blau direkt: Brexit lässt Kunden schutzlos

Veröffentlichung: 14.11.2018, 08:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Rund zwei Jahre ist es her, dass die Entscheidung der Briten für den Brexit zu stimmen, in Unruhe versetzte. Die britischen Lebensversicherer beschwichtigten, dass sie sich rechtzeitig kümmern und kein Kunde Sorge haben müsse.

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Mit Näherrücken des Brexit-Termins stellen sich die britischen Versicherer jetzt auf ein ungeregeltes Ausscheiden aus der Union ein.

„In den Entscheidungen stünden dabei vor allem die Interessen des Versicherers im Vordergrund.“

Die haben weitreichende Folgen für die Versicherungskunden. Makler müssten dringend ihre Kunden aufklären und die nötigen Optionen prüfen, um nicht in Haftung zu geraten.

In den vergangenen zwei Wochen hätten beispielsweise alle Kunden der Standard Life die Mitteilung erhalten, man übertrage die Verträge zum 19. Februar 2019 an eine irische Tochter. Der Versicherer teilte seinen Kunden mit, dass ohne solche Änderungen ein britisches Unternehmen wie Standard Life aller Voraussicht nach nicht mehr in der Lage wäre, seine europäischen Versicherungsnehmer zu betreuen.

Keine Gründung einer Tochter in Deutschland

Nachdem die Standard Life nach dem Brexit versichert hatte, zur Not eine Tochter in Deutschland zu gründen, wählt das Unternehmen jetzt den nahe liegenderen Weg und bevorzugt eine Gründung in Irland; vermeidet dabei die Sprachbarriere und profitiert zudem von der geringeren Entfernung.

Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Maklerpools blau direkt, dazu:

„Für die Kunden, die vor allem aus Deutschland und Österreich stammen, ist dies alles andere als befriedigend. Neuer Eigentümer ist eine bislang mittellose Ausgründung, die ihrerseits im Besitz einer haftungsbeschränkten Limited ist. Die Standard Life entledigt sich damit sämtlicher Risiken ihrer europäischen Bestände.“

Durch die Mitgliedschaft im Rahmen der Protektor Lebensversicherungs-AG hätte eine Ausgründung nach Deutschland eine gewisse Sicherheit für die Kunden bedeutet, da der Versicherer die Aufgaben eines gesetzlichen Sicherungsfonds übernimmt.

Risiken auf Unternehmenstochter abgeschoben

An dieser Sicherheit spart die Standard Life, während sie gleichzeitig mitteilt, dass die Versicherungsverträge deutscher Kunden künftig nicht mehr unter dem Schutz der vergleichbaren britischen Financial Services Compensation Scheme (FSCS) stehen.

Oliver Pradetto beklagt:

„Die Risiken werden in eine finanziell schlecht ausgestattete Unternehmenstochter abgeschoben und damit gleichzeitig jeglicher Sicherheit beraubt, die normalerweise in Deutschland und Britannien gesetzlich verankert sind. Das Sicherungsprinzip der Lebensversicherung wird ad absurdum geführt.“

Ein Problem sei dies auch für Makler. Trotz des Brexits sei das Vermittlungsvolumen zugunsten der Standard Life auch in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Bild: © moritz320 / pixabay.com

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