16 namhafte deutsche Unternehmen haben am 17. August 2016 in Berlin den wachsenden Bedrohungen für die Cybersicherheit der Wirtschaft den Kampf angesagt. An jenem Mittwoch kamen Vertreter von Bundesbehörden und Forschungsinstituten sowie die CIOs führender deutscher Unternehmen anlässlich der konstituierenden Fachbeiratssitzung der Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation GmbH (DCSO) zusammen. Ein Ziel der Zusammenarbeit des Fachbeirats, in dessen Vorsitz Daniel Hartert, CIO der Bayer AG, gewählt wurde, ist der intensive und vertrauensvolle Austausch zu allen Herausforderungen der Cybersicherheit, um damit mehr Schlagkraft in der Abwehr von Bedrohungen aus dem Netz zu erlangen.
V. l. n. r.: Olaf Siemens, CTO und Martin Wülfert, CEO der DCSOBereits im November vergangenen Jahres wurde die DCSO als Gemeinschaftsunternehmen der Allianz SE, BASF SE, Bayer AG und Volkswagen AG gegründet. Das von den erfahrenen IT-Security-Managern Martin Wülfert, CEO, und Olaf Siemens, CTO, geführte Unternehmen hat die Aufgabe, mit eigens entwickelten Dienstleistungen die Spitzenunternehmen der deutschen Wirtschaft bei der Cybersicherheit robuster zu machen. Diese Angebote können von den IT-Sicherheitsteams der Kundenunternehmen in Anspruch genommen werden.
Gemeinsam für mehr Cybersicherheit
Martin Wülfert, CEO der DCSO, ist überzeugt:
"Cybersicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Denn die Bedrohungslage wird zunehmend komplexer und anspruchsvoller. Das kann die vernetzte Wirtschaft künftig gemeinsam viel effizienter und effektiver bewältigen. Bislang wehrten sich Unternehmen zumeist allein gegen Angriffe aus dem Netz. Die DCSO bündelt nun Wissen, technische Analysen sowie Abwehrkompetenzen und stellt sie allen Kunden zur Verfügung."
DAX-Konzerne nehmen bereits heute IT-Security-Dienstleistungen der DCSO in Anspruch. Dazu unterstützt sie ein Team erfahrener IT-Sicherheitsexperten mit eigens entwickelten Lösungen und Beratungsleistungen in den Bereichen Bedrohungserkennung und -abwehr (Threat Intelligence), Erkennung von sicherheitsrelevanten Ereignissen und ihre Behebung (Incident Detection & Response Services) sowie Governance, Risk & Compliance Management (GRC) an.
Außerdem evaluiert die DCSO im Auftrag ihrer Kunden als herstellerunabhängiger Dienstleister am Markt verfügbare Sicherheitslösungen und -technologien. Die DCSO verfolgt das Prinzip "Optimieren durch Teilen". Das bedeutet, dass operative Erkenntnisse über Cybergefahren und ihre Bekämpfung von den Kunden an die DCSO zurückgespielt und von ihr in anonymisierter Form automatisch an alle Kunden verteilt werden. So entsteht eine selbstverstärkende Rückkopplung, die für alle Unternehmen zu mehr Sicherheit führt.
Mehrwert für alle beteiligten Unternehmen
In ihren jeweiligen Branchen führende Unternehmen können als DCSO-Kunden Mitglied im Fachbeirat werden, welcher künftig regelmäßig tagt. Aufgabe des DCSO-Fachbeirats ist der vertrauensvolle Austausch zwischen Großunternehmen, Forschung und Behörden zu allen Herausforderungen der Cybersicherheit. Darüber hinaus legt der Fachbeirat fest, welche Dienstleistungen die DCSO anbieten wird. An diesem Fachbeirat beteiligen sich auch das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Daniel Hartert, CIO der Bayer AG und Vorsitzender des Fachbeirats der DCSO, erklärt:
"Bayer ist Mitinitiator der DCSO, weil eine höhere Cybersicherheit neue Wege erfordert und im Interesse aller Unternehmen ist. Die Mitglieder des Fachbeirats kennen die vielfältigen Herausforderungen der stetig wachsenden Cyberbedrohungen aus ihrem eigenen Umfeld. Umso effektiver ist es, offen miteinander zu sprechen und von der Entwicklung gemeinsamer Abwehrstrategien zu profitieren. Da die DCSO unabhängig von Technologieanbietern agiert und Gewinne in Forschung und Entwicklung reinvestiert werden, entsteht ein echter Mehrwert für alle beteiligten Unternehmen."
Martin Hofmann, CIO des Volkswagen Konzerns, betonte:
"Die Bedeutung der Cybersicherheit wird mit fortschreitender Digitalisierung weiter wachsen. Das gilt für jedes einzelne Unternehmen ebenso wie für die gesamte Volkswirtschaft. Wir sind überzeugt: Intensiver Austausch und enge Zusammenarbeit bei Prävention und Abwehr, wie die DCSO sie ermöglicht, sind deshalb unverzichtbar."
Dem am Mittwoch konstituierten Fachbeirat der DCSO gehören folgende Unternehmen an: Allianz SE, Axel Springer SE, Bayer AG, BASF SE, Bertelsmann SE & Co. KGaA, BMW AG, Daimler AG, E.ON SE, Kuka AG, Siemens AG, Thyssenkrupp AG und die Volkswagen AG. Außerdem sind das Bundesministerium des Innern, der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., das Digital Society Institute der ESMT Berlin sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) Mitglieder im Fachbeirat.
Bei der konstituierenden Sitzung des DCSO-Fachbeirats sprach auch der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, "Bundes-CIO" Klaus Vitt:
"Die Bundesregierung begrüßt jede Initiative, die mithilft, Deutschlands Bürger, Behörden und Unternehmen noch besser gegen Bedrohungen aus dem Cyberspace zu wappnen. Der Gründungsgedanke der DCSO, Unternehmen durch mehr Austausch untereinander besser gegen wachsende Cyberrisiken zu rüsten, ist genau der richtige Ansatz. Davon wird langfristig die gesamte deutsche Wirtschaft profitieren."
Bild: (1) © alphaspirit / fotolia.com (2) © DCSO Deutsche Cyber-Sicherheitsorganisation GmbH
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