Niedrigzinsphase - ein Problem für die Generation 50plus?
„Was ist, wenn das Zinsniveau für die nächsten 5 bis 10 Jahre bei 0 Prozent bleibt?“, so lautet eine zurzeit häufig gestellte Frage. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies tatsächlich eintritt, ist leider relativ hoch. Denn die hohe Staatsverschuldung lässt den Zentralbanken keine Alternative.
Was bedeutet dies aber für die Deutschen? Wir alle müssen etwas für unsere Altersversorgung tun! Ist aber auch jedem bewusst, dass – bei dem heutigen Garantiebedürfnis der Sparer – die Nullzinspolitik mit Alters- armut gleichzusetzen ist?
Angenommen, ein 30-jähriger Sparer möchte ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Altersrente in Höhe von 1.000 EUR beziehen. Die Höhe des einmaligen oder monatlichen Beitrags variiert in Abhängigkeit der angenommenen Rendite deutlich:
Finanzmathematische Berechnung ohne Kosten/Steuer
Guntram Overbeck, Leiter des Produktmanagements Leben, Helvetia schweizerische Lebensversicherung AGDie Laufzeit, der Beitrag und die Rendite sind dabei die möglichen Stellschrauben. Die Laufzeit ist jedoch durch den Rentenbeginn vorgegeben und der Beitrag durch das aktuelle Einkommen. Als einzige relevante Variable verbleibt somit die Rendite. Doch jeder Berater kennt das Problem: Höhere Renditen sind nur noch durch Aktieninvestments zu erreichen. Doch hier gibt es systembedingt keine Garantie. Als „Eier legende Wollmilchsau“ wird in diesem Zusammenhang die Indexpolice gehandelt – mit dem Versprechen: Beitrags- garantie, aber mit Renditeerwartung! Leider stimmt dies nicht. Die Indexpolice ist im Prinzip eine Anlage im Deckungsstock. Die Überschüsse werden dazu genutzt, gehebelte Produkte (Optionen, Zertifikate) zu erwerben, die eine Beteiligung des Marktes darstellen. In der folgenden modellhaften Grafik ist eine Indexpolice über verschiedene Laufzeiten simuliert.
Die Grafik zeigt für Einmalbeiträge in Indexpolicen schon heute einen Rendite-Mittelwert aller vergangenen DAX®-Perioden von nur 2 Prozent p. a. Mit einem reduzierten Cap werden im Mittel sogar nur noch 1 Prozent p. a. erzielbar sein. Beide Werte sind bereits jetzt nicht mehr ausreichend, um der Altersarmut zu entgehen.
Anhaltend niedrige Zinsen (die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe liegt nur noch bei 0,8 Prozent, Stand 06.2015), bedeuten deshalb das „Aus“ für alle Garantiemodelle. Sparer und Anleger müssen sich daran gewöhnen, Sicherheit zukünftig nicht mit Garantie gleichzusetzen. Die einzigen Anlagemöglichkeiten, die auch in Zukunft attraktive Renditen bieten können, sind Fonds und Fondspolicen. Um das Investitionsrisiko zu redu- zieren, sollten der Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt der Anlage über einen jeweils längeren Zeitraum verteilt werden.
Niedrigzins in der Rentenphase
Aber auch für Kunden kurz vor der Rente gefährdet die Niedrigzinsphase das Alterseinkommen.
Nullzinspolitik gefährdet Ihr Alterseinkommen
Jahr Rentenversicherung (Garantiezins) 10jährige Bundesanleihe
1995 4,00 % 6,80 %
2005 2,75 % 3,20 %
2015 1,25 % 0,80 %
(Jährlicher Zinsertrag vor Steuer/Kosten)
Die geplanten Einnahmen aus dem vorhandenen Geldvermögen zum Rentenbeginn reduzieren sich durch die aktuellen Zinsen erheblich. Das Mittel der Wahl für die lange Rentenphase ist auch hier eine professionelle Anlage am Aktienmarkt. Die Verknüpfung von automatisierter Anlage und Auszahlplan macht aus dem Vertrag ein renditestarkes Rentenkonto. Vor allem die Verrentungsoption ab dem 85igstem Lebensjahr deckt das Langlebigkeitsrisiko kombiniert mit einem positiven Steuereffekt ab.
Ohne Garantie – aber mit Sicherheit – kann auch bei den heutigen Marktbegebenheiten die Altersarmut vermieden werden!
Der Autor Guntram Overbeck, Leiter des Produktmanagements Leben, Helvetia schweizerische Lebensversicherung AG, ist Referent des DKM-Kongresses „Generationenberatung – Mehr als Generation 50plus, Kapitalanlage, Recht und Pflege“ . Die kostenlose Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutsche Makler Akademie am Mittwoch, den 28. Oktober 2015, in Raum 8, Halle 5 in der Westfalenhalle statt.
© Mitmachfoto / fotolia.com
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