Immer wieder montags kommt der Unfall

Veröffentlichung: 27.06.2016, 07:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Montags passieren bei der Arbeit und auf dem Weg dorthin mehr Unfälle als an den übrigen Wochentagen. Das zeigen Zahlen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Mit dafür verantwortlich könnte die sogenannte Montagsmüdigkeit sein.

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Im vergangenen Jahr wurden der BGW aus ihren Mitgliedsbetrieben über 20.000 Arbeits- und Wegeunfälle gemeldet, die sich an einem Montag ereigneten. Damit lag der Wochenbeginn wie in den Jahren zuvor in dieser Unfallstatistik ganz vorne. Darauf folgten 2015 der Dienstag mit rund 19.300 und der Mittwoch mit rund 19.200 Unfällen. Im weiteren Wochenverlauf gingen die Zahlen noch weiter zurück. Berücksichtigt wurden Unfälle, die mehr als drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zogen.

Faktor Montagsmüdigkeit

Auffällig dabei: Besonders hoch waren die Unfallzahlen am Montagmorgen und -vormittag - nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch im Berufsalltag selbst. "Das deutet darauf hin, dass sich hier die sogenannte Montagsmüdigkeit bemerkbar macht", erklärt Jutta Lamers, Präventionsleiterin der BGW.

"Viele Menschen schlafen am Wochenende später und länger als unter der Woche. Dadurch verschiebt sich die innere Uhr. Der Körper gerät dann unter Umständen in Startschwierigkeiten, wenn der Tag wieder früher beginnen soll. Erschwerend kommt für manche hinzu, dass sie gerade am Sonntagabend schlecht einschlafen können. Entweder, weil sie einfach noch nicht müde sind - oder weil der bevorstehende Wochenanfang sie innerlich unruhig macht."

Tipps für einen munteren Wochenstart

Um nach Wochenenden und Feiertagen ausgeruht ins Arbeitsleben zurückzukehren, empfiehlt die BGW: Einen relativ gleichmäßigen Schlafrhythmus anstreben. Lamers  erläutert :

"Dazu gehört, dass man unter der Woche jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit zu Bett geht und die Schlafenszeit am Wochenende höchstens zwei Stunden nach hinten schiebt. Außerdem schläft man am Wochenende am besten nur unwesentlich länger als sonst. Das setzt natürlich voraus, dass man auch unter der Woche genügend Nachtruhe bekommt."

Den Sonntagabend gelassen angehen. Die Expertin rät:

"Wer vor dem Wochenstart schlecht einschläft, sollte gerade am Sonntag tagsüber auf genügend Bewegung achten, die den Körper fordert und müde macht. Helfen können auch ein ausgedehnter Spaziergang am Abend oder persönliche Entspannungsrituale wie Lesen oder Musikhören."

Am Montag möglichst entspannt in den Tag starten. "Gerade am ersten Morgen der Woche gönnt man sich und anderen am besten etwas mehr Zeit", so Jutta Lamers. "Der Körper braucht an diesemTag tendenziell etwas länger, um hochzufahren. Es lohnt sich, darauf zu Hause, auf dem Weg zur Arbeit und auch im Betrieb Rücksicht zu nehmen. Hilfreich ist zum Beispiel eine flexible Zeit für den Dienstbeginn. Wo sich das nicht einrichten lässt, kann man stattdessen vielleicht die Aufgaben am Montagmorgen etwas entzerren."

cms.ghvwc.x Gefährlicher Wochenstart: Montags besonders viele Arbeitsunfälle

Bild: (1) © Halfpoint / fotolia.com (2) © Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

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