Aon: Karte der weltpolitischen Risiken
Der anhaltend niedrige Ölpreis stellt für Investoren in instabilen ölabhängigen Ländern wie Irak, Libyen, Russland und Venezuela das größte politische Risiko im Jahr 2016 dar. Zu diesem Schluss kommt der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions bei der Präsentation seiner Weltkarte der politischen Risiken 2016.
„Da es keine Anzeichen dafür gibt, dass der Ölpreis in absehbarer Zeit auf das frühere Niveau steigen wird, werden die Turbulenzen in vielen ölproduzierenden Staaten bestehen bleiben oder sich sogar verschlechtern“, sagt Silja-Leena Stawikowski, Expertin für politische Risiken bei Aon Risk Solutions in Deutschland.
Besondere Sorgen bereiten der Aon-Expertin die Konflikte zwischen Ländern und Terrororganisationen im Nahen Osten und in Afrika – Regionen, in denen die Auswirkungen niedriger Ölpreise ohnehin stark spürbar seien. „Extremistische Gruppen wie der IS und Boko Haram erzeugen hier eine hohe politische Gewalt. Sie nutzen die durchlässigen Grenzen und schwachen Institutionen im Nahen Osten und in Afrika für ihre Zwecke aus und gefährden die dortige Wirtschaft.“ Die ölproduzierenden Nationen müssten dann einen Ersatz für entgangene Einnahmen finden – häufig durch Steueranpassungen. Das Problem: „In vielen Ländern dürften höhere Steuern zu weiteren politischen und wirtschaftlichen Belastungen führen“, sagt Stawikowski.
Länderbewertungen:
Für acht Länder wird auf der Weltkarte der politischen Risiken 2016 eine quantifizierbare Minderung des politischen Risikos verzeichnet: China, Iran, Pakistan, Äthiopien, Serbien, Jamaika, Nepal und Haiti. In vier Ländern erhöhte sich das allgemeine politische Risiko: Kap Verde, Mikronesien, Philippinen und Suriname.
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