Massenunfälle und eine Masse Action - teuer, teuer

Veröffentlichung: 06.11.2015, 09:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Dass Massenunfälle erst ab 40 Beteiligten als solche gewertet werden, ist kein unnützes Wissen. Bisher mussten sogar 50 Kfz an einem Unfall beteiligt sein, damit er als Massenunfall galt. Die Kfz-Haftpflichtversicherer haben die Kriterien nun zugunsten der Versicherten geändert. Unnütz, aber unglaublich unterhaltsam: Einstürzende Altbauten in Mexiko-City, Verfolgungsjagden in der römischen Altstadt, crashende Flugzeuge in den österreichischen Alpen - der GDV schätzt die Schäden im neuen James Bond Film „Spectre“ auf rund 600 Millionen Euro.

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Versicherer machen Schadenregulierung einfacher

Fahrer und Insassen beteiligter Fahrzeuge können sich bei einer Massenkarambolage ab sofort direkt an den jeweiligen Kfz-Haftpflichtversicherer wenden. Dieser übernimmt die Personen- und Sachschäden des Fahrers und der Insassen sowie die Schäden am Auto – auch wenn der Halter keine Kaskoversicherung abgeschlossen hat. Auf den Schadenfreiheitsrabatt des Halters wird der Massenunfall nicht angerechnet. Außerdem sinkt die grundsätzliche Hürde für die Anerkennung als Massenunfall von 50 auf 40 Fahrzeuge.

https://www.youtube.com/watch?v=-JDDaBmZOAQ

Mehr Sicherheit für Unfallopfer

„Nach einem Massenunfall ist die Situation oft chaotisch und unübersichtlich“, sagt Tibor Pataki, Leiter der Abteilung Kraftfahrtversicherung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Wer den Unfall verursacht hat und wer wie viel Schuld am Unfallgeschehen trägt, ist häufig nicht zu ermitteln. Die neuen Regeln geben den Unfallopfern mehr Sicherheit: Die Schäden werden grundsätzlich in voller Höhe von den Kfz-Haftpflichtversicherern der beteiligten Fahrzeuge übernommen.“

Seit Beginn der freiwilligen Regulierungsaktionen im Jahr 1983 haben die deutschen Kraftfahrtversicherer die Schäden von insgesamt 17 Massenunfällen reguliert und dafür etwa 7 Millionen Euro aufgewendet.

Verfolgungsjagden, Gebäudeschäden, Schrott

Ungleich teurer wäre wohl die Verfolgungsjagd quer durch die Welt im neuen James Bond. Denn wie bei allen Blockbustern der letzten Zeit üblich: der Film ist eben erst angelaufen und natürlich gibt es schon erste Bewertungen der fiktiven Schadenhöhe, die der Topagent diesmal in Mexiko-City, London, Rom und Marokko verursacht hat. So dürften allein die einstürzenden Wohngebäude nach Schätzungen des GDV schon einen Wert von 500 Millionen Euro haben. Dagegen kosten die im Film verschrotteten Edelkarossen "nur" gut 32 Millionen Euro. Die fünf Land Rover allerdings, die tatsächlich vom Set gestohlen wurden, werden wohl von der Versicherung ersetzt - die anderen Luxusschlitten sind in den Produktionskosten von 275 Millionen Euro enthalten.

https://www.youtube.com/watch?v=3HHX9leUvOM

Bild: © xy / fotolia.com

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