Keine Prozesse, keine Effizienz – kein Geschäft

Veröffentlichung: 06.12.2017, 06:12 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Immer mehr Vertriebe, Pools und Softwarehersteller, setzen die Standards für den BiPRO Datenaustausch um. Jetzt fordern diese mehr Geschwindigkeit. Für die Versicherer bedeutet dies zusätzlichen Druck. Der durchaus ehrgeizige Ansatz des Datenaustauschprojektes stellt für viele ein Problem dar, nachdem der Datenaustausch mit Vermittlern nur eine von vielen technischen Herausforderungen ist.

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Gleichzeitig müssen immer wieder neue gesetzliche Vorlagen umgesetzt werden, sodass die Produktanbieter nur Schritt für Schritt den Wünschen der Vermittlerbetriebe nachkommen können. Nachdem die BiPRO für eine Vielzahl an Datenaustauschvorgängen Standards definiert hat, waren bei einigen Versicherer die Prioritäten bei der Umsetzung durchaus etwas unklar. Hinzu kommt, dass auch auf Seiten der User für einige Zeit Uneinigkeit herrschte. Jetzt haben sich die wichtigsten Consumer auf eine Reihenfolge verständigt.

In der Unterstützerliste finden sich marktführende Softwarehersteller wie Assfinet, IWM, Zeitsprung und SmartInsurtech, aber auch Pools wie blau direkt und die BCA AG. Mit Vertrieben wie MLP und SwissLife Select wird die Initiative auch durch einflussreiche Vertriebe getragen. Mit dem VDVM stellt sich auch ein Vermittlerverband hinter die Initiative.

Im Kern erklärt die Gruppe, wie und in welcher Reihenfolge die Umsetzung der nächsten Standards aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Die Erklärung stellt keine konkreten Forderungen in der zeitlichen Implementierung und dürfte die Versicherer trotzdem unter Zugzwang setzen.

Es bleibt der eigenen Phantasie überlassen, welches Ungleichgewicht entstehen mag, wenn Vertriebe Wünsche der Produktanbieter nach mehr Effizienz erfüllen und Versicherer andererseits die Bedürfnisse im eigenen Haus nicht befriedigen. Konsequenzen sind dann nur eine Frage der Zeit.

So kontaktierte beispielsweise der Maklerpool blau direkt bereits zur DKM verschiedene Deckungskonzeptgeber und Versicherer, um auf Folgen aufmerksam zu machen.

Oliver Pradetto, Geschäftsführer von blau direkt, erläutert dazu:

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„Nachdem wir seit 2 Jahren mahnen, haben wir nun insgesamt vier Produktanbieter aus unserem aktiven Angebot entfernt. In unseren Vergleichsrechnern sind diese nicht mehr zu finden. Mit jedem neuen Antrag wächst der Stapel manueller Arbeit. Ineffiziente Vermittlungsprozesse können wir nicht länger aufrechterhalten.“

Bis dato keine Umsatzeinbußen

Den Angaben des Pools zu Folge hat die Streichung der Anbieter zu keinerlei Umsatzeinbußen geführt. Den angeschlossenen Partnern seien Arbeitsersparnisse mittlerweile wichtiger als einzelne Produkte. Fehlt ein Anbieter, wählten diese einfach einen anderen Produktgeber aus.

Obwohl der Schritt drastisch wirkt, geht der Pool noch einen Schritt weiter und baut zunehmend Druck auf die Produktanbieter auf.

Marcel Canales, Prozessplaner und ebenfalls Geschäftsführer von blau direkt, erklärt:

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„Natürlich tut es den Versicherern weh, wenn sie kein Neugeschäft mehr erhalten. Unser Problem lösen wir damit aber noch nicht, denn alles, was bis dahin im Bestand ist, muss weiterhin manuell aufwendig bearbeitet werden. Darum haben wir betroffenen Anbietern angekündigt, dass wir die entsprechenden Bestände ab April 2018 gezielt umdecken.“

Weitere Maßnahmen

Zwar hofft der Lübecker Pool, dass die Umdeckung schlussendlich nicht notwendig sein wird und die Anbieter bis dahin verbindlich entsprechende Umsetzungsinitiativen zusagen, aber für den Fall der Fälle sei man gerüstet. Mit einem digitalen Versicherer wurden passende Konzepte vereinbart und die Planung sieht vor, die betroffenen Bestände innerhalb eines Jahres um 70 Prozent zu reduzieren.

Bilder: (1) © rrice / fotolia.com (2-3) © blau direkt

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