Wer transportiert, riskiert

Veröffentlichung: 15.07.2016, 08:07 Uhr - Lesezeit 9 Minuten

Wenn Unternehmen ihre Waren auf Reisen schicken, können sie den Transport und den Zustand ihrer Lieferung bis zum Ziel oft nicht kontrollieren. Wenn die Ladung aber zu Bruch geht oder gestohlen wird, ist der finanzielle Schaden groß. Die Nürnberger bietet für kleine- und mittelständische Unternehmen passende Transportversicherungen.

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cms.eugjp.x Jürgen Schulze, Abteilungsdirektor bei der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe

Das gesamte Transportaufkommen in Deutschland ist in den letzten drei Jahren gewachsen. Durch die gute konjunkturelle Lage in Deutschland profitieren alle von einem soliden und stetigen Wirtschaftswachstum. Nicht nur der Außenhandel nahm weiterhin zu, auch die Importe erhöhten sich infolge der robusten Binnennachfrage. Motor der deutschen Wirtschaft ist dabei der Mittelstand, der fast 55 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes beisteuert. Dessen Transporte – welcher Art auch immer – sollten bei der Versicherungsberatung immer angesprochen werden. Denn zur Absicherung von Unternehmen gehört eben nicht nur eine Haftpflicht- und Sachversicherung.

Häufig bestehen falsche Vorstellungen über die Notwendigkeit einer Transportversicherung. Wer sich für die Durchführung seiner Transporte eines Beförderungsunternehmens wie Spediteur, Bahn oder Paketdienst bedient, geht mitunter davon aus, dass seine Güter dann schon ausreichend versichert sind. Das ist jedoch nicht der Fall. Denn Frachtführer haften nur mit einem pauschalen Betrag pro Kilogramm Fracht. Schon bei einer Palette mit nur 150 kg Waren kann die Differenz groß sein. Der gesetzliche Schadenersatz, der geleistet werden muss, beträgt i. d. R. nur ca. 1.400 Euro. Stellt man sich vor, dass in den Paketen Elektronikbauteile verschickt wurden, reicht die Summe bei Weitem nicht aus.

(K)Eine Frage der Haftung

Die Haftung der Spediteure und Frachtführer ist also kein Ersatz für eine Transportversicherung. Abgesehen davon, dass die Beförderungsunternehmer teilweise dem Grunde nach nur sehr eingeschränkt und der Höhe nach in der Regel sehr begrenzt haften, entsteht auch ein Wirrwarr von Haftungsgrundlagen, sobald bei der Durchführung mehrere Transportunternehmer beteiligt sind, sodass Ansprüche nur schwer und kaum jemals in voller Höhe durchzusetzen sind.

Ein Beispiel: Die Pakete werden vom Spediteur aus dem Lager abgeholt und in Container verpackt. Anschließend werden sie auf die Schiene verladen, um dann in Hamburg auf ein Frachtschiff zu kommen. Am Zielhafen wird der Container mit den Paketen wieder auf einen Lkw geladen und zum Empfänger gebracht. Dieser stellt dann fest, dass Teile der Ladung beschädigt oder nicht vorhanden sind. Jetzt kann kaum noch festgestellt werden, wann dieser Schaden eingetreten ist und wer daran die Schuld trägt.

Eine Transportversicherung bietet hier den großen Vorteil, dass sie vorleistungspflichtig ist und somit für den transportversicherten Kunden die Pflicht entfällt nachzuweisen, wo und in wessen Gewahrsam ein Schaden eingetreten ist. Hinzu kommt, dass die unterschiedlichen Haftungsgrundlagen verschiedene Orte der Gefahrübertragung regeln. Nach dem HGB wäre der Käufer für den Transport im Risiko.

Das Gleiche gilt bei der Vereinbarung der Lieferklausel „ab Werk“ oder „ab Fabrik“. Bei „Frei Haus“-Lieferungen trägt dagegen bis zur Ablieferung beim Empfänger der Absender das Risiko, also müsste er sich in diesem Falle versichern. Im internationalen Seeverkehr lauten die gebräuchlichsten Klauseln „fob“ und „cif“. Bei Lieferung „fob Hamburg“ trägt der Verkäufer nur bis zur Verladung der Ware in Hamburg das Risiko, bei „cif New York“ liefert der Absender einschließlich Kosten, Versicherung und Fracht bis New York.

Demnach hat der Absender diese Lieferung für den Transport zu versichern. Für deutsche Unternehmen empfiehlt es sich – sowohl bei Exporten als auch Importen – die Transportversicherung in Deutschland abzuschließen und zwar für die gesamte Reisestrecke. Dann muss bei einem Schaden nicht geklärt werden, wann und wo ein Schaden eingetreten ist und auf welche Versicherungsdeckung er entfällt. Außerdem lässt sich für einen deutschen Unternehmer natürlich ein Schadenfall leichter mit einem deutschen Versicherer abwickeln, als wenn Forderungen bei ausländischen Gesellschaften geltend gemacht werden müssen.

Pauschaler Schutz für Europa

Der Nürnberger TransportSchutz Europa bietet eine unkomplizierte Lösung für mittelständische Unternehmen bis zehn Millionen Euro Umsatz. Damit sind pauschal alle Transporte das ganze Jahr geschützt. Die Beitragsberechnung ist dabei ganz einfach.

Denn es sind nur vier Angaben notwendig, die sofort zu erfahren sind: Jahresumsatz, Art der Güter, maximaler Wert einer Ladung in Euro und die Betriebsart. Versichert sind Sachschäden durch viele Risiken und Gefahren an allen Produkten des Herstellungs- und Lieferprogramms – zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Beispielsweise durch Unfall des Transportmittels, Diebstahl, Vandalismus, Bruch, Nässe, Brand, Blitzschlag oder Sturm.

Der Schutz gilt in 34 europäischen Staaten (geografisch), nur bestimmte osteuropäische Länder sind davon ausgenommen. Für einen Umsatzanteil von maximal zehn Prozent gilt der Versicherungsschutz außerdem weltweit. So kann der Versender sicher sein, dass auch ein einzelner Transport in die USA oder nach Asien geschützt ist. Für das Abholen und Anliefern von Waren mit eigenen Fahrzeugen besteht ebenso Versicherungsschutz und ein separater Vertrag ist dafür nicht notwendig.

Außerdem sind bei der Teilnahme an Messen und Ausstellungen alle Waren am Messestand einschließlich des Hin- und Rücktransports versichert. Auch dafür ist kein zusätzlicher Vertrag nötig. Mit dieser pauschalen Lösung lassen sich kleine und mittelständische Betriebe wie Händler und Produzenten schnell und unkompliziert absichern.

Weltweit auf Nummer sicher gehen

Für große Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz bzw. Unternehmen mit weltweiten Lieferungen bietet der Nürnberger TransportSchutz Global individuellen Versicherungsschutz. Ebenso ist es möglich, Einzeltransporte abzusichern.

Handwerker sicher unterwegs

Die Nürnberger hat für Handwerker und andere Kleinunternehmer ebenfalls die passende Transportlösung parat. Viele sind mit eigenen Transportfahrzeugen unterwegs. Bei Unfall oder Diebstahl jedoch sind wertvolle Kundenware, teures Material und die eigenen Arbeitsgeräte nicht über die Kaskoversicherung geschützt. Diese Lücke kann mit der Nürnberger Transporterinhalt-Versicherung geschlossen werden.

Sie ist ebenfalls unkompliziert, da auf die Nennung der Kfz-Kennzeichen verzichtet wird, die Anzahl der Fahrzeuge und die Ladungswerte genügen. Der erweiterte Nachtschutz ist für Handwerker selbstverständlich inklusive. Und wer Gegenstände vor Ort auf der Baustelle lagert, kann diese mit dem „BaustellenSchutz“ absichern.

Bild: (1) © lasse designen / fotolia.com (2) © Nürnberger

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