Einfacher gegen Hochwasser versichern

Veröffentlichung: 11.07.2016, 08:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Endlich mal eine gute Nachricht: die Zahl der Häuser, die von ZÜRS Geo, der Datenbank für Hochwassergefahren, als besonders gefährdet eingestuft wurden, ist gesunken. Der Grund: ein Datenbank-Update.

(PDF)
Haus-Sandsaecke-Hochwasser-96317286-FO-highwaystarzHaus-Sandsaecke-Hochwasser-96317286-FO-highwaystarz© highwaystarz / fotolia.com

Nur noch 139.000 Häuser werden ab sofort in die höchste Gefahrenklasse 4 eingeordnet. Im Vorjahr waren es noch 197.000 von bundesweit mehr als 21 Millionen Adressen. Damit liegen nur 0,7 Prozent aller Gebäude in der Zone 4.

Grund für den Rückgang sind bessere Daten: Mit der aktuellen ZÜRS-Version sind erstmals flächendeckend alle Hochwassergefahrenkarten nach EU-Richtlinie integriert. „Mehr Daten ermöglichen mehr Menschen leichteren Zugang zu Versicherungsschutz“, erklärt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Für 58.000 Hausbesitzer ist es nun deutlich einfacher, ihr Gebäude gegen Elementarschäden zu versichern.

NRW, Thüringen, Sachsen und Niedersachsen profitieren besonders

Von den neuen Daten profitiert Nordrhein-Westfalen am stärksten. Hier ging die Zahl der Adressen in der Gefahrenklasse 4 um 62 Prozent auf nur noch 7.200 zurück. Auch in Thüringen, Sachsen und Niedersachsen sank die Zahl der betroffenen Gebäude um mehr als die Hälfte. Niedersachsen ist zugleich das Bundesland mit dem größten absoluten Rückgang. Dort fielen nach der Neubewertung fast 20.000 Gebäude aus der höchsten Gefahrenklasse heraus.

Nutznießer der neuen, erweiterten Datensätze sind aber nicht nur die Besitzer von Häusern, die direkt in exponierten Überschwemmungsgebieten stehen. Mit dem ZÜRS-Update sinkt für rund 400.000 Gebäude in Deutschland die Gefahrenklasse; für rund 190.000 steigt sie.

99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Hochwasser versicherbar

Das Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) hilft Versicherern, Hochwasserrisiken einzuschätzen und Prämien für Elementarschadenversicherungen risikogerecht zu berechnen. Es teilt die 21,3 Millionen erfassten Gebäude in vier Gefahrenklassen ein. Mit 19,3 Millionen liegen die meisten Adressen in der Gefahrenklasse 1, in der weniger als einmal in 200 Jahren eine Überschwemmung durch Hochwasser droht. In der Gefahrenklasse 2 (1,6 Millionen Häuser) tritt ein Hochwasser statistisch mindestens einmal in 100 bis 200 Jahren auf, in der Gefahrenklasse 3 (220.000 Gebäude) mindestens einmal alle 10 bis 100 Jahre.

Insgesamt sind in Deutschland gut 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Auch die verbleibenden, besonders gefährdeten Häuser können fast alle mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen versichert werden.

Heute ist in der Gefahrenklasse 4 bereits jedes vierte Haus gegen Hochwasser versichert. Es könnten sich aber wesentlich mehr Hausbesitzer versichern. Grundsätzlich gilt: Überschwemmungsschäden an Häusern und Hausrat werden nur dann von der Versicherung ersetzt, wenn eine Elementarschadenversicherung besteht. Sie schützt auch vor den finanziellen Folgen von Hochwasser, Schneedruck, Lawinen und Erdrutsch.


(PDF)

LESEN SIE AUCH

Sandsaecke-gestapelt-109292980-FO-ReinhardTSandsaecke-gestapelt-109292980-FO-ReinhardT
Assekuranz

Wenn Häuser baden gehen, wird aus Hausrat „Unrat“

Ein Tief folgt auf das Nächste. Ende Mai hat Unwettertief „Elvira“ im Südwesten Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Am heftigsten betroffen war in Baden-Württemberg der Landkreis Schwäbisch Hall und in Bayern die Gegend um das fränkische Ansbach. Die Aufräumarbeiten waren noch voll im Gange, da rollte mit „Friederike“ über dem östlichen Alpenrand die nächste Unwetterfront heran. Auch im Westen ist „Land unter.“ Betroffen war
Flood Disaster 2021Flood Disaster 2021Christian – stock.adobe.com
Produkte

Elementarschaden: Unwetter warten nicht auf die Politik

Fast jede stärkere Überschwemmung in Deutschland verursachte Staatshilfen in Milliarden-Höhe. So stellte alleine Nordrhein-Westfalen rund 12,3 Mrd. Euro für den Wiederaufbau im Ahrtal zur Verfügung. Befürworter der Pflichtversicherung bezeichnen es deshalb als dringend notwendig, dass die Politik eine verpflichtende Elementarversicherung für Eigentümer einführt.
Seismograph-322812523-AS-AnnaSeismograph-322812523-AS-AnnaAnna – stock.adobe.com
Assekuranz

Schäden bei Erdbeben extra versichern

Auch in Deutschland sind Erdbeben möglich und auch hier können sie schwere strukturelle Schäden an Gebäuden verursachen. Solche Schäden sind über eine Naturgefahrendeckung versicherbar. Diese ist allerdings nicht automatisch in der Wohngebäude- und Hausratversicherung enthalten.
selective focus of sad adult woman at home looking through windoselective focus of sad adult woman at home looking through windoLIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com
Assekuranz

Absicherung gegen Elementarschäden auch bei Mietwohnung

Der BDV rät: Mieter und Mieterinnen in Gefahrenlagen sind gut beraten, ihren Hausratschutz nach Möglichkeit um Elementargefahren zu erweitern. So erhalten sie eine wertvolle wirtschaftliche Absicherung.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht