Wer kontrolliert die Online-Casinos auf Verbraucherschutz?

Veröffentlichung: 05.12.2018, 06:12 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Die Frage danach, wer die Online-Casinos in Deutschland kontrolliert, ist sehr heikel, denn es sind sehr unterschiedliche Aspekte zu betrachten.

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Zunächst einmal ist es schon sehr schwierig, hier nachhaltig ein Modell zu entwickeln, dass Chancengleichheit herstellt. Dies ist so, weil gerade im Bereich der Online-Games-Anbieter und der großen Wettanbieter schon aufgrund der rechtlichen Basis in Deutschland die Lage recht eindeutig ist. Denn grundsätzlich ist der Markt für Glücksspiele sehr stark reglementiert und im Prinzip ist das Geschäft auch verstaatlicht. Ganz so streng wird es natürlich nicht gesehen, denn sonst würde es keine Spielautomaten in Deutschland geben und es wären auch keine Online-Spiele möglich.

Keine örtliche Gebundenheit

Wir wollen uns aber hier nicht mit den rechtlichen Bedingungen auseinandersetzen. Für das Verständnis der Regelung des Verbraucherschutzes bei Online-Games ist im Prinzip nur wichtig, dass man nur bedingt auf das deutsche Recht abstellen kann. Der Grund liegt aber nicht darin, dass das deutsche Recht nicht greift, sondern die meisten Online-Casinos nicht dem deutschen Recht unterliegen, weil sie gar keine örtliche Gebundenheit haben. Sie operieren nur online und können sich dadurch auch in gewisser Weise in einem rechtsfreien Raum bewegen, der dadurch gekennzeichnet ist, dass man sich eben nur ganz bedingt an diese Gesetze halten muss. So sind auch gewisse Bereiche an jenem Ort geregelt, wo das Unternehmen ansässig ist.

Mit dem Testsieger der Online-Casinos gibt es keine Probleme mit dem Verbraucherschutz.

Der Glücksspielstaatsvertrag definiert Glücksspiel grundsätzlich als ein Spiel, bei dem der Spieler einen Einsatz zahlen muss, um eine Gewinnchance zu erhalten. Dabei wird das Ergebnis ganz oder überwiegend vom Zufall bestimmt.

Inwieweit hier der Verbraucherschutz auch sinnerfassend greift, ist schon oft Thema in juristischen Debatten gewesen. Aus diesem Grund weist man auch sehr gerne auf das Thema zurück, um sich maßgebend damit zu befassen. Es kann der Verbraucherschutz natürlich nicht jeden Bereich betreffen und schon gar nicht greifen, wenn sich die Anbieter online jeden Standort nach Belieben aussuchen können.

Keine Rechtssicherheit für Kunden

Online-Casino-Anbieter sind meist an Orten zu Hause, wo es de facto auch keine Rechtssicherheit für den Kunden gibt. Der deutsche Verbraucherschutz wird zum Beispiel nicht Bestand halten, wenn es um die Ergreifung der Rechte für den Kunden in Deutschland geht.

Denn es ist schwierig, die Klagebeträge in Curacao einzuklagen, wenn man in Deutschland zu Hause ist. Immerhin handelt es sich hier auch um ein Inselreich, wo man nicht einfach einen Flug einbuchen kann und dort dann in das Büro gehen könnte. Es ist vermutlich auch nicht viel leichter, in ein entsprechendes Büro in London zu gelangen und dort den Chef zu sprechen, wenn es ein Problem mit dem Verbraucherschutz in Deutschland gibt, aber vermutlich sind die rechtlichen Instanzen leichter anzurufen als ein Gericht in Curacao.

Die Möglichkeiten des deutschen Verbraucherschutzes sind also in Deutschland leider sehr begrenzt. Man darf das aber nicht falsch verstehen, denn in Summe greift natürlich auch der deutsche Verbraucherschutz in Deutschland. Alles andere wäre ja widersinnig und würde jeder Logik widersprechen.

Rechtsschutz nur bei Aussicht auf Gewinn

Dennoch hat man meist in der Praxis keine feste Handhabe gegen eine ungerechte Behandlung der Kunden, wenn man sich bestimmte Fälle ansieht: Entweder wird die Beurteilung des Falles zu teuer, weswegen man daher schon aus mangelhaften monetären Motiven die Finger von dem Fall lässt, oder man geht einen Schritt weiter und versucht es mit der Unterstützung durch die Rechtsschutzversicherung.

Der Rechtsschutz wird aber in der Regel auch nur in Fällen aktiv, wo er vielleicht eine Art Sammelklage anstreben kann und dadurch gleich mehrere Fälle der gleichen Art verfolgen kann. Letztlich gehen natürlich auch die Anstifter selbst immer nur mit einem kalkulierbaren Risiko vor und es verwundert daher auch gar nicht, dass selbst die rechtliche Vertretung nur dann aktiv werden kann, wenn sich das Risiko auch lohnt.

Allerdings sieht diese das große Risiko, weil die meisten Online-Casinos hier nur in einem Drittstaat ansässig sind, der selbst in einem eigenen geschützten Rechtsbereich ansässig ist.

Dies schränkt natürlich die Möglichkeiten weitgehend ein, hier rechtlich tätig zu werden und sich dahingehend zu engagieren.

Das Wetten auf den Eintritt oder das Ergebnis eines zukünftigen Ereignisses sind schon als unsicher einzustufen, aber einen Anbieter von Online-Games oder Sportwetten auf die Vernachlässigung von Bestimmungen beim Verbraucherschutz zu klagen, der noch dazu in einem Drittstaat ansässig ist, wird noch weiterhin als Faktor mit zusätzlichem Risiko eingestuft. Wie Sportwetten oder Pferdewetten, gelten diese als Glücksspiele, wenn sie gegen einen Einsatz eingetauscht werden. In diesem Fall ist das Element des Zufalls irrelevant. Meist hängt der Verbraucherschutz auch in Deutschland mit der notwendigen Lizenzvergabe zusammen. Wenn eines der Elemente fehlt, handelt es sich bei dem Dienst in der Regel nicht um Glücksspiele, weshalb keine Glücksspiellizenz erforderlich ist.

Aus diesem Grund gelten Gratisspiele (bei denen der Spieler keinen Einsatz zahlen muss) oder Spiele, bei denen nichts Wertvolles vergeben wird, als Glücksspiele. Hier gibt es natürlich einige Ausnahmen, die man immer berücksichtigen muss, aber in Summe hat der Bereich natürlich seine Berechtigung. Die Bestimmungen wirken sich auch entsprechend auf den deutschen Verbraucherschutz aus.

Bild: © alphaspirit / fotolia.com

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