Steigende Verluste durch Cyber-Vorfälle erwartet

Veröffentlichung: 08.11.2018, 05:11 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Wegen der wachsenden Abhängigkeit von Technologien und durch häufigere Hackerangriffe, erwarten Versicherungsunternehmen steigende Verluste aus Cyber-Vorfällen bei ihren Kunden. Dies zeigt der „Silent Cyber Risk Outlook“ von Willis Re.

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Versicherer verstehen unter „Silent Cyber“ potentielle Cyber-Risiken, die teilweise über die klassischen Versicherungen, jedoch nicht über eine neue Cyber-Versicherung („new risks“) abgedeckt sind.

Steigender Silent Cyber-Faktor

Mehr als 60 Prozent der Befragten schätzen, dass der Silent-Cyber-Faktor in den nächsten zwölf Monaten auf 1.01, das heißt auf mehr als einen Cyberschaden im Vergleich zu 100 anderen „Nicht-Cyberschäden“, anwachsen wird. Zudem erwarten Versicherer überdies Großangriffe wie WannaCry oder NotPetya in steigendem Maße.

IT, Telekommunikation und öffentliche Versorgung bedroht

In den IT-, Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen werden die häufigsten Cyber-Risiken erwartet. 42 Prozent der Befragten gehen für diese Unternehmen davon aus, dass sie wahrscheinlich zehn oder mehr cyberbezogene Schäden pro hundert „Nicht-Cyberschäden“ erleiden werden.

Mathias Pahl, Head of Corporate Risk and Broking bei Willis Towers Watson in Deutschland, sagt:

„Versicherer betrachten ‚Silent Cyber‘ derzeit als weitaus größeres Risiko als je zuvor. Die letzten großen Angriffe im Jahr 2017 haben Risiken und potenzielle Schäden in allen Geschäftsbereichen aufgezeigt und geben Anlass zu großer Besorgnis rund um das ‚Silent Cyber‘-Risiko.“

Willis Towers Watson schließt aus der erhöhten Risikowahrnehmung, dass spezifische Cyber-Abdeckungen verstärkt notwendig sein werden – auch wenn die aktuellen Wettbewerbsbedingungen den Spielraum für Deckungs- oder Preisanpassungen in anderen Sparten neben der Cyber-Versicherung einschränken.

Mathias Pahl erklärt:

„Allerdings hat unsere „Cyber-Studie 2018“, die wir im Frühjahr veröffentlicht haben, gezeigt, dass vielen Unternehmen der Umfang einer Cyber-Versicherung eher oder völlig unklar sei. Dabei ist es wichtig, genau zu wissen, welche Positionen versicherbar sind und wo es eventuell Überschneidungen mit anderen, bereits vorhandenen Versicherungen gibt.“

Weitere Ergebnisse der Umfrage

Das stille Cyber-Risiko ist von 2017 bis 2018 in allen untersuchten Branchen gewachsen: Im Jahr 2018 glauben die meisten der Befragten, dass alle Branchen sowohl in der Sach- als auch in der Haftpflichtversicherung einen stillen Cyber-Risikofaktor von mehr als 1,01 haben. Im Gegensatz dazu erreichten diesen Schwellenwert 2017 nur zwei der neun Branchen im Sachversicherungsbereich und keine der neun Branchen im Bereich Haftpflicht.

Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen und Life Sciences stehen an der Spitze des stillen Cyber-Haftungsrisikos: In dieser Branche sehen 34 Prozent der Befragten das stille Cyber-Risiko bei 1,10 oder mehr – ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2017.

Es gibt eine signifikante Zunahme der stillen Cyber-Exposition in der Sparte „Liability“: 62 Prozent waren der Meinung, dass der stille Cyber-Risikofaktor im Bereich Haftpflicht über 1,01 liegt, verglichen mit nur 35 Prozent im Jahr 2017.

Zwischen den Sparten Property und Liability schließt sich die 2017 festgestellte Lücke in der Wahrnehmung von stillen Cyber-Risiken: Im Jahr 2017 glaubten 47 Prozent der Befragten, dass der stille Cyber-Risikofaktor bei Immobilien über 1,01 liege (in der Sparte Liability waren dies nur 35 Prozent). 2018 beträgt dieser Anteil in beiden Sparten je 62 Prozent.

Auch die Sparten D&O und E&O sind einem erheblichen stillen Cyber-Risiko ausgesetzt: Über 30 Prozent der Befragten schätzen, dass ihr stiller Cyber-Faktor bei 1,10 oder höher liegt.

Bild: © vectorfusionart / fotolia.com

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