Risikoschutz in einer digital vernetzten Welt

Veröffentlichung: 16.06.2016, 07:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Kommunikation von Unternehmen mit Kunden und Organisationen verläuft heute fast ausschließlich digital. Wenn alles und jeder miteinander vernetzt ist, entstehen zwangsläufig neue Gefahren für die Datensicherheit. Die Insurance Services Offices listet Cybersicherheit deshalb als das aufkommende Top-Thema für Unternehmen, das Beachtung verlangt. Wie bewerten Unternehmen die Risiken der digitalen Vernetzung und wie bereiten sie sich darauf vor? Was können Unternehmen tun, um diese Gefahren zu bekämpfen und wie können Versicherungen dabei helfen? IBM befragte hierzu rund 800 Versicherungsexperten und 1000 Führungskräfte von Unternehmen auf internationaler Ebene.

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Fast 48 Prozent der Unternehmen glauben, dass das Risiko durch Cybergefahren höher ist als durch andere Ereignisse und 60 Prozent rechnen mit einer Zunahme der Gefahren in den nächsten 10 Jahren. Fast drei Viertel aller Befragten sind der Meinung, ein größerer Vorfall könne ihr Unternehmen nachhaltig beschädigen und ihre Existenz gefährden. Wie können sich Unternehmen für die Herausforderungen rüsten?

Die Studie gibt drei Handlungsanweisungen

  1. Investieren und managen: Wer digital arbeiten will, muss in die digitale Weiterentwicklung investieren. Je moderner das System und die Sicherheitsvorkehrungen, desto sicherer. Und: Unternehmen, die technisch ganz vorne liegen, sind sich der Risiken deutlicher bewusst (81 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 53 Prozent).
  2. Mitarbeiter und Organisationen schulen: Im Moment glaubt mehr als die Hälfte der Unternehmen nicht einmal daran, dass die Mitarbeiter in 10 Jahren „digital fit“ sein werden. andere Studien zeigen, dass nur 20 Prozent der Bildungsausgaben von Unternehmen in das Thema „Digitalisierung“ fließen.
  3. Ausbau digitaler Ökosysteme: Mehrere Unternehmen verschiedener Branchen arbeiten zusammen an einem Produkt. So zum Beispiel der Autobauer mit einem selbstfahrenden Auto zusammen mit dem Entwickler von Straßensicherheits- und Verkehrsleitsystemen sowie der Versicherer, der die spezifischen Risiken absichert. Das Risikobewusstsein der Unternehmen ist bezogen auf die digitale Vernetzung aber eher gering: Nur ein Drittel glaubt, dadurch anfälliger zu werden. Im Gegensatz dazu sind aber 60 Prozent der Versicherer der Meinung, dass die zunehmende Vernetzung die Cyberrisiken steigen lässt.

Wie reagiert die Versicherungswirtschaft?

Nur 46 Prozent der befragten Versicherer bieten Cyberschutz an. In zwei Dritteln der Fälle wird dies als Extra-Versicherung angeboten; im Rest der Fälle ist die Cyberversicherung Teil des bereits bestehenden Versicherungsschutzes. Obwohl viele Versicherungen glauben, dass die Nachfrage nach solchen Versicherungen sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich steigen wird, wollen 28 Prozent nicht in diesen Markt eintreten.

80 Prozent der Versicherer sind der Meinung, eine Cyberdeckung sollte für bestimmte Branchen obligatorisch werden: Banken, Versicherungen, Buchhalter, Steuerberater und Fluggesellschaften. Doch nur 40 Prozent glauben, dass dies tatsächlich passieren wird.

Was würden Unternehmen gerne versichern?

Gefragt nach Risiken, die Unternehmen gerne versichern wollen, für die es aber noch keine passende Deckung gibt, antworten die Unternehmer:

  • Betriebsunterbrechung durch nicht-bösartige Aktivitäten (38 Prozent)
  • Physische Schäden als Folge von nicht-bösartigen Aktivitäten (29 Prozent)
  • Verlust geistigen Eigentums (23 Prozent)
  • Versagen der Dienstleistungen (10 Prozent)

Die Nachfrage nach passenden Versicherungen ist jedenfalls groß und paart sich mit der Bereitwilligkeit, dann auch einen Abschluss zu tätigen.

Bild: (1) © alphaspirit / fotolia.com (2) © IBM

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