Online-Abschluss bei Versicherungen bleibt produktabhängig

Veröffentlichung: 04.08.2025, 14:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der Online-Abschluss von Versicherungen wird zwar häufiger genutzt, doch nicht bei jedem Produkt. Besonders bei komplexen Policen bleibt die Vor-Ort-Beratung gefragt – trotz Videocalls und Live-Chats, zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage. Was Versicherer daraus lernen können.

(PDF)
Digitale Abschlussstrecken haben Potenzial – doch nur, wenn sie mit niedrigschwelliger, persönlicher Beratung kombiniert werden.Digitale Abschlussstrecken haben Potenzial – doch nur, wenn sie mit niedrigschwelliger, persönlicher Beratung kombiniert werden.DALL-E

Ob Reiserücktritt, Fahrrad oder Altersvorsorge – die Bereitschaft der Deutschen, Versicherungen online abzuschließen, hängt stark vom jeweiligen Produkt ab. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor. Befragt wurden 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland zu ihren Abschlusspräferenzen bei verschiedenen Versicherungsarten.

Demnach ist die Offenheit für den digitalen Abschluss besonders bei unkomplizierten Produkten hoch: 36 Prozent würden eine Reiserücktrittsversicherung online mit Beratung abschließen, weitere 32 Prozent sogar ohne Beratung. Ähnlich hoch sind die Werte bei Tierversicherungen (41 % mit, 26 % ohne Beratung) und Geräteversicherungen (36 % mit, 28 % ohne).

Lukas Spohr, Bitkom-Experte für Digital Insurance und InsurTech, erklärt: „Je unkomplizierter ein Versicherungsprodukt ist, desto eher wird es online abgeschlossen. Speziell Geräte- und Reiserücktrittversicherungen werden zunehmend direkt im Rahmen des jeweiligen Online-Kaufs angeboten.“ Für Versicherer sei es deshalb essenziell, Online-Abschlüsse vertrauenswürdig und nutzerfreundlich zu gestalten – inklusive transparenter Informationen und menschlicher Beratung per Live-Chat oder Video.

Bei komplexeren Produkten hingegen überwiegt weiterhin der Wunsch nach persönlicher Beratung vor Ort. So würden nur 15 Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung online mit Beratung abschließen, 8 Prozent ohne. Auch bei privater Altersvorsorge liegt der Anteil mit 26 Prozent (mit Beratung) und 8 Prozent (ohne Beratung) deutlich niedriger.

„Vertrauen ist bei Versicherungsprodukten ein entscheidendes Kriterium“, betont Spohr. „Auch weil sie sich zusätzliche Sicherheit davon versprechen, suchen viele Kundinnen und Kunden daher gerade bei komplexen Produkten weiterhin den persönlichen Kontakt vor Ort. Eine kompetente menschliche Beratung ist heute aber auch online möglich.“

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss: Digitale Abschlussstrecken haben Potenzial – doch nur, wenn sie mit niedrigschwelliger, persönlicher Beratung kombiniert werden.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Viele Deutsche würden gerne Künstliche Intelligenz nutzen, um Versicherungsanträge schneller und einfacher zu erledigen.Viele Deutsche würden gerne Künstliche Intelligenz nutzen, um Versicherungsanträge schneller und einfacher zu erledigen.DALL-E
Digitalisierung

Versicherungs-KI mit Potenzial – aber auch mit Vorbehalten

Viele Deutsche würden gerne Künstliche Intelligenz nutzen, um Versicherungsanträge schneller und einfacher zu erledigen. Auch bei der Vertragsanalyse zeigen sich viele aufgeschlossen. Doch sobald es um Gesundheitsdaten oder Schadensbewertungen geht, kippt die Stimmung.
Martin Stenger, Director Sales, Business Development Insurance & Retirement Solutions bei Franklin TempletonMartin Stenger, Director Sales, Business Development Insurance & Retirement Solutions bei Franklin TempletonFranklin Templeton
Unternehmen

Digitale Fondspolicenberatung: Franklin Templeton und Smart Asset Management kooperieren

Der globale Vermögensverwalter Franklin Templeton und die Hamburger Smart Asset Management Service GmbH (sam) bündeln ihre Kräfte, um die digitale Service-Plattform „PerformanceFactory“ weiterzuentwickeln. Ziel der Kooperation ist es, die Beratung zu fondsgebundenen Versicherungspolicen (Fondspolicen) in Deutschland und Österreich auf ein neues digitales Niveau zu heben.
Selbständige sehen sich zwar oft als eigenverantwortlich Vorsorgende – doch Unsicherheit und Zweifel bleiben.Selbständige sehen sich zwar oft als eigenverantwortlich Vorsorgende – doch Unsicherheit und Zweifel bleiben.DALL-E
Fürs Alter

Selbstständige zweifeln an Altersvorsorge – Vielfalt der Modelle entscheidend

Nur knapp die Hälfte der Selbständigen glaubt, im Alter ausreichend abgesichert zu sein. Eine neue ifo-Studie zeigt: Je vielfältiger die Altersvorsorge aufgestellt ist, desto größer ist das Vertrauen in die eigene Absicherung. Doch viele bleiben unsicher – trotz breiter Vorsorgestrategien.
Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Schüler? InterRisk zeigt, wie frühes Einsteigen dauerhaft günstige Beiträge sichert.Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Schüler? InterRisk zeigt, wie frühes Einsteigen dauerhaft günstige Beiträge sichert.Deutrik
Marketing & Vertrieb

Die Schüler-BU der InterRisk: Sicherheit fürs ganze Berufsleben

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Schüler? InterRisk zeigt, wie frühes Einsteigen dauerhaft günstige Beiträge sichert – mit lebenslangem Schutz, flexiblen Nachversicherungsgarantien und klaren Kriterien zur Leistungsprüfung. Der Text erschien zuerst im expertenReport 05/25.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht