Unternehmensakquise als einzige Überlebensstrategie

Veröffentlichung: 15.01.2024, 09:01 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Photo credit: depositphotos.com

(PDF)
Puzzle-Pfeil-271598732-DP-AndrewLozovyiPuzzle-Pfeil-271598732-DP-AndrewLozovyi

Transformationsprozesse führen zu einem hohen Aufwand mit tiefgreifenden Veränderungen. Sie sind jedoch essenziell für das wirtschaftliche Überleben von Unternehmen. Dabei gehört die Unternehmensakquise zu den wichtigsten Transformationsoptionen.

„In der aktuellen Situation sind Unternehmensakquisitionen nicht nur eine Option, sondern die einzige Überlebensstrategie für zukunftsorientierte Unternehmen“, erklärt Rainer Witt, Geschäftsführender Gesellschafter der ENWITO, die unter der Marke intelligentis Investoren auf der Suche nach Chancen begleitet. „Um Marktanteile zu gewinnen, neue Technologien zu erschließen sowie Umsatz und Rendite zu steigern, sind Zukäufe von Unternehmen oder starken Unternehmensteilen unabdingbar.“

Diese These belegt auch eine Studie der TU München und der Noerr Partnergesellschaften aus dem August 2023. Hier heißt es: „Firmenzukäufe dienen maßgeblich als Katalysatoren für die Transformation und stellen ein schnelles und gut funktionierendes Mittel dar, um die Entwicklung voranzutreiben.“

Kauf als wichtigstes Mittel zur Transformation

Die größten Herausforderungen für die Unternehmen sieht Witt in dem Umstand, dass Transformationen wegen des nötigen hohen Aufwands erhebliche Ressourcen binden. Daher sei ein begleitendes, effektives Change-Management von entscheidender Bedeutung für den Erfolg derartiger Transaktionen. Gerade bei jungen Unternehmen, die in eine bestehende Organisation integriert werden müssen, stellen sich hier wichtige kulturelle und strukturelle Aufgaben für Konzerne.

„Aber auch bei der Ausgliederung, also einem Carve Out, als Folge einer Fokussierung auf Kernthemen sollte man strategisch und nach Plan vorgehen“, betont der M&A-Spezialist. Laut der oben genannten Studie sehen die meisten der befragten Unternehmen den Kauf von Unternehmen als wichtigstes Mittel zur Umsetzung der Transformation – dicht gefolgt vom Verkauf von eigenen Unternehmensteilen (Carve Out) und Joint Ventures.

Umsatzwachstum meist oberstes Ziel

„Wir hören in unserer Beratungspraxis von vielfältigen Zielen der Unternehmen für die Einleitung von Transformationsprozessen“, berichtet Witt. „Dabei steht das Umsatzwachstum meist ganz oben bei den Unternehmenszielen.“ Dieses Wachstum soll erreicht werden durch einen Unternehmenskauf mit Zugang zu dessen Portfolio, Marktanteilen oder Produktinnovationen.

Weitere Ziele sind Kostenreduktion, Wettbewerbsverringerung, Digitalisierung, die Diversifikation von Umsatzströmen oder das Erschließen von Finanzierungsalternativen. „Als externe M&A-Abteilung der agierenden Unternehmen finden wir im Regelfall das passende Wunschunternehmen zu einem attraktiven Kaufpreis“, erklärt der ENWITO-Geschäftsführer.

Struktur bei der Akquise

Für die Akquise von Unternehmen hat es sich als sinnvoll erwiesen, einen strukturierten Prozess aufzusetzen, bestehend aus:

  • Entwicklung eines Investitions- und Expansionsprofils mit Zielen und Wunschvorstellungen des Investors
  • Projektmanagement des Investitions- oder Kaufprozesses
  • Market Research
  • Identifikation potenziell interessanter Unternehmen
  • Diskreter Ansprache von Unternehmen oder Eigentümern
  • Durchführung von Due-Diligence-Dienstleistungen
  • Unterstützung bei den Verhandlungen
  • Closing
  • „Bei diesem Prozess ist es wichtig, zielgerichtet auf die Maximierung der Wertschöpfung hin zu arbeiten und Risiken zu minimieren“, erläutert Witt. Sowohl bei der Identifikation von potenziellen Investitionen und der Gestaltung der Investitionsstrategie unterstützt seine Firma Unternehmer und Gesellschafter, als auch bei der Umsetzung der strategischen Wachstumspläne durch horizontale oder vertikale Expansion.

    Als Fazit hält der 41-Jährige fest. „Die wichtigsten Mittel für Konzerntransformationen werden in Unternehmensakquisitionen gefunden. Diese dienen nicht nur als Beschleuniger für die Transformation, sondern als effizientes Mittel, um die Entwicklung mit Geschwindigkeit und Effektivität voranzutreiben.“

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Business recession concept, crisis. business people analyzing sales data and the falling economic graph, Decreased funds and money. Fall of economy, capital reduction. Inflation. Falling income in GDPBusiness recession concept, crisis. business people analyzing sales data and the falling economic graph, Decreased funds and money. Fall of economy, capital reduction. Inflation. Falling income in GDPSutthiphong – stock.adobe.com
Studien

Deutsche Unternehmen verschärfen Sparkurs

Mehr als jedes zweite deutsche Großunternehmen stoppt derzeit geplante Investitionsprojekte. Keine Einsparungen vornehmen wollen indes die Unternehmen offenbar bei Investitionen in Künstliche Intelligenz und die digitale Transformation: Bereits 53 Prozent haben schon in KI investiert.
Anzugtraeger-Fallschirm-62377989-AS-SFIO-CRACHOAnzugtraeger-Fallschirm-62377989-AS-SFIO-CRACHOSFIO CRACHO – stock.adobe.com
Assekuranz

Unternehmensverkauf: Besser auf der versicherten Seite

Wenn Käufer infolge einer Verletzung von Garantien oder Freistellungen im Kaufvertrag einen Schaden erleiden, springt die „W&I-Versicherungen“ ein. Was sich dahinter verbirgt und warum diese Versicherung beim Verkauf von mittelständischen Unternehmen unerlässlich ist.
Stressed businessman sitting in officeStressed businessman sitting in officethodonal – stock.adobe.com
Management

Warum finden so viele Unternehmer keine Nachfolger?

Überhöhte Preisvorstellungen und/oder eine starke emotionale Bindung an den eigenen Betrieb verhindern häufig, dass Inhaber einen passenden Nachfolger finden. Wie verkaufswillige Inhaber eine Veräußerung ihres Unternehmens erfolgreich vorbereiten und durchführen können.
KI-Strukturen zwischen Kontrolle und OffenheitKI-Strukturen zwischen Kontrolle und OffenheitExperten Redaktion
Digitalisierung

Anthropic KI Claude Mythos und das Ende kontrollierter Verfügbarkeit

Unbefugter Zugriff auf Mythos zeigt, warum verteilte KI-Systeme strukturell nicht vollständig kontrollierbar sind.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht