Zinseszinseffekt: Das 8. Weltwunder für die Altersvorsorge nutzen
Durch Wissenschaft, Technik und Kultur verschieben sich Grenzen. Perspektiven und Dinge, die einst unvereinbar schienen, gewinnen rund um die Lebenswelten Gesundheit, Ernährung und Lifestyle an Bedeutung. Auch dadurch leben wir heute so lange wie nie zuvor. Eigentlich eine gute Nachricht, aber mit Folgen. Denn es stellt viele Menschen vor neue Herausforderungen. Ein langes Leben will finanziert sein. Wie sichern wir den Lebensstandard im Alter? Was passiert, wenn die Vorsorge nicht ausreicht?
Die eigene Lebenserwartung und das Risiko, im Alter finanziell unter Druck zu geraten, wird oft unterschätzt. Gleichzeitig verändern sich Lebensläufe und klassische Vorsorgemodelle grundlegend. Welche Lösungen gibt es also? Dazu hatte sich das Wissens- und Wissenschaftsformat „Welt der Wunder“ erstmals mit einem deutschen Lebensversicherer ausgetauscht. Lesen Sie hier die Antworten von Dr. Olaf Schmitz, Mitglied des Vorstands und verantwortlich für die Lebensversicherung bei den VPV Versicherungen, einem der ältesten Lebensversicherer in Deutschland mit fast 200 Jahren Erfahrung.
Obwohl die Lebenserwartung seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, ist uns das nicht bewusst. Warum ist das so?
Weil oft unsere eigenen Erfahrungswerte unsere Erwartungen bestimmen. Erfahren haben wir die Lebenserwartung der Eltern und Großeltern mit etwa 65 bis ca. 80 Lebensjahren. Deshalb gehen wir davon aus, genauso alt zu werden. Dabei bedenken wir nicht, dass die Sterblichkeit abnimmt und wir immer älter werden. Übrigens schon seit 150 Jahren. Trotzdem wird diese Tatsache ignoriert.
Darf ich Sie fragen, möchten Sie 100 Jahre alt werden? Und hat sich Ihr Blick auf die Zukunft, das Alter und die eigene Vorsorge verändert?
Tatsächlich habe ich mir zu meinem Alter keine Gedanken gemacht. Obwohl die Menschen heute im Durchschnitt immer älter werden, verbringen viele ihr letztes Lebensdrittel nicht bei bester Gesundheit.Darüber und wie das Alter finanziert werden kann, sollte man nachdenken. Unsere gesetzliche Rentenversicherung ist nur eine Basisabsicherung, die nicht alles abdeckt. Für das Alter muss Geld angespart werden, und private Vorsorge ist unausweichlich. Wer früh beginnt, kann stärker vom Zinseszinseffekt profitieren. Diesen hat schon Albert Einstein als das achte Weltwunder bezeichnet. Wichtig ist aber auch, sich dafür gute Beratung zu holen. Obwohl ich selbst in der Branche aktiv bin, ist mir der Austausch mit Experten für einen Rundumblick sehr wichtig. Deshalb setzt die VPV für eine umfassende Kundenberatung ihrer Versicherungsvermittler auf ausgezeichnete Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen.
Welche Rolle spielen Versicherungen mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft?
Wir spielen eine zentrale Rolle, da wir biometrische Risiken wie Berufsunfähigkeit, Todesfall, aber auch das lange Leben absichern. Ganz im Gegensatz zu Banken oder Neobrokern, die das nicht können. Als ältester Lebensversicherer in Deutschland kümmern wir uns um diese Anforderungen seit fast 200 Jahren. In uns und unsere Kapitalstärke vertrauen über 500.000 Kunden, die ein starkes Kollektiv bilden.
Wir sprachen davon, dass sich Lebensläufe von Jahr zu Jahr ändern können. Vieles wird schneller, moderner und flexibler. Wie kann darauf reagiert werden?
Unsere Eltern und Großeltern waren oft ein Berufsleben lang beim gleichen Unternehmen beschäftigt. Das ist heute kaum noch der Fall. Veränderungen in den Lebensbiografien erfordern für eine individuelle Absicherung die nötige Flexibilität. Bleiben wir bei der privaten Altersvorsorge: Nach dem Abschluss in jungen Jahren und dem Start in das Berufsleben wird manchmal noch ein Sabbatical eingeschoben und erst später mehr Geld verdient. Deshalb muss sich der Beitrag den Lebensphasen anpassen. Mit Beitragserhöhungen oder auch einer Beitragspause. Auch der Renteneintritt soll flexibel möglich sein. Zum Beispiel mit 62, 65 oder auch in späteren Jahren. Das sind die aktuellen essenziellen Grundkonstanten, die ein modernes Produktkonzept ermöglichen. Nicht zu vergessen ist auch der Zeitpunkt des Rentenbezugs. Man weiß nicht: wann möchte man sich etwas Schönes leisten, entstehen finanzielle Aufwände, wird man pflegebedürftig oder schwer krank? Auch dafür bietet die VPV Lösungen an, damit die Versicherten Zugriff auf ihr angespartes Vermögen haben, um all das zu finanzieren.
Wie erleben Sie Kundinnen und Kunden im persönlichen Gespräch. Ist ihnen bewusst, tatsächlich immer älter zu werden? Wissen sie von den Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge?
Wer einen Vertrag zur privaten Altersvorsorge abschließt, zahlt oft jahrzehntelang Beiträge, ohne direkt einen Nutzen zu spüren. Das Geld scheint zunächst einfach weg zu sein. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, sich ihr eigenes Leben im hohen Alter vorzustellen. Dabei werden wir heute älter als je zuvor. Gerade deshalb kann jeder früh gesparte Euro später einen großen Unterschied machen. Dessen sind sich viele nicht bewusst. Transparente Informationen und Aufklärung werden somit wichtiger denn je.
Für die private Altersvorsorge setzen viele auf ETFs und sind damit von den Kapitalmarktschwankungen abhängig. Wo sehen Sie Chancen, aber auch Risiken?
Erstmal ist es ein Fortschritt, dass mittlerweile viele mit ETFs Geld für später ansparen. In jungen Jahren ist das eine gute Vorgehensweise und besser, als gar nicht vorzusorgen. Spielen die Kapitalmärkte kurz vor Rentenbeginn verrückt (in den letzten Jahren kam das durchaus vor), kann es sein, dass ein Depot im falschen Augenblick nicht die gewünschte Summe enthält. Darum ist es wichtig, nicht nur auf ETFs zu setzen, sondern zu diversifizieren und eine Rentenversicherung dazu zunehmen. Aus Sicht eines Lebensversicherers sollte man von Beginn an auf die beste Lösung setzen: die private Rentenversicherung. Nach meinem Dafürhalten kann mit jedem kleinen Beitrag, wie zum Beispiel 20, 25 oder auch 50 Euro im Monat, begonnen werden. Als professioneller Kapitalanleger managen wir Kundenverträge auf der Grundlage des jeweiligen Risikoprofils.
Werfen wir einen Blick auf die drei Säulen der Altersvorsorge. Wie zukunftsfähig bewerten Sie das Modell?
Die gesetzliche Rente ist nicht kapitalmarktabhängig und wird mit ihrem Umlagesystem als Basisabsicherung immer eine Rolle spielen. Die betriebliche Altersvorsorge wird bis jetzt überwiegend von größeren Betrieben angeboten. Von kleineren leider nicht in dem Maße, wie es mir notwendig erscheint. Privat für später vorsorgen kann jeder und ohne Zwang. Die Entscheidung trifft jeder mündige Bürger selbst. Aufeinander abgestimmt ist diese Aufteilung auf alle drei Säulen von großem Vorteil.
Welche gesellschaftliche Rolle und Verantwortung übernehmen hier Versicherer?
Versicherer haben eine zentrale Verantwortung, um mit ihren Lösungen ein auskömmliches Einkommen im Alter zu ermöglichen. Wie eingangs erwähnt, grenzt sich die Branche damit von den Banken oder Neobrokern ab. In diesem Zusammenhang entstehen regelmäßig Diskussionen um deren Auszahlpläne mit einem Endalter von meist 85 Jahren. Doch konservative Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen beispielsweise: Geht eine Frau jetzt in Rente, überlebt sie ein Alter von 85 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent und Männer mit 40 Prozent. Somit leben drei von fünf Frauen und zwei von fünf Männern noch im Alter von 85 Jahren. Ist dann nur ein begrenzter Auszahlplan vorhanden, reichen die finanziellen Mittel für die verbleibenden Lebensjahre nicht aus. Genau deshalb übernehmen wir als Versicherer, die das Langlebigkeitsrisiko absichern, eine zentrale gesellschaftliche Rolle.
Die Versicherungsbranche wird durch den Einsatz von KI immer digitaler. Was bedeutet das für die persönliche Beratung?
Digitale Prozesse nutzt die Branche schon sehr lange und jetzt immer intensiver für die Kundenbetreuung. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten für den regelmäßigen Kundenkontakt. Einfache Vorgänge wie Adress- oder Kontodatenänderungen können dadurch schneller erledigt werden. Dadurch entsteht Freiraum für die individuelle Kundenberatung. Der insbesondere für Verträge, die seit vielen Jahren existieren, sehr wichtig ist. Lebenssituationen und auch Kapitalmärkte ändern sich. Deshalb ist es wichtig, den Versicherten alle Informationen für eventuelle Anpassungen zur Verfügung zu stellen.
Zum Format: Das deutschsprachige Wissens- und Wissenschaftsformat „Welt der Wunder“ bereitet komplexe Themen aus Wissenschaft und Forschung, Technik und Hightech, Geschichte, Zeitgeschehen, Alltag und Lifestyle leicht verständlich auf und vermittelt die Informationen im TV, online sowie im Magazinformat. Das Interview mit Dr. Olaf Schmitz steht auch hier zur Verfügung.
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