Unternehmenskredite: Richtlinien weiter gelockert

Veröffentlichung: 23.07.2015, 08:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

In der Umfrage zum Kreditgeschäft im Euro-Währungsgebiet vom Juli 2015 meldeten die Banken im Euroraum unter dem Strich eine Lockerung ihrer Richtlinien für Unternehmenskredite im zweiten Quartal 2015 (Nettosaldo von -3 Prozent nach -10 Prozent im ersten Jahresviertel). Damit fiel die Lockerung stärker aus als in der vorangegangenen Umfrage erwartet.

(PDF)
361488_pixabay361488_pixabay

Triebfeder dieser Entwicklung war vor allem der Wettbewerbsdruck. Auch bei den Richtlinien für Wohnungsbaukredite an private Haushalte wurde im Ergebnis eine Lockerung gemeldet (-9 Prozent nach 2 Prozent im ersten Quartal), obwohl die Banken in der vorherigen Umfrage noch von einer Verschärfung ausgegangen waren. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war auch hier die Wettbewerbssituation.

Die Bedingungen für die Neukreditvergabe wurden abermals über alle Kategorien hinweg gelockert. Dies geschah in erster Linie über eine weitere Verringerung der Margen für durchschnittliche Kredite. Wie bei den Kreditrichtlinien trug insbesondere der Wettbewerb zu dieser Lockerung bei.

Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten erhöhte sich per saldo deutlich. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vor allem das allgemeine Zinsniveau, aber auch die Anlageinvestitionen spielten hierbei eine Rolle. Die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten zog unter dem Strich ebenfalls weiter spürbar an, wofür insbesondere das niedrige Zinsniveau und die Aussichten am Wohnimmobilienmarkt verantwortlich waren

Was die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken im Euroraum betrifft, so hat sich ihre Refinanzierung über Kundeneinlagen und Schuldverschreibungen verschlechtert, ihr Zugang zum Geldmarkt und zu Verbriefungsgeschäften hingegen verbessert.

Mit Blick auf die voraussichtlichen Auswirkungen der laufenden regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Änderungen meldeten die Banken des Eurogebiets für das erste Halbjahr 2015 eine weitere Stärkung ihrer Eigenkapitalposition und eine Zunahme ihrer risikogewichteten Aktiva infolge eines Anstiegs der durchschnittlichen Kredite.

Hinsichtlich der vom Eurosystem durchgeführten gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (GLRGs) gaben die Banken an, dass ihre Beteiligung nach wie vor in erster Linie ertragsmotiviert sei und dass sich die GLRGs weiterhin hauptsächlich in Form einer Veränderung der Kreditbedingungen und weniger in Form einer Veränderung der Richtlinien auf ihr Kreditangebot auswirkten.

Die viermal im Jahr durchgeführte Umfrage zum Kreditgeschäft wurde vom Eurosystem entwickelt, um einen besseren Einblick in das Kreditvergabeverhalten der Banken im Euroraum zu gewinnen. Die Ergebnisse der Umfrage vom Juli 2015 beziehen sich auf Veränderungen im zweiten Quartal 2015 sowie auf Veränderungen, die für das dritte Jahresviertel erwartet werden. Die aktuelle Erhebung wurde vom 9. bis zum 24. Juni 2015 durchgeführt. An der Umfrage nahmen 142 Banken teil. Die Rücklaufquote betrug 100 Prozent.

Bild: © DasWortgewand / pixabay.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen, so eine Verivox-Erhebung.Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen, so eine Verivox-Erhebung.geralt / pixabay
Finanzen

Inflation frisst Sparzinsen auf – Festgeld-Realzins wieder negativ

Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen. Laut einer aktuellen Verivox-Auswertung liegt der Realzins erstmals seit einem Jahr wieder im negativen Bereich. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich gegen den schleichenden Wertverlust zu schützen.
Interest Rate Decrease ConceptInterest Rate Decrease ConceptAndrey Popov – stock.adobe.com
Finanzen

WeltSparen-Analyse: Festgeldwachstum lässt nach

Die Festgeldvolumen in Deutschland nahmen in den letzten Monaten zu. Doch das Rekordwachstum ist vorbei. Laut der Europäischen Zentralbank flossen hierzulande im März und April jeweils nur noch rund 15 Mrd. Euro in Festgelder. So niedrig war der Wert zuletzt im November 2022.
Red arrow pointing down. Investment, stock decline, depressed ecRed arrow pointing down. Investment, stock decline, depressed ecWorawut – stock.adobe.com
Finanzen

Niedrigster Stand seit Juni 2023: Kreditzinsen fallen unter 7 Prozent

Die Zinswende erreicht den Ratenkreditmarkt. Im Februar sind die mittleren Zinsen der über Verivox abgeschlossenen Ratenkredite auf 6,99 Prozent gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2023.
Business and innovation concept . Mixed mediaBusiness and innovation concept . Mixed mediaSergey Nivens – stock.adobe.com
Finanzen

Gründe für digitalen Euro überzeugen noch nicht

Auch wenn in einzelnen Ländern der Bargeld-Umlauf bisher schon deutlich abgenommen hat, funktioniert das bestehende Zahlungssystem im Euroraum derzeit einwandfrei. Die Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes brächte daher noch keinen nennenswerten Mehrwert.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht