3 Erfolgsgeheimnisse für ein eigenes Fachbuch

Viele Experten erzielen eine beachtliche Marketingwirkung in eigener Sache durch ihre Fachbücher. Wer ebenfalls von einer solchen Publikation profitieren möchte, sollte drei zentrale Punkte beachten: Es braucht die passende Strategie, die richtigen Partner und die Erfolgskriterien müssen stimmen.

Egal um welches Metier es geht, fast jeder Experte denkt früher oder später über eine Buchveröffentlichung zu seinen Themen nach. Ein solches Werk kann das eigene Know-how wirkungsvoll präsentieren und die Reputation in einem häufig wettbewerbsintensiven Umfeld steigt spürbar. Und derartige Unterstützung ist selten verkehrt. Denn wer dauerhaft erfolgreich sein will, muss seinen guten Ruf als Experte pflegen und ausbauen.

Erfahrene Autoren mit diversen Veröffentlichungen wissen jedoch, dass vor der Publikation immer wieder ähnliche Hürden auftauchen. Diese lassen sich leichter überspringen, wenn Rahmenbedingungen und Ziele von vorneherein klar sind.

1. Machen Sie nicht alles alleine

Viele Experten nehmen ihr erstes Buch voller Elan in Angriff – und verdrängen das Thema dann nach einiger Zeit. Kein Wunder, denn was im Kopf oder für das eigene Seminar klar und gut strukturiert ist, lässt sich viel weniger leicht in Textform bringen als gedacht. Und dann kommen Fragen à la welche Inhalte sich überhaupt für ein Buch eignen oder wie deren zielgruppengerechte Aufbereitung aussehen muss. Schnell verfehlen die Texte die eigenen Erwartungen oder aus Zeitmangel verschiebt sich die Weiterarbeit immer mehr.

Derartige Hürden sind normal, denn Schreiben erfordert Planung und Übung. Warum also selbst schreiben? Wer diese Zeit stattdessen zum Geldverdienen nutzt, verdient viel mehr, als professionelle Unterstützung kostet. In vielen anderen Bereichen steht Selbermachen gar nicht zur Debatte. Fragen Sie sich einfach: Würden Sie Ihr Badezimmer selbst fliesen? Auch das Schreiben ist ein Handwerk und wer zum Beispiel einen Ghostwriter einbezieht, erzielt die besseren Resultate und verdient unterm Strich mehr Geld. Zudem kann er aufs Gas drücken, ein erfahrener Autor im Hauptberuf liefert schneller als der Experte nebenbei.

2. Gehen Sie strategisch vor

Ist das Werk erst einmal fertig – die inhaltliche und formale Qualität vorausgesetzt – klappt die Veröffentlichung in der Regel problemlos. Viele Programmleiter der renommierten Fachbuchverlage schätzen hochkarätigen Input und wer lieber unabhängig bleiben will oder bereits viele Abnehmer in Petto hat, findet über das Self-Publishing eine geeignete Variante mit größeren Margen.

Das Erscheinen ist jedoch nur die halbe Miete. Von einem Buch dauerhaft profitieren werden Sie nur dann, wenn Sie strategisch planen. Der wichtigste Punkt betrifft die Frage, was die Publikation leisten muss. Soll sie lediglich den Expertenstatus untermauern und die Glaubwürdigkeit stärken? Oder geht es ganz konkret um das Eigenmarketing, wollen Sie letztlich mehr Kunden gewinnen und den Umsatz steigern? Zu diesen Bereichen sollten Sie klare Vorstellungen entwickeln. Neben Fragen nach der Zielrichtung sollten Sie sich zudem über die avisierte Leserschaft und Ihr eigenes Selbstverständnis als Autor Gedanken machen. Schließlich sollen Sie sich im Buch wiederfinden und dauerhaft Nutzen daraus ziehen.

3. Profitieren Sie über Bande

Wie sich dieser Nutzen beziffert, sollten Sie ebenfalls vorab kalkulieren. Zunächst einmal erlauben Verkaufszahlen kaum Rückschlüsse auf den „Erfolg“ eines Buches. Von den Tantiemen wird kaum ein Fachbuchautor reich. Stattdessen ergibt sich der Profit vor allem über Bande. Wer zum Beispiel Seminare oder Key-Notes anbietet und mit Hilfe eines Buches Zusatztermine füllen kann, erzielt in der Regel bereits ein deutliches Plus mit seinem Werk.

Noch überzeugender sieht die Bilanz bei Experten aus, die damit langfristige Mandate gewinnen. Hier können also ganz erhebliche Einnahmen entstehen, ohne größere Verkaufszahlen zu generieren. Und diese Erwartungen lassen sich durchaus erfüllen, seit einigen Jahren ist die Marketingwirkung eigener Fachbücher sogar wissenschaftlich erforscht. Eine empirische Studie im Coachingbereich[1] kommt zum Ergebnis, dass sich die Zahl der Aufträge bei den befragten Coaches nach einer Buchveröffentlichung spürbar erhöhte – deutlich stärker etwa als durch Kooperationen, Vorträge oder Artikelveröffentlichungen. Diese Ergebnisse haben durchaus Gewicht, die Befragten wurden nach dem konkreten Auftragseingang nach der Buchveröffentlichung gefragt.

Selbstverständlich verursachen Bücher auch Kosten. Dazu gehören etwa das Honorar für einen Ghostwriter und selbstverständlich auch der eigene Zeitaufwand. Dieser lässt sich jedoch begrenzen, wenn Partnern vom Fach zum Einsatz kommen.

Fazit: Ein eigenes Fachbuch kann Ihnen großen Nutzen bringen. Dazu sollten Sie die Strategie dahinter optimal an Ihre Bedürfnisse anpassen und Ihren Aufwand reduzieren.

Autor: Martin Schwer ist Finanzjournalist und PR-Berater. Er hat Autoren bei der Veröffentlichung von erfolgreichen Büchern beispielsweise zu Steuer-, Immobilien-, Management- und Börsenthemen unterstützt.

[1] Nachzulesen im Buch „Management von Coaching: Organisation und Marketing innovativer Personalentwicklungsdienstleistungen“ von Michael Stephan, Peter-Paul Gross und Norbert Hildebrandt. Erschienen Kohlhammer 2009 im Kohlhammer Verlag.

 

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