Rechenbeispiel: fatale Konsequenzen bei spätem Vermögensaufbau
Die repräsentative Finanzwissen-Studie im Auftrag der Kapitalgesellschaft RWB Group verdeutlicht, dass sich die Deutschen bei keiner anderen Finanzangelegenheit so unsicher fühlen wie beim Investieren. Dabei ist es wichtig, früh mit dem Vermögensaufbau anzufangen, wie ein Rechenbeispiel des FPSB Deutschland verdeutlicht.
Lediglich 55,1 Prozent trauen sich zu, in Fonds oder Einzelwertpapiere zu investieren, während dies knapp 80 Prozent für die Aufnahme eines Kredits angeben. Und sogar 90 Prozent der befragten Verbraucher fühlen sich ohne Probleme in der Lage, eine Versicherung abzuschließen.
Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB), erklärt:
„Viele Verbraucher beschäftigen sich nur höchst ungern und widerwillig mit Fragen zu Vermögensaufbau, Risikoabsicherung und Altersvorsorge. Das hat vielfältige Gründe und es wird höchste Zeit, dass sich das ändert.“
Speziell die Befragten unter 30 Jahre offenbaren eine erschreckende Unkenntnis. Rund 62 Prozent dieser Altersgruppe erklärten, dass sie nicht wüssten, wie sie ihr Geld in Aktien oder Fonds anlegen können.
Das Problem ist: Je später jemand beginnt, desto mehr Geld muss er Monat für Monat auf die Seite legen, länger arbeiten und sich möglicherweise später in seinem Konsumverhalten einschränken.
Folgendes Rechenbeispiel des FPSB Deutschland verdeutlicht dies:
Jemand strebt ein Sparziel von 500.000 Euro an. Über diese Summe möchte er ab dem 65. Lebensjahr flexibel verfügen. Dafür will der Sparer Monat für Monat einen festen Betrag in ein gemischtes Portfolio, das zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Anleihen besteht und das zwei Prozent Rendite pro Jahr nach Inflation, Steuern und Kosten bringt, investieren.
- Mit einem Sparbeginn im Alter von 25 Jahren hat der Sparer 40 Jahre lang Zeit, mit einer Sparrate von 680 Euro monatlich sein Sparziel von 500.000 Euro mit 65 Jahren zu erreichen.
- Mit einem Sparbeginn im Alter von 30 Jahren kann der Sparer sein Sparziel von 500.000 Euro mit 65 Jahren erreichen, indem er 35 Jahre lang 820 Euro monatlich zur Seite legt.
- Mit einem Sparbeginn im Alter von 35 Jahren benötigt der Sparer rund 1.015 Euro monatlich, um über 500.000 Euro in 30 Jahren zu verfügen.
- Ein 40-Jähriger muss 25 Jahre lang monatlich 1.280 Euro sparen, wenn er mit 65 Jahren 500.000 Euro zusammen haben möchte.
Bild: © Gajus / fotolia.com
Themen:
LESEN SIE AUCH
Finanzplanung: Frauen gehen anders vor
Pflegeversicherung ist drittgrößte Sozialversicherung
Finanzplanung: früh beginnen, lebenslang anpassen
10 Fehler bei der Altersvorsorge
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Frauen und Finanzen: Warum viele trotz Einkommen nicht unabhängig sind
Das deutsche Spar-Paradox: Warum Anleger trotz besserem Wissen falsch handeln
Zwischen Crash und Comeback: Was Anleger aus 25 Jahren Krisen gelernt haben
UniCredit tastet sich an die Commerzbank heran
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.














