Nürnberger: Restrukturierung und Einmaleffekte zeigen Wirkung

Veröffentlichung: 05.09.2025, 10:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Nürnberger Beteiligung-AG meldet für das erste Halbjahr 2025 ein kräftiges Comeback: Während der Umsatz leicht rückläufig war, stieg das Konzernergebnis auf knapp 48 Millionen Euro. Welche Faktoren den Turnaround ermöglichten – und warum CEO Harald Rosenberger dennoch zur Vorsicht mahnt.

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Die Nürnberger Beteiligung-AG hat im ersten Halbjahr 2025 ein deutlich verbessertes Konzernergebnis erzielt. Während die Umsatzerlöse leicht auf 2,239 Milliarden Euro zurückgingen (Vorjahr: 2,293 Milliarden Euro), drehte das Ergebnis von –22,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 47,7 Millionen Euro ins Plus.

CEO Harald Rosenberger betonte: „Die Halbjahresergebnisse belegen, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen und wir Fortschritte machen. Dennoch liegt noch ein Weg vor uns, um nachhaltig und dauerhaft in die angestrebte Gewinnzone zurückzukehren.“ Der Vorstand hält an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest und rechnet mit einem Konzernergebnis von rund 40 Millionen Euro. Hintergrund sind Unsicherheiten in der Schadenentwicklung sowie eine erwartete Ergebnisbelastung durch die Neubewertung latenter Steuern infolge einer Gesetzesänderung zum 1. Juli 2025. Mittelfristig strebt die Nürnberger einen Jahresgewinn von 80 bis 100 Millionen Euro an.

Schadensparte mit deutlicher Verbesserung

Besonders stark zeigte sich die Entwicklung im Schaden- und Unfallgeschäft: Das versicherungstechnische Ergebnis kletterte von –53,3 auf 0,3 Millionen Euro. Zwar gingen die gebuchten Bruttobeiträge durch Bestandsbereinigungen und den Rückzug aus verlustreichen Segmenten um 11,2 Prozent auf 572,1 Millionen Euro zurück, gleichzeitig reduzierten sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle deutlich von 325,7 auf 206,2 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 90,8 Prozent (Vorjahr: 110,1 Prozent). Das Segmentergebnis sprang auf 10,8 Millionen Euro (Vorjahr: –63,8 Millionen Euro).

Leben und Kranken stabil

In der Lebensversicherung blieb der Vertragsbestand nahezu konstant bei 2,4 Millionen Policen. Fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen sowie Berufsunfähigkeitspolicen waren besonders gefragt. Die Krankenversicherung verzeichnete ein Wachstum um 4,9 Prozent auf knapp 428.000 Verträge. Während die gebuchten Bruttobeiträge im Segment Leben leicht auf 1,128 Milliarden Euro zurückgingen, stieg das Gesamtergebnis dort auf 228,9 Millionen Euro.

Kosten gesenkt, Kapitalerträge gestärkt

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb reduzierten sich um gut 21 Prozent auf 291 Millionen Euro. Ein Treiber war das Effizienzprogramm #FitfürdieZukunft, mit dem bereits mehr als 70 Millionen Euro Einsparungen fixiert wurden. Die Zahl der Mitarbeitenden sank auf 3.892 (Vorjahr: 4.259). Parallel dazu steigerten sich die Kapitalerträge auf 390 Millionen Euro, wozu auch der Verkauf von Beteiligungen beitrug.

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