Niedrige Zinsen, unsichere Konjunktur
Ab März bietet die Deutsche Makler Akademie in Kooperation mit Förderern aus dem Investment Bereich eine Neuheit an: Einmal monatlich finden 45-minütige kostenfreie Online-Seminare mit anschließender Frage- und Diskussionsrunde statt. Namhafte Experten, Chefvolkswirte und Fondsmanager bereiten kompakt aktuelle Themen aus der Finanzwelt für das Tagesgeschäft des Maklers auf.
André Wohlert, Leitung Produktmanagement Deutsche Makler AkademieZwischen Erholung und Depression: Europa nach sechs Jahren Eurokrise
Sechs Jahre ist sie jetzt alt, die Eurokrise. Die Eurokrise bezieht sich dabei weniger auf eine Krise des EURO, denn dieser erweist sich als relativ stabil. Sie ist vielmehr eine Krise im EURO-Raum und hat viele Gesichter. Sie startete als Bankenkrise und entwickelte sich in einigen Ländern zu einer Wirtschaftskrise und zu einer Staatsschuldenkrise. Seit dem jagt Europa mit ungewissem Ausgang von einem Rettungspaket zum nächsten.
Eines dieser Rettungspakete hat die EZB Ende Januar aufgelegt. Die EZB wird von März 2015 bis September 2016 monatlich für 60 Milliarden EUR Staatsanleihen aus den Euroländern kaufen. Im Fachjargon QE (quantitative easing / quantitative Lockerung) genannt besteht das Ziel darin, frisches Zentralbankgeld im Umfang von 1,1 Billion EUR sukzessive in den Finanzkreislauf zu pumpen und die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen. Die Ziele dieses Programms sind äußerst ambitioniert: Mehr Inflation, eine steigende Kreditvergabe, höhere Investitionen, eine Senkung der Arbeitslosigkeit, mehr Wirtschaftswachstum. Flankiert wird die Maßnahme durch weiterhin niedrige Zinsen. So bleiben die wichtigsten Leitzinsen im Euroraum auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent. Bleibt zu hoffen, dass der Ozean an frischem Geld tatsächlich in Form von billigen Krediten in der Wirtschaft ankommt und hilft, die drohende Rezession abzuwenden und die Konjunktur anzukurbeln.
Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank: das Anlagethema 2015
Die Börse jubelt, so klettert der DAX von einem Allzeithoch zum nächsten und notiert mittlerweile bei 11.400 Punkten. An Aktien – breit diversifiziert – wird 2015 wohl kein Weg vorbeiführen. Bei aller Börseneuphorie, umstritten oder gar risikolos ist das EZB-Programm nicht. Bei einem QE-Programm wirft die EZB die Druckerpressen an und erzeugt Buchgeld, also Geld ohne realen Gegenwert. Durch das billige Geld können sich langfristig Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten bilden, die dann wieder in einem lauten Knall platzen. Und auch Kleinsparer ächzen unter den Magerzinsen, die auf Dauer eine schleichende Entwertung von Sparguthaben bedeuten.
Kernfragen für die Beratung - beantwortet von Experten
Den Auftakt zu der Online-Veranstaltungsreihe gestaltet:
Dr. Martin Lück, Europavolkswirt, UBS
Termin: 13.03.2015 12:00 bis 13:00 Uhr
Bild: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
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