Zunehmende Skepsis bei Investmentchancen
Versicherer stehen dem aktuellen Investmentumfeld zunehmend pessimistisch gegenüber und sind der Meinung, dass sich Investmentmöglichkeiten verglichen zum Vorjahr verringert haben. So die Ergebnisse der globalen Versicherungsstudie mit dem Titel "Foggier as We Climb" von Goldman Sachs Asset Management (GSAM).
Risikoreduzierung ist geplant
Als Reaktion auf diese zunehmende Besorgnis wollen mehr Versicherer (17 Prozent, gegenüber 10 Prozent im Vorjahr) ihre Portfolios risikoärmer aufstellen wollen, statt das Risiko zu erhöhen (16 Prozent, gegenüber 26 Prozent im Vorjahr). Es ist das erste Mal seit Beginn der Studie im Jahr 2011, dass mehr Befragte das Risiko eher reduzieren möchten statt es zu erhöhen.
Volker Anger, Leiter der DACH-Region beim Insurance Asset Management von GSAM, dazu:
Volker Anger, Leiter der DACH-Region beim
Insurance Asset Management von GSAM"Zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt sehen wir im Jahr 2018 eine Rückkehr der Marktvolatilität. Dies verunsichert die Märkte und lässt Versicherer die aktuelle Investmentlandschaft hinterfragen. Während der letzten Jahre waren niedrige Renditen die Hauptsorge in der Versicherungsbranche. Das sich verändernde wirtschaftliche Umfeld führt nun dazu, dass sich die Versicherer für den Fall eines wirtschaftlichen Abschwungs wieder mehr darauf konzentrieren, ihre Portfolios abzusichern."
Kernaussagen der Versicherungsstudie
- Versicherer sind über steigende Inflation und Leitzinsen beunruhigt: 85 Prozent der Versicherer sind sich einig, dass die Inflation in den nächsten fünf Jahren eine Herausforderung darstellt. 65 Prozent erwarten, dass die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen bis Ende 2018 auf über drei Prozent steigen werden.
- Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit bleibt die positive Aktienmarkteinschätzung: 77 Prozent glauben an eine positive Entwicklung der Renditen des S&P 500 in diesem Jahr.
- Wachsendes Interesse der Versicherer an renditestärkeren, weniger liquiden Anlageklassen wie Private Equity, Infrastrukturanleihen, gewerbliche Hypothekendarlehen und Mittelstandsanleihen sowie einer Bewegung hin zu variabel verzinslichen Vermögenswerten.
- ESG-Kriterien werden für Versicherer interessanter: 40 Prozent der Befragten berücksichtigen sie bei der Kapitalanlage. Im Vorjahr waren es 32 Prozent.
- Big Data und künstliche Intelligenz sind auf dem Vormarsch: 15 Prozent der globalen Versicherer nutzen dies derzeit in ihren Portfolios, während weitere 40 Prozent erwägen, dies in Zukunft einzuführen.
- In den Investmentportfolios spielen Kryptowährungen derzeit keine Rolle. Dennoch hält es ein Drittel der Unternehmen für verfrüht, um festzustellen, ob Kryptowährungen relevant sein werden.
- Das größte Bedenken der Versicherer in diesem Jahr ist eine mögliche Konjunkturabschwächung bzw. Rezession in den USA, die zu Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten führen könnte.
Bilder: (1) © olly / fotolia.com (2) © GSAM
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