Nach einem volatilen Marktjahr 2025 rücken für BlackRock grundlegende Kräfte wieder stärker in den Fokus. Ein aktueller Marktkommentar zeigt, warum extreme Entwicklungen nicht beliebig fortgeschrieben werden können – und welche strukturellen Trends das Jahr 2026 prägen dürften.
Volatilität mit klaren Lernkurven
Das Jahr 2025 war an den globalen Finanzmärkten von teils heftigen Schwankungen geprägt. Nach Einschätzung des BlackRock Investment Institute lassen sich aus dieser Phase drei zentrale Lehren ableiten: Ökonomische Gesetzmäßigkeiten setzen extremen Entwicklungen Grenzen, strukturelle Megatrends überlagern kurzfristige makroökonomische Einflüsse – und das Finanzsystem selbst befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Diese Einschätzung vertreten Jean Boivin, Head des BlackRock Investment Institute (BII), Wei Li, Global Chief Investment Strategist, Glenn Purves, Global Head of Macro, sowie Natalie Gill, Portfolio Strategist bei BII.
US-Märkte trotzen dem Umfeld
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und geldpolitischer Debatten zeigte sich der US-Aktienmarkt auch 2025 robust. US-Aktien erzielten ein Plus von 16,6 Prozent und damit bereits das dritte Jahr in Folge zweistellige Renditen. Gleichzeitig schlossen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nach datengetriebenen Schwankungen bei rund 4,15 Prozent. Aus Sicht von BlackRock unterstreicht diese Entwicklung, dass Marktbewegungen zwar kurzfristig stark von Nachrichten und Daten beeinflusst werden, langfristig jedoch durch fundamentale Kräfte begrenzt bleiben. Extrembewertungen oder abrupte Trendbrüche seien selten dauerhaft.
Makrodaten gewinnen wieder an Bedeutung
Mit Blick auf den Jahreswechsel sehen die BlackRock-Strategen eine Rückkehr zu mehr Klarheit bei den Konjunkturdaten. Der US-Wirtschaftskalender normalisiere sich, nachdem Veröffentlichungen zuletzt teils verzögert oder verzerrt ausgefallen seien. Insbesondere die Arbeitsmarktdaten für Dezember dürften wieder belastbarere Hinweise auf die tatsächliche Lage liefern. Damit rücken klassische makroökonomische Indikatoren erneut stärker in den Fokus der Marktteilnehmer – auch wenn sie weiterhin von strukturellen Entwicklungen überlagert werden.
Megatrends überlagern das kurzfristige Umfeld
Ein zentrales Element der BlackRock-Analyse ist der Hinweis auf strukturelle Megatrends, die das Marktgeschehen zunehmend dominieren. Dazu zählen unter anderem technologische Umbrüche, Produktivitätsveränderungen und der Umbau des globalen Finanzsystems. Diese langfristigen Kräfte wirken nach Einschätzung des Investment Institute stärker als kurzfristige Konjunkturschwankungen oder geldpolitische Feinsteuerung. Für Investoren bedeute dies, dass strategische Allokationsentscheidungen wichtiger werden als taktisches Reagieren auf einzelne Datenpunkte.
Finanzsystem im Wandel
Darüber hinaus verweist BlackRock auf einen raschen strukturellen Wandel des Finanzsystems selbst. Veränderungen in Marktliquidität, Investorenstruktur und regulatorischem Umfeld beeinflussen zunehmend die Funktionsweise der Kapitalmärkte. Für das Jahr 2026 sehen die Strategen daher weniger ein klassisches Zyklusszenario, sondern vielmehr ein Umfeld, in dem alte Muster nur noch eingeschränkt greifen und neue Zusammenhänge an Bedeutung gewinnen.
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