Blended Learning

Veröffentlichung: 03.07.2015, 09:07 Uhr - Lesezeit 10 Minuten

Blended Learning, im Deutschen auch als Integriertes Lernen bezeichnet, verbindet die klassische Präsenzschulung mit verschiedenen Modulen des sogenannten E-Learnings. Und vereint so in idealer Weise die Vorteile einer direkten Interaktion zwischen Seminarteilnehmern und Dozenten mit dem kontinuierlichen Lernprozess eines Online-Lehrgangs.

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cms.vjesq.x Enno Peters, freiberuflicher Dozent und Trainer, Produktmanager, Campus M/Online-Lernen, Deutsche Makler Akademie

Die klassische Präsenzschulung vor Ort war lange Zeit die zentrale Form der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Dies bedeutete für die Lernenden ein- bis mehrtägige Präsenzschulungen am Seminarort in einem etwa ein- bis zweimonatigen Abstand. Während dieser Präsenztage ist unbestritten die Intensität der Interaktion von Lernenden und Trainer sehr hoch. Es können Inhalte sehr detailliert vermittelt werden, in Zusammenhang gestellt werden mit der praktischen Anwendung, und, was sicher das Wichtigste in den Präsenzterminen ist, es besteht die Möglichkeit, in Interaktion zu treten. Sowohl können die Teilnehmenden Fragen direkt an den Trainer / die Trainerin stellen. Es können aber auch im Dialog mit der gesamten Gruppe Inhalte erarbeitet werden. Gerade diese Möglichkeit der direkten Interaktion in der Lerngruppe ist für den Lernfortschritt wichtig. Hier entsteht die Motivation für weiteres Lernen, hier können die Lernenden ihren Lernfortschritt einschätzen, hier werden Defizite klar, die noch aufgeholt werden müssen. Auch der Trainer / die Trainerin lernt hier über die Rückkopplung mit seinen / ihren Teilnehmern, was verstanden wurde und was noch einmal wiederholt werden sollte.

Was passiert in der Zeit bis zum nächsten Präsenztermin?

Leider häufig wenig. Im Arbeitsalltag ist der Anreiz für den einzelnen Teilnehmer / die Teilnehmerin häufig gering, die Mappe mit den Schulungsunterlagen doch nochmal zur Hand zu nehmen, um ein Thema zu vertiefen, Übungsaufgaben nachzuvollziehen oder die handschriftlichen Notizen zu ordnen. Der Trainer und die anderen Kursteilnehmer sind in weite Ferne gerückt, genauso wie der Prüfungstermin. Aber auch auf der Seite der Lehrenden passiert unter Umständen nicht viel. So können die Lernunterlagen während eines laufenden Kurses aus Gründen des Verwaltungsaufwandes häufig nicht aktualisiert werden. Auch ist der Trainer / die Trainerin in dieser Zeit für die Teilnehmenden nicht erreichbar. D. h., die Lerngruppe zerbricht, Wiederholung, Vertiefung und Austausch finden nicht statt, Erlerntes geht wieder verloren.

Wie kann Kontinuität im Lernprozess geschaffen werden?

An dieser Frage setzen unsere Blended-Learning-Konzepte an. Integriertes Lernen, neudeutsch „Blended Learning“, ist die Kombination von Lernen in den klassischen Präsenzschulungen, kombiniert mit elektronisch zur Verfügung gestellten Lerninhalten. Diese können in Form von Lernprogrammen, sogenannte Web oder Computer Based Trainings, Prüfungssimulationen und/oder zusätzlichen Online-Schulungen eingesetzt werden. Das zentrale Element all dieser Formen von E-Learning stellt ein Online-Forum dar. Es verknüpft alle an der Weiterbildungsmaßnahme Beteiligten: Teilnehmer, Trainer und auch die Administration. Es schafft Kontinuität und Aktualität! Es können Fragen gestellt werden, weitergehende Informationen oder aktualisierte Materialien eingestellt und abgerufen werden und falls erforderlich, auch private Nachrichten an den/die Lehrende(n) gesandt werden, wenn individuelle Fragen oder Probleme auftreten. Wird das Forum von den Lernenden angenommen, entsteht genau die Kontinuität im Lernprozess, die letztendlich den Lernerfolg erleichtert und garantiert.

Wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Blended Learning

Wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Blended-Learning-Konzepten ist eine elektronisch verfügbare Lernumgebung im Internet, die möglichst standort- und plattformunabhängig funktioniert, um die Schwelle, dieses Medium auch tatsächlich zu nutzen, möglichst gering zu halten. Dies gilt sowohl für die Lernenden als auch für Trainer und Lehrende, die nun aufgefordert sind, den kontinuierlichen Lernprozess aktiv(er) zu begleiten. Alle Beteiligten müssen zu Beginn „an die Hand genommen“ werden, um im Umgang mit dieser Plattform kompetent gemacht zu werden. Diese zukunftsweisenden Lernplattformen müssen daher nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch auf einem praxisorientierten Entwicklungsstand sein. Hier gilt es, Abläufe zu etablieren und ständig anzupassen, da dieser Bereich der Aus- und Weiterbildung noch nicht überall zum langjährig erprobten Standard gehört.

Maßgeschneiderte Lösungen, die aktuelle Lernmodule und gleichzeitig technisch reibungslose Abläufe garantieren, bietet die Deutsche Makler Akademie an. Der Bildungsspezialist arbeitet über die Entwicklungsphase hinaus bei der Blended-Learning-Konzeption eng und permanent mit allen Beteiligten – vom Lernenden über den Referenten bis zum Software-Partner – zusammen, damit schnelle Anpassungen auch im laufenden Betrieb vorgenommen werden können.

Aktuelles Beispiel: Proximus 3

Ein aktuelles Beispiel für die Wirksamkeit und den sinnvollen Einsatz des integrierten Lernens ist die zum 01.07.2015 durchgeführte Änderung der Ausbildung „Geprüfte(r) Versicherungsfachmann/- frau (IHK)“. Für alle Prüfungen, die nach diesem Termin abgelegt werden, gilt nicht mehr das etwas angestaubte und drucktechnisch durchaus verbesserungsbedürftige Bedingungswerk Proximus 2, sondern das komplett neu gestaltete und auf die aktuelleren am Markt vermittelten Produkte angepasste Bedingungswerk Proximus 3. Da auch die Aus- und Weiterbildungen „Kaufmann/- frau für Versicherungen und Finanzen“, „Fachberater(in) für Versicherungen“ und „Fachwirt(in) für Versicherungen“ mit dem gleichen Bedingungswerk durchgeführt werden, sind auch alle diese Lehr- und Lerninhalte von den Änderungen betroffen. Für Teilnehmer( innen), die sich zwar auf eine Prüfung vor dem Stichtag vorbereitet haben, diese aber vielleicht doch erst nach dem 01.07. ablegen werden, ergäbe sich nun die Situation, dass sie mit „veraltetem“ Prüfungsstoff in die Prüfung gingen – der Prüfungserfolg könnte ausbleiben … – und nun?

In einem Blended-Learning-Konzept müssen nun nicht mehr alle Unterlagen neu gedruckt werden und der/dem Teilnehmer(in) zugesandt werden. In dieser Situation wird der betroffene Teilnehmer / die betroffene Teilnehmerin mit wenigen „Klicks“ aus dem alten Lernprogramm in das neue aktuelle Lernprogramm verschoben und kann somit sofort auf die aktuellen Lerninhalte zugreifen. Lediglich das Bedingungswerk Proximus 3 muss in gedruckter Form neu erworben werden. Bei einer entsprechend intelligenten Lernumgebung bleiben dabei sogar „alte“ Lernstände, Prüfungs- und Testergebnisse erhalten.

Prüfungstermine erhöhen Lernbereitschaft

In der mehrjährigen Erfahrung der Deutsche Makler Akademie zeigt sich ein Verhalten der Lernenden, das sich unabhängig von der Lernplattform allerdings nie ändert, universelle Gültigkeit besitzt und das sich mithilfe der Lernplattform hervorragend abbilden lässt: Rückt ein Prüfungstermin näher, erhöht sich die Aktivität der Lernenden dramatisch. Die Teilnehmer reiner Präsenzseminare waren in dieser Situation mit drängenden letzten Fragen auf sich allein gestellt. In einem Online-Forum hingegen können diese Fragen beantwortet werden, und, das sollte nicht unterschätzt werden, der Austausch mit „Leidensgenossen“ ist möglich. Das hilft Prüfungsstress auf der Zielgeraden abzubauen und trägt auch dazu bei, dass unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihre jeweiligen Prüfungen bestehen – als Abschluss einer erfolgreichen Weiterbildungsmaßnahme, kontinuierlich betreut und wissensmäßig immer auf dem letzten Stand!

Bild: (1) © VincentG / fotolia.com (2) Enno Peters

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