Die Zukunft ist da - Digitalisierung in der Versicherung
Coburg, ein beschauliches Städtchen in der nordbayerischen Provinz, bildet die Kulisse für den 10. Nordbayerischen Versicherungstag, ausgerichtet vom BWV Nordbayern-Thüringen. Tradition, denkt man, und doch wird hier mit 400 Teilnehmern und Spezialisten aus Versicherungswirtschaft, Politik und Wissenschaft Zukunft diskutiert, Digitalisierung und Innovation. Denn digitale Modelle und Startups verändern den Markt rasant.
Dr. Wolfgang Weiler, Sprecher der Vorstände der HUK-COBURG Versicherungsgruppe“Alles was digitalisierbar ist, wird digitalisiert und alles was digitalisiert wird, wird schließlich auch automatisiert” stellt Prof. Dr. Wolfgang Weiler, Vorstandsprecher der Huk-Coburg voran. Die Branche sei im Umbruch, das berge Chancen, aber auch Risiken - und diese müssten beherrschbar bleiben. Wichtig sei aber vor allem, den Kunden in den Mittelpunkt dieser Entwicklung zu stellen und ihn nicht zu einem unpersönlichen Konstrukt aus Einsen und Nullen zu machen.
Der bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus SöderDie Digitalisierung sei die größte Umwälzung seit der Erfindung der Dampfmaschine, findet der bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder in seiner Rede, und er will alles dafür tun, dass sie auch im letzten Winkel des Freistaats ankommt. Die bayerische Regierung investiert so viel in den Breitband-Ausbau wie kein anderes Bundesland. „Mit einem einzigartigen Förderprogramm von 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau von schnellem Internet in Bayern schaffen wir ideale Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Verwaltung - insbesondere im ländlichen Raum“, sagte Söder.
Prof. Dr. Gunter Dueck, freier Schriftsteller, Business Angel und Speaker„Was gemacht werden kann, wird gemacht“ sagt auch Zukunftsforscher Prof. Dr. Gunter Dueck. Die Veränderungen, die Modelle sind schon da, die Zeit ist reif, diese Veränderungen auch in Deutschland umzusetzen. Vieles, das wir kennen, wird es bald so nicht mehr geben. „Weg, weg, alles weg“ sagt Dueck mit Überzeugung. Keine Privatautos mehr, nur noch selbstfahrende. In Folge keine Parkplätze mehr, keine Staus, keine Strafzettel, keine Unfälle, kein Autodiebstahl. Bedeutet das weniger Notfallstationen, keine Politessen, keine Kfz-Versicherung? Und wenn doch, welche? Und wer ist der Versicherungsnehmer, wenn man quasi wie bei Uber eine Fahrt bestellen kann und gar kein Auto mehr selbst besitzt? Und was machen die Banken, wenn so viele Kredite wegfallen? Dueck spinnt den Faden bis zur Schmerzgrenze weiter.
Überweisung per Facebook, Kredit per App – die danske bank macht es schon, ganz einfach, und hat erst einmal jedem, der sich die App runtergeladen hat, 100 Kronen geschenkt. Kundengewinnung auf digital. Wann ist Innovation erfolgreich? Wenn man der erste ist? Nein, wie Amazon zeigt. Nicht der erste, der Beste muss man sein. Der Trick: die Kundenrezensionen. Die gab es so vorher nicht, nun sind alle auf amazon.com und Nachahmer bekommen nicht mehr die notwendige Reichweite. Es kommt auch auf den richtigen Moment an. Wenn Google es tut, ist er da, so wie bei der Sammlung von Gesundheitsdaten per Wearable.
Das ist alles sehr spannend, mit guten Rednern besetzt, die Spaß machen. Einig ist man sich, dass sich die Arbeitsbilder in den Versicherungen ändern werden. Man benötigt in Zukunft Mitarbeiter, die mit den digitalen Prozessen vertraut sind und diese voranbringen. Doch die Frage, was mit dem Vertrieb passiert, was mit der Beratung, wenn alles mobil, per App und immer erreichbar sofort online zu erledigen ist, wurde - leider - nicht gestellt.
Pressekonferenz auf dem 10. Nordbayerischen Versicherungstag in Coburg (v.l.n.r.): Prof. Dr. Petra Gruner von der HochschuleCoburg und Mitglied des Vorstandes bei Forum V, Finanzminister Dr. Markus Söder, der auch der CIO des Freistaats Bayern ist, Stefan Taschner, Pressesprecher der uniVersa Versicherungen, Prof. Dr. Gunter Dueck und Prof. Dr. Wolfgang Weiler
Bild: (1) © agsandrew / fotolia.com (2-5) © BWV/Forum V
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