IT-Dienstleister sichern sich ab

Nach Angaben von deutschen IT-Dienstleistern fordern 72 Prozent ihrer Auftraggeber einen Nachweis über eine IT-Berufshaftpflicht, 82 Prozent über eine IT-Betriebshaftpflicht und bereits 34 Prozent über Cyber-Versicherungen. Dies zeigt der aktuelle IT-Versicherungsindex der Bitkom Research GmbH im Auftrag von Hiscox.

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Der Wert des IT-Versicherungsindexes liegt bei 72,2 Punkten von 100 Punkten, wodurch die hohe Relevanz von IT-Versicherungen für IT-Dienstleister deutlich wird.

Der Index basiert sowohl auf der Bekanntheit von IT-Versicherungen für Dienstleister sowie deren Interesse daran. Auch die tatsächliche Nutzung und Relevanz der Spezialversicherung für IT-Dienstleister wurde bei der Berechnung berücksichtigt.

Marc Thamm, Underwriting Manager Technology, Media & Communications, erläutert:

cms.mbsoa.x Marc Thamm, Underwriting Manager Technology, Media & Communications, Hiscox

„Es ist eine Kernaufgabe der Versicherungsbranche, Unternehmen auf dem Weg in das digitale Zeitalter zu begleiten – mit Lösungen, die maßgeschneidert für die Risiken der Digitalwirtschaft sind. IT-Berufshaftpflicht und IT-Betriebshaftpflicht sind heute Standard und werden von dem großen Teil der Auftraggeber vorausgesetzt. Für den Cyber-Versicherungsschutz erwarten wir in den kommenden Jahren eine ähnliche Entwicklung, denn Cyber-Schäden können sowohl für Unternehmen als auch für IT-Dienstleister existenzbedrohend werden.“

IT-Dienstleister wichtig für Geschäftserfolg

Dienstleister in Unternehmen übernehmen immer wichtigere Aufgaben: Sieben von zehn IT-Dienstleistern geben an, dass ihre Arbeit maßgeblich zum Geschäftserfolg ihres Auftraggebers beiträgt. Häufig kommen IT-Dienstleister zum Zug, weil ein Unternehmen selbst kein geeignetes Personal findet (66 Prozent), die Unternehmens-IT keine Kapazitäten hat (53 Prozent) oder weil im Betrieb die Expertise für das Projekt fehlt (46 Prozent). 41 Prozent der IT-Dienstleister sind zudem der Ansicht, Unternehmen wollten mit der Auftragsvergabe Verantwortung abgeben.

Risikobewusstsein bei Auftraggebern

Bei der Vergabe von Aufträgen verlassen sich nach Angabe der IT-Dienstleister 66 Prozent der Auftraggeber auf vorhandene Referenzen und 57 Prozent auf bestehende Geschäftsbeziehungen. 37 Prozent erachten einen vorhandenen Versicherungsschutz auf Seiten der IT-Dienstleister als entscheidend. Kriterien wie die Empfehlung von Auftraggebern (35 Prozent) und klare Haftungsregelungen (27 Prozent) rangieren danach.

Kritische Aspekte der Projektabwicklung bewusst

80 Prozent nennen ungenügende beziehungsweise nicht eindeutige Absprachen mit dem Auftraggeber als Risikofaktor. 74 Prozent der Befragten sehen zudem Zeitdruck seitens des Unternehmens kritisch, 60 Prozent sorgen sich bei einer unsicheren Vertragslage.

Trotz dieses Problembewusstseins versuchen viele IT-Dienstleister offenbar eher Schäden vorzubeugen als sich abzusichern. So geben neun von zehn IT-Dienstleistern an, sich über enge Abstimmung mit dem Auftraggeber abzusichern. Eine vertragliche Dokumentation des Arbeitsfortschritts (49 Prozent) und die AGBs (62 Prozent) werden von deutlich weniger Unternehmen für relevant erachtet. Gleiches gilt für prozessuale Absicherung wie definierte Freigabeprozesse (23 Prozent) und die genaue Dokumentation des Arbeitsfortschritts (61 Prozent).

Grundlegender Versicherungsschutz der Branche bekannt

Neun von zehn IT-Dienstleistern sind IT-Berufshaftpflicht (94 Prozent) und IT-Betriebshaftpflicht (90 Prozent) bekannt. 79 Prozent ist die Versicherung von Elektronik und Büroinhalt bekannt und 69 Prozent wissen, dass es Versicherungsschutz für Cyber- und Datenrisiken gibt.

Hohe Abschlussquoten

82 Prozent der Befragten verfügen über eine IT-Berufshaftpflicht, 79 Prozent haben eine IT-Betriebshaftpflicht und 65 Prozent eine Elektronik- und Büroinhaltsversicherung. Bereits 22 Prozent haben zudem eine Cyber-Versicherung.

Unter den nicht versicherten IT-Dienstleistern herrscht großes Interesse an berufsspezifischen Policen: Für 83 Prozent wäre eine IT-Berufshaftpflicht relevant, für 74 Prozent eine IT-Betriebshaftpflicht. 52 Prozent interessieren sich für eine Elektronik- und Büroinhaltsversicherung, 42 Prozent für Cyber-Policen.

Bei der Wahl einer passenden Versicherung legen IT-Dienstleister größten Wert auf ein Produkt mit einzeln abschließbaren Versicherungsbestandteilen (72 Prozent).

Marc Thamm kommentiert:

„IT-Dienstleister bewegen sich in einem sehr dynamischen Umfeld. IT-Policen sollten deshalb ebenso dynamisch, flexibel und zeitgemäß sein wie die Digitalwirtschaft. Versicherer müssen die Dienstleister im täglichen Geschäft mit Services und Zusatzleistungen unterstützen, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Das erfordert, die Branche zu verstehen, Marktentwicklungen zu antizipieren, Time-to-Market und Produktzyklen dramatisch zu verkürzen. Für uns bedeutet das, planvoll aber mutig voranzugehen, wie wir es seit über 20 Jahren mit unseren Versicherungslösungen im IT-Bereich tun.“

Bilder: (1) © seventyfour / fotolia.com (2) © Hiscox

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