Reiseversicherungen im Check: Worauf Verbraucher achten sollten
Die Urlaubszeit steht vor der Tür – doch wer sich entspannt auf Reisen begeben will, sollte sich vorab mit dem passenden Versicherungsschutz auseinandersetzen. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) warnt davor, dass nicht alle Reiseversicherungen sinnvoll sind oder den erwarteten Schutz bieten. Besonders die Auslandsreisekrankenversicherung (ARKV) kann im Ernstfall finanzielle Belastungen abfedern, während andere Policen oft Lücken aufweisen.
Auslandsreisekrankenversicherung: Ein Muss für jede Reise
Die ARKV übernimmt Kosten für medizinische Behandlungen im Ausland und kann im Notfall auch den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland absichern. BdV-Vorständin Bianca Boss betont, dass gerade der Rücktransport eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen kann. Verbraucher sollten darauf achten, dass die Versicherung nicht nur bei medizinischer Notwendigkeit, sondern auch dann zahlt, wenn ein Transport medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.
Wichtige Punkte beim Abschluss einer ARKV:
✔ Rücktransport sollte auch bei langwieriger stationärer Behandlung abgesichert sein
✔ Verschlechterung bestehender Vorerkrankungen sollte mitversichert sein
✔ Versicherungsschutz sollte unabhängig von der Zahlungsart der Reise gelten
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Reisekrankenversicherung über eine Kreditkarte abgeschlossen wird. Diese bietet laut BdV häufig eingeschränkte Leistungen, etwa keine Übernahme von Such-, Rettungs- oder Bergungskosten oder niedrigere Versicherungssummen. Zudem kann der Schutz daran geknüpft sein, dass die Reise mit der Kreditkarte bezahlt wurde.
Reiserücktritt und Reisegepäckversicherung: Oft unklare Bedingungen
Nicht jede Reiseversicherung lohnt sich. Der BdV sieht besonders Reiserücktritt- und Reisegepäckversicherungen kritisch. „Oft ist nicht nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen tatsächlich Leistungen erbracht werden“, erklärt Boss.
Häufige Probleme:
❌ Unklare Definitionen – Viele Versicherungen zahlen nur bei einer „unerwartet schweren Erkrankung“, ohne dies klar zu definieren
❌ Hohe Hürden bei Gepäckdiebstahl – Versicherungen können Leistungen kürzen, wenn grobe Fahrlässigkeit unterstellt wird
❌ Wertvolle Gegenstände oft unzureichend abgesichert – Elektronik, Schmuck oder Sportgeräte sind meist ausgeschlossen
Versicherungspakete: Nicht immer die beste Wahl
Viele Anbieter verkaufen Reiseversicherungspakete, die verschiedene Policen bündeln. Der BdV rät jedoch davon ab. Stattdessen empfiehlt es sich, einzelne Versicherungen gezielt abzuschließen:
✔ Auslandsreisekrankenversicherung – Separate Verträge bieten in der Regel besseren Schutz
✔ Private Haftpflichtversicherung – Sollte weltweiten Schutz umfassen
✔ Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Deckt langfristige Risiken ab
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