Testament fürs Digitale

97 Prozent der Deutschen haben sich bis jetzt noch nicht darum gekümmert, was nach ihrem Ableben mit ihren digitalen Daten geschieht. Das zeigt eine Umfrage von YouGov. Dabei ist das Onlinebanking mit 70 Prozent die größte Sorge der Deutschen.

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Als "digitales Erbe" oder "digitalen Nachlass" bezeichnet man elektronische Daten, die nach dem Tod des Benutzers weiter existieren - wie Zugänge zu Onlinebanking, E-Mail-Konten oder sozialen Netzwerken. Die Rechte gehen an die Erben über. Den Begriff "digitales Erbe" haben der Umfrage zufolge 37 Prozent der Deutschen schon mal gehört. Aber die große Mehrheit (rund 97 Prozent) hat sich noch gar nicht mit ihrem digitalen Erbe beschäftigt; das haben von 2.014 Befragten bisher gerade mal 57 getan.

Wenn es um Geld geht, ist es besonders wichtig, den digitalen Nachlass zu regeln

Gefragt nach den wichtigsten Bereichen des "digitalen Erbes" sagen 35 Prozent, dass ihnen alle genannten Gebiete gleich wichtig seien. 34 Prozent legen ihre Priorität auf Bereiche, in denen es um Geld geht, z. B. Onlinebanking und kostenpflichtige Dienste. Deutlich weniger Wert legen die Deutschen auf Komplexe, die sich mit geistigem Eigentum befassen (7 Prozent) oder sozialen Netzwerken (6 Prozent). 11 Prozent sagen, dass ihnen keiner dieser Bereiche etwas bedeutet.

Die Sorge um Onlinezugänge zu Vermögenswerten spiegeln auch die Antworten auf eine andere Frage wider: Was würden Sie vordringlich regeln wollen? Die Teilnehmer konnten bis zu 5 der 12 vorgegebenen Möglichkeiten auswählen und in eine Reihenfolge bringen. Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Befragten ist beim digitalen Erbe das Onlinebanking am allerwichtigsten, weitere 17 Prozent nennen es an zweiter Stelle. Mit insgesamt 87 Prozent Zustimmung liegt Onlinebanking damit deutlich vor Themen wie E-Mail-Konten (56 Prozent), Online-Zugangsdaten zu Versicherungsportalen (38 Prozent), Blogs (36 Prozent) und eigenen Internetseiten (31 Prozent).

cms.shhjm.x Beim Vererben digitaler Daten sind 70 Prozent der Deutschen die Zugangsdaten zum Onlinebanking am wichtigsten.

Online-Service: die Rechtsschutzversicherung hilft

Rat suchen die Deutschen der Umfrage zufolge vor allem bei der Familie (56 Prozent). Bei der Rechtsschutzversicherung würden nur 6 Prozent nachfragen. Dabei kann sie bei der Regelung des digitalen Erbes gute Unterstützung leisten. So bekommen DEVK-Versicherte mit aktuellem Premium-Schutz über den Onlineservice www.devk.de/dokumenten-assistent Hilfe beim Verfassen ihres letzten Willens. Damit können sie in wenigen Schritten online ein Testament erstellen. Außerdem vermittelt ihnen die DEVK Rechtsanwälte, bei denen sie sich telefonisch beraten lassen können.

Im letzten Willen sollte festgelegt werden, was mit dem digitalen Erbe passieren soll. Zugangsdaten sollte man aber nicht ins Testament schreiben - zumal sich Passwörter schnell ändern. Sinnvoll ist dagegen ein Hinweis, wo sich die Daten befinden und wer darauf zugreifen darf. Am besten weiht man Vertrauenspersonen zu Lebzeiten ein.


Bild: (1) © scandinaviastock / fotolia.com (2) © DEVK/YouGov 2016

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