Eigene Immobilie statt Rente

Veröffentlichung: 23.09.2016, 05:09 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Fast sieben von zehn Deutschen verlassen sich nicht auf die gesetzliche Rente, sondern halten eine Immobilie für die bessere Altersvorsorge. Jeder Fünfte plant den Kauf einer Immobilie. In der Altersgruppe der bis 29-Jährigen ist 60 Prozent der Wunsch nach einem Eigenheim besonders stark ausgeprägt. Nach dem Eigenkapital ist für diejenigen, die einen Immobilienerwerb planen, der Bausparvertrag das bevorzugte Finanzierungsinstrument - noch vor dem Hypothekendarlehen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

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Eine längere Lebensarbeitszeit und die Diskussionen um die Sicherheit der gesetzlichen Rente unterstützen die Investitionsfreudigkeit, mit einer eigenen Immobilie privat vorzusorgen. In der Umfrage von TNS Emnid gaben 68 Prozent der Deutschen an, dass sie die eigene Immobilie für eine bessere Vorsorge halten als die gesetzliche Rente.

18 Prozent sehen beide als gleichwertig an, sieben Prozent halten die staatliche Rente für besser. Unter den Immobilienbesitzern halten drei Viertel das eigene Haus oder die eigene Wohnung für die bessere Altersvorsorge. Bei denen, die einen Erwerb planen, sind es 78 Prozent. Selbst in der Gruppe, die lieber Mieter bleiben wollen, halten 58 Prozent die eigene Immobilie für die bessere Alternative.

80 Prozent wollen ihre Immobilie im Alter nutzen

Unabhängig davon, ob die eigene Immobilie die bessere Altersvorsorge als die gesetzliche Rente ist, wollen 80 Prozent der Eigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung auch im Alter nutzen. Bei denen, die einen Kauf planen, sind es sogar 91 Prozent. 15 Prozent der Befragten, die schon über eine Immobilie verfügen, wollen sie im Alter als Mehrgenerationenhaus nutzen.

Bei denen, die noch planen, sind das sogar 28 Prozent. Jeder zehnte der Besitzer will seine Immobilie im Alter verkaufen, um eine kleinere seniorengerechte Wohnung zu erwerben. Diejenigen, die einen Kauf planen, wollen darin auch alt werden.

Jeder fünfte Deutsche will eine Immobilie erwerben

43 Prozent der Befragten besitzen bereits eine Immobilie, jeder Fünfte plant den Kauf. Besonders stark ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bei den bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe denken sechs von zehn der Befragten daran, eine eigene Immobilie zu erwerben. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es noch 41 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen nur noch 15 Prozent.

Bausparvertrag beliebt

Das Eigenkapital bildet einen wichtigen Baustein einer jeder soliden Immobilienfinanzierung. Schwäbisch Hall empfiehlt, rund 25 Prozent der Bausumme über Eigenkapital, zu dem auch ein Bausparvertrag zählt, zu erbringen. Etwa 50 Prozent sollten über ein Bankdarlehen erfolgen und ca. 25 Prozent über ein Bauspardarlehen. Den Befragten, die einen Immobilienkauf planen, ist der Bausparvertrag sogar wichtiger als ein Bankdarlehen (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • Eigenkapital 62 Prozent
  • Bausparvertrag 56 Prozent
  • Bankdarlehen 43 Prozent

Gründe dafür, keine Immobilie zu kaufen

Auch wenn der Wunsch nach einer eigenen Immobilie in den letzten Jahren stetig steigt, haben sich 36 Prozent der Befragten gegen einen Kauf entschieden. Dabei sind die Gründe unterschiedlich (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • 68 Prozent: Weil ich mir eine Immobilie nicht leisten kann
  • 40 Prozent: Weil die Immobilienpreise zu hoch sind
  • 29 Prozent: Weil ich mich nicht so lange festlegen möchte
  • 22 Prozent: Weil mir die Finanzierung zu kompliziert ist
  • 12 Prozent: Weil ich keine passende Immobilie finde

Bild: © alphaspirit / fotolia.com

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