Die Verjüngung der Deutschen

Veröffentlichung: 05.09.2016, 12:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Zahlen einer Statistik, die im Rahmen der GDV-Initiative „7 Jahre länger“ veröffentlicht wurden, sprechen seit langer Zeit wieder von einer Verjüngung in unserem Land. Das Durchschnittsalter ist demnach in 2015 um rund einen Monat auf 44,2 Jahre gesunken. Dies sei in der hohen Zuwanderung vorwiegend junger Menschen zu begründen. Eine Alterung der Gesellschaft stocke damit aber nur kurzfristig.

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Die hohe Zuwanderung wirke wie eine Verjüngungskur für Deutschland. Erstmals seit der Wiedervereinigung ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Vorjahr gesunken. Es lag mit 44,2 Jahren um 0,1 Jahre – oder rund einen Monat – niedriger als Ende 2014. Das zeigt eine exklusive Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis der finalen Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamtes für 2015.

Die Gesamtbevölkerung in Deutschland stieg im Jahr 2015 um ca.980.000 auf 82,2 Millionen durch die hohe Zuwanderung mit einem Saldo von 1,1 Millionen. Unter den Neuankömmlingen sind viele junge Menschen aus anderen EU-Staaten sowie Flüchtlinge, die hierzulande Asyl beantragen. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind gut 70 Prozent aller Asylerstantragsteller jünger als 30 Jahre.

Gruppe der unter 20-Jährigen wächst so stark wie seit 1966 nicht

Der Zustrom vorwiegend junger Menschen zeigt sich auch in den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Die Zahl unter 20-Jähriger war im Vorjahr um rund 2,2 Prozent auf 15,1 Millionen angestiegen, das bedeutet den prozentual höchsten Anstieg in der Altersgruppe seit 1966.

Noch stärker wuchs die Zahl der 20- bis 39-Jährigen. Ende 2015 gab es 20,1 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe – 2,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und damit das größte Plus seit 1985. Der deutliche Anstieg in den jungen und mittleren Altersklassen drückte das Durchschnittsalter insgesamt nach unten.

Nachhaltig ist die Entwicklung jedoch nicht. Trotz Zuwanderung altert die Bevölkerung in Deutschland unaufhaltsam. Das liegt zum einen an den im Vergleich zu früher niedrigen Geburtenzahlen, wodurch der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Und diese werden dank der stetig steigenden Lebenserwartung zugleich immer älter.

Höhepunkt des Alterungsprozesses noch nicht erreicht

Der Höhepunkt des Alterungsprozesses steht Deutschland jedoch noch bevor. Laut jüngster Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird das Durchschnittsalter bis 2060 je nach Trendvariante auf 47,6 bis 50,6 Jahre ansteigen. Zum Vergleich: 1990 lag es bei 39,3 Jahren, 1970 gar erst bei rund 36,2 Jahren.

Bild: (1) © olly / fotolia.com (2 & 3) © Statistisches Bundesamt

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