Berufsunfähigkeit: Psychische Störungen bleiben Hauptursache

Veröffentlichung: 23.08.2019, 12:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Störungen – und ihr Anteil ist sogar noch weiter gestiegen. Das geht aus einer Analyse der Debeka hervor, in der der Lebensversicherer seinen Bestand von etwa 522.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten ausgewertet hat.

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Anzugtraeger-in-Seifenblase-131150978-FO-alphaspiritAnzugtraeger-in-Seifenblase-131150978-FO-alphaspiritalphaspirit / fotolia.com

Dabei wurden die im vorigen Jahr rund 1.000 neu eingetretenen Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeit berücksichtigt.

Die drei Hauptgründe

Für 45,4 Prozent waren im Jahr 2018 psychische Störungen Grund für die Berufsunfähigkeit (2017: 41,6 Prozent). Als zweiten Grund führt die Debeka mit 15,5 Prozent bösartige und gutartige Tumore an. Mit 15,3 Prozent war der Bewegungsapparat knapp danach die drittgrößte Ursache für eine BU.

Dabei ist auffällig, dass die Anzahl psychischer Störungen als Hauptursache für Berufsunfähigkeit in den Vorjahren auf ähnlichem Niveau bei etwa 41 Prozent lag. Nun ist aber im Vergleich von 2017 zu 2018 ein Anstieg um 3,8 Prozent zu verzeichnen. Außerdem tauschten Neubildungen von Tumoren und der Bewegungsapparat als Ursachen die nachfolgenden Plätze. Bis 2017 waren Muskeln und Skelett (15,3 Prozent) zweithäufigste Ursache vor den Geschwülsten (15,0 Prozent), zum Beispiel Krebserkrankungen.

Mehr Rente für Berufsunfähigkeit

Die Debeka zahlte im vergangenen Jahr 58,8 Millionen Euro Rente insgesamt. Damit entrichtet sie 5,8 Prozent mehr Rente für Berufsunfähigkeit als im Vorjahr. Empfänger waren rund 7.000 Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – verrichten konnten. Davon waren fast 6.200 Vollinvalide und 793 Teilinvalide.

Unterstützung bei Rückkehr ins Berufsleben

Besonders bei jungen Versicherten ist die Chance, wieder ins Berufsleben zurückzukehren, in den ersten Jahren des Leistungsbezugs am wahrscheinlichsten. Hierbei sollen Unterstützungsprogramme für psychisch erkrankte Menschen wirken, die bei einer angestrebten Rückkehr in den Beruf Hilfestellungen geben.

Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka, erklärt:

„Bei unserem Programm betreut eine Psychologin am Telefon, per Mail oder online die Betroffenen über mindestens ein Jahr und hilft individuell bei der Rückkehr ins Berufsleben.“

Dies könne eine Unterstützung bei der Therapie, Hilfestellung bei der Rückkehr an den alten Arbeitsplatz oder in ein neues berufliches Umfeld beinhalten.

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