Mit fünf Tipps zur vielversprechenden Steuererklärung

Haftnotiz mit "Steuererklärung" auf Terminkalender
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In den Kalendern vieler Deutscher ist dieses Jahr der 02. September bereits rot markiert, denn dann wird sie wieder einmal fällig: die Steuererklärung. Benjamin Bhatti, Geschäftsführer der bhatti.pro Steuerberatungsgesellschaft mbH, gibt fünf Tipps für eine satte Rückerstattung.

Benjamin Bhatti
Benjamin Bhatti, Geschäftsführer, bhatti.pro Steuerberatungsgesellschaft mbH © bhatti.pro Steuerberatungsgesellschaft mbH

„Und jährlich grüßt das Murmeltier. Die Steuererklärung erweist sich für die meisten als ungeliebte Pflicht. Vielen erscheint diese Ansammlung von Zahlen und Daten als zu kompliziert oder schlicht undurchsichtig. Dies führt dazu, dass, laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2022, über 11 Millionen Berufstätige erst gar keine Steuererklärung eingereicht haben.[1] Dabei lässt sich jeder dieser steuerpflichtigen bares Geld entgehen, liegt die durchschnittliche Rückerstattung doch bei erheblichen 1.095 Euro.[2] Mit der richtigen Herangehensweise und ein paar kleinen Kniffen kann der näher rückende Stichtag vom Fluch zum Segen werden.

Tipp 1: Frühzeitig beginnen und Unterlagen sammeln

Planung ist die halbe Steuererklärung. Wie so oft im Leben liegt auch hier der Schlüssel in der rechtzeitigen und sorgfältigen Vorbereitung. Wer frühzeitig beginnt, alle relevanten Unterlagen schon im Laufe des Jahres zu sammeln, erspart sich das hektische Zusammensuchen Ende Juli. Folgende Papiere sollte jede Bürgerin und jeder Bürger bereithalten:

  • Lohnabrechnungen und Gehaltszettel als Nachweis für das Einkommen und die bereits gezahlten Steuern
  • Belege für Sonderausgaben, beispielsweise Spendenquittungen, Rechnungen für medizinische Ausgaben oder Unterhaltszahlungen
  • Werbungskostenbelege wie Nachweise für Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten
  • Versicherungsnachweise, zu denen Bescheinigungen für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gehören
  • Zinsen, Dividenden oder andere Kapitalerträge

Tipp 2: Sorgfalt und Genauigkeit walten lassen

Wer bei einer Steuererklärung – egal ob versehentlich oder mit Vorsatz – Angaben falsch
macht oder weglässt, ist gesetzlich verpflichtet, diese richtigzustellen. Deshalb sollten
Steuerpflichtige ein besonderes Augenmerk auf die Korrektheit und Vollständigkeit der
Auskünfte legen. Fehler oder fehlende Informationen können ansonsten zu Rückfragen vom
Finanzamt führen und den Prozess verzögern. Mit einer sorgfältigen Prüfung aller Eingaben
und dem Anhang der relevanten Belege steht einer fehlerfreien Steuererklärung nichts im Weg
und es lässt sich Zeit und Aufwand einsparen.

Tipp 3: Homeoffice (k)ein Sonderfall

Mit dem Laptop in der Küche arbeiten oder mal eben Mails von der Couch beantworten – vor
einigen Jahren war dies für die Mehrheit noch unvorstellbar. Doch nun ist Homeoffice längst
keine Seltenheit und deshalb auch kein Sonderfall in der Steuererklärung mehr. Tage, an
denen eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer ausschließlich von zu Hause aus arbeitet,
lassen sich in der Steuererklärung mit der Homeoffice-Pauschale geltend machen. Ganze
sechs Euro werden pro Tag angerechnet. Insgesamt lassen sich so 210 Tage und damit bis
zu 1.260 Euro im Jahr steuerlich absetzen, und das ganz ohne einen Nachweis durch Belege.

Tipp 4: Fristen einhalten

Zeit bleibt ein entscheidender Faktor und macht die fristgerechte Abgabe der Steuererklärung
entscheidend, um Verzugszinsen oder Strafen zu vermeiden. Dieses Jahr endet die Frist für
die Einreichung der Steuererklärung des vergangenen Jahres beim Finanzamt am 02.
September 2024. Für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung selbst erstellen, gelten ab dem
Veranlagungszeitraum 2024 dann jedoch wieder die normalen Abgabefristen. Die
Steuererklärung für 2024 muss also spätestens am 31. Juli 2025 beim Finanzamt abgegeben
werden. Und aufgepasst: Eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2019 macht es deutlich
schwieriger, Fristverlängerungen zu beantragen. Dies geschieht nur noch in Ausnahmefällen,
nämlich wenn Steuerpflichtige ohne eigenes Verschulden die Abgabe versäumen.
Beauftragen diese einen Steuerberater, verlängert sich die Frist in der Regel bis Ende Februar
des nächsten Jahres.

Tipp 5: Programm oder Beratung?

Um Prozesse zu vereinfachen, nutzen heutzutage viele Menschen Steuerprogramme und
Online-Portale, die bei der Erstellung der Steuererklärung helfen und möglicherweise
fehlendes Know-how ersetzen sollen. Diese Tools bieten eine intuitive Benutzeroberfläche und führen Schritt für Schritt durch die einzelnen Punkte. Mit der vereinfachten Bedienung kommt aber auch die Tücke, dass etwaige Eingabefehler dem Einreichenden zur Last gelegt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, fährt immer noch am besten mit erfahrenen Steuerberatern, die Fallstricke sowie Kniffe kennen und Steuererklärungen fristgerecht sowie optimiert einreichen, um die größtmögliche Rückerstattung herauszuholen.“

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Lohnsteuer-Einkommensteuer/im-fokus-steuererklaerung.html
[2] ebd.