramm soll nun nicht mehr im September 2016 enden, sondern bis Ende März 2017 laufen.
Eine Entscheidung, die GDV-Präsident Erdland kritisch sieht. „Seit Beginn ihres Ankaufprogramms im Frühjahr hat die EZB fast 540 Milliarden Euro am Anleihemarkt ausgegeben. Gleichwohl ist der erhoffte Preisanstieg ausgeblieben“, so Erdland. „Auch die jetzt verkündete Ausweitung des Programms in Kombination mit einer erneuten Senkung des Einlagezinses wird dies nicht nachhaltig ändern. Steigen werden vor allem die Preise am Aktien- und Immobilienmarkt – zu Lasten der Ersparnisse von Gering- und Durchschnittsverdienern.“
Kritik kam nach Medienberichten auch Ifo-Präsident Sinn. Er rügte die EZB-Krisenpolitik demnach als „übertrieben“.
Im Vorfeld war eine deutliche Ausweitung des Anleihekaufprogramms erwartet worden. An den Finanzmärkten hatte man mit einer Aufstockung des Volumens gerechnet. Dass das Programm jetzt lediglich verlängert wurde, sorgte an den Märkten für Enttäuschung. Der Dax drehte ins Minus und ruschte zeitweise um mehr als drei Prozent ab.
Bild: © Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
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