die Bayerische: Neuorientierung greift
Trotz eines erheblichen Rückganges des Gesamtgewinns der Versicherungsgruppe die Bayerische um mehr als 40 Prozent ist die Stimmung im Vorstand positiv. Zahlreiche strategische Erfolge sind ebenfalls zu verzeichnen: die Beitragseinnahmen der Leben-Tochter wachsen um 38 Prozent und trotz Aufgabe der Rechtsschutzsparte verzeichnet auch die Sachversicherung einen Anstieg bei den Beitragseinnahmen. Und es soll zielgerichtet weiter gehen.
Im vergangenen Jahr erreichte das Eigenkapital der Gruppe mit 202 Millionen Euro den höchsten Wert in der 157-jährigen Unternehmenshistorie (2014: 189 Millionen Euro) – bei Brutto-Beitragseinnahmen von 457,3 Millionen Euro. Auch die Zinszusatzreserve wuchs nochmals kräftig auf nunmehr 142,1 Millionen Euro (plus 18 Prozent). Die Solvabilitätsquote (Solva 1) der Konzernmutter Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G. beträgt 256 Prozent (2014: 240 Prozent). Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe die Bayerische:
„Das Marktumfeld im Jahr 2015 war geprägt von spürbaren Belastungen. Umso mehr freut es uns, dass wir dennoch die dynamische Entwicklung der letzten Jahre weiter fortsetzen konnten. Unsere Marke ist erfolgreich etabliert, die Gesellschaften sind für Solvency II gut aufgestellt - das stimmt uns zuversichtlich auch in Zukunft weiteres Wachstum zu generieren."
Neue Leben
Die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG, die operative Tochter für die Lebensversicherungs-Produkte, verzeichnete ein besonders starkes Wachstum: Die Brutto- Beitragseinnahmen sprangen auf 199,5 Millionen Euro (plus 38 Prozent). Die Verwaltungskosten lagen bei 2,0 Prozent (Vorjahr 2,3 Prozent) und damit unter dem Branchenmittel.
Die Eigenkapitalquote beträgt 11,0 Prozent – ein Vielfaches des Branchenüblichen. Die Leben-Tochter der Bayerischen erreicht nach den neuen Vorgaben von Solva II eine Bedeckungsquote von 223 Prozent - und das ohne die Nutzung von Übergangsmaßnahmen. Überdies erteilte im Geschäftsjahr 2015 die Ratingagentur Assekurata der Neuen Bayerischen Beamten Lebensversicherung das Rating A+ („sehr gut“).
Trotz des Niedrigzins-Umfeldes erreichte die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG eine Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 5,2 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Überschuss-Deklaration 2016 beträgt 3,3 Prozent, zusammen mit dem Schlussgewinnanteil sowie der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven bietet das Unternehmen damit eine Gesamtverzinsung von bis zu 3,94 Prozent. Dr. Schneidemann trat erneut deutlich für die Lebensversicherung und auch die Riester-Rente ein:
„Wenn der Zins sinkt, sinkt nicht automatisch die Lebenserwartung!“
Versicherung basiere auf dem Kollektivprinzip - und funktioniere letztendlich auch ohne Zinsgewinne. Der Gewinn liege darin, eine lebenslange Rente zu bekommen - und wer länger lebe, hätte einen höheren Gewinn. Das unterstreiche auch die Kampagne „Die Hundertjährigen kommen“, die die Bayerische im Sommer 2015 lanciert hatte. Bisher würde nur mit Angstszenarien gearbeitet. Dass der Großteil der Bevölkerung gesund sehr alt werden wird und dafür vorsorgen müsse, sei das eigentliche Thema, auch bei der geförderten Rente.
Sachversicherungen
Beim Kompositversicherer Bayerische Beamten Versicherung AG schlugen sich die Produktinnovationen positiv nieder: Das Neugeschäft (netto) Schaden-Haftpflicht-Unfall (SHU) erhöhte sich auf 9,0 Millionen Euro – ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen, trotz der Aufgabe der Rechtsschutzsparte, leicht auf 104,8 Millionen Euro (2014: 104,2 Millionen Euro) – bei SHU erhöhte sich der entsprechende Wert sogar um 11 Prozent. Die Combined ratio (brutto) hat sich mit 96 Prozent deutlich verbessert, die Aufwendungen für Versicherungsfälle gingen auf 49 Millionen Euro zurück (Vorjahr 76,6 Millionen Euro).
Strategische Zielsetzungen
Kundenorientierte Prozesse durch Digitalisierung, Ertragsorientierung, Stärkung der Marke, Ausbau ertragreicher Sparten sowie die stärkere Einbindung der Mitarbeiter in diese Prozesse - das sind die „High 5“-Ziele, die strategischen Ziele des Unternehmens bis 2020. Bei der Digitalisierung und dem Ausbau eines kompetenten und ausgebildeten beratungszentrums wird Datenschutz wichtig genommen. Martin Gräfer dazu:
„Der Kunde entscheidet, welche Informationen an wen weitergegeben werden, welche Daten wo gespeichert werden und sie können dies jederzeit einsehen.“
Hinzu kommen der weitere Ausbau der Ausschließlichkeit auf 400 Mitarbeiter deutschlandweit, die Zusammenarbeit mit den Mehrfachagenten über die Bayerische Finanzberatungs- und Vermittlungs-GmbH, Vertriebskooperationen mit Allfinanzbetrieben. Gewerbekunden werden als Zielgruppe wieder anvisiert. Hier ist für KMUs und Kleingewerbe analog zur „Meine-eine-Police“ ab dem 3. Quartal 2016 ein Kombischutz-Angebot sowie eine All Risk-Police geplant.
Bild: © alphaspirit / fotolia.com
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